Coach Jürgen Seeberger will die positive Spirale weiterführen
Drei Spiele, drei Siege - der April bescherte der Alemannia bisher die volle Punktausbeute und Platz 2 in der aktuellen Rückrundentabelle. Deshalb hofft Jürgen Seeberger, dass der Monat auch mit einem Erfolgserlebnis endet. „Wir wollen die positive Spirale der letzten Wochen weiterführen, indem wir das gewonnene Selbstvertrauen und die Sicherheit einbringen“, kündigt der Coach vor dem Auswärtsspiel beim 1. FC Kaiserslautern an.
Gleichzeitig warnt der 43-Jährige davor, den kommenden Gegner zu unterschätzen: „Für die Lauterer ist es ein Endspiel im Kampf um den Klassenerhalt. Deshalb werden sie wahrscheinlich von Anfang an Dampf machen und sich zerreißen. Wir wollen aber nicht nur dagegen halten, sondern selber entschlossen zu Werke gehen“, erklärt Aachens Cheftrainer. Aus diesem Grund fordert er von seinen Spielern eine „Willensleistung“ und „die volle Konzentration auf die bevorstehenden 90 Minuten“. Denn was sein Team erwartet, weiß Seeberger genau: „Die ganze Pfalz wird hinter ihrem Verein stehen und das Fritz-Walter-Stadion wird prall gefüllt sein.“
Einer wird die Reise in die Pfalz allerdings nicht antreten können: Mirko Casper wird auf Grund seines Kreuzbandrisses lange fehlen. Ansonsten hat Seeberger alle Spieler an Bord. Darüber hinaus wurde eine Personalentscheidung mit langfristiger Wirkung am Mittwoch bekannt: Nico Herzig wechselt im Sommer zu Arminia Bielefeld. „Nico ist einer der konstantesten Spieler der Rückrunde, nachdem ihm in der ersten Hälfte der Saison eine Verletzung außer Gefecht gesetzt hat. So wie er sich präsentiert hat, ist er auch menschlich ein Verlust, aber der Transfer war nicht zu verhindern“, so Seeberger.
In Kaiserslautern wird Herzig wieder zur Startformation gehören, auch wenn sich Seeberger wie gewohnt nicht zur Aufstellung äußerte. „Wir haben viele Alternativen, einige sind nah an der Stammelf.“ In der Pfalz konnten die Schwarz-Gelben noch nie gewinnen: Drei Spiele wurden auf dem Betzenberg ausgetragen, drei Mal gingen die Aachener als Verlierer vom Platz. Allerdings liegen diese Ergebnisse schon mehr als 40 Jahre zurück. Das einzige Spiel in der jüngeren Vergangenheit war das Hinspiel auf dem Tivoli, das die Alemannen mit 2:1 für sich entschieden.
„Kaiserslautern steht an der Grenze zum Sein und Nicht-Sein“, beschrieb Seeberger fast philosophisch die Situation der Gastgeber, die seit der Verpflichtung von Stefan Kuntz als Vorstandsvorsitzendem allerdings vier Punkte aus zwei Spielen geholt haben. „Seitdem ist dort vieles anders“, meint der Coach der Alemannia. Die Marschrichtung für Freitag sollte also sein, dem Ansturm der „roten Teufel“ standzuhalten und mit eigenen Offensivaktionen die vorhandene Verunsicherung auszunutzen.
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Entschlossenheit und Zielstrebigkeit hatte Jürgen Seeberger am Freitagabend nur bei einem Team gesehen - dem Gegner. "Wir haben heute alles vermissen lassen und hatten nur eine gute Szene, die dann auch zum Tor geführt hat. Es ist uns nicht gelungen, Anspielstationen zu schaffen, wir haben die Zweikämpfe verloren. Der Sieg für die Lauterer war hoch verdient." Lob bekam nur ein Aachener Spieler ab: Thorsten Stuckmann. "Sensationell, was er gehalten hat", bescheinigte selbst der Lauterer Coach Milan Sasic, der seiner Mannschaft ein Kompliment aussprach. "Das war nah an der Idealvorstellung eines Trainers", lobte er Kampf und Leidenschaft seiner Elf, aber "auch die hohe Qualität des Spiels". Die war bei den Schwarz-Gelben nicht ausreichend, wie auch die Spieler eingestehen mussten. "Wir haben 90 Minuten lang unter Druck gestanden, es ist uns überhaupt nicht gelungen, unser Spiel durchzubringen", analysierte Kapitän Reiner Plaßhenrich. Thorsten Stuckmann sprach mit heiserer Stimme: "Ich habe versucht zu dirigieren, aber ich glaube, mich hat niemand gehört. Wir hatten heute einfach zu viele Ballverluste in der Vorwärtsbewegung drin." Für den Keeper war auch die eigene Leistung kein Trost. "Ich bin frustriert und enttäuscht."