Vieles spricht am Montag für die Borussia, dennoch ist alles möglich
Dass es am Ostermontag auf dem Tivoli zu einem ganz besonderen Spiel auf dem restlos ausverkauften Tivoli kommen wird, ist Jürgen Seeberger nicht verborgen geblieben. „Die Bedeutung des Spiels hier in der Region ist inzwischen zu mir vorgedrungen. Wenn man sich mit den Leuten auseinandersetzt, spürt man die Vorfreude auf das Derby. Ich denke, dass uns eine spannende Partie erwartet“, vermutet Seeberger.
Im Stadionheft zum, Spiel beschreibt der Coach seine Eindrücke vom Gegner so: „Sie haben mit Friend einen der besten Torschützen, mit Ndjeng einen der besten Vorbereiter, mit Neuville einen Nationalspieler, der bei der WM dabei war und eine Identifikationsfigur ist, und sie besitzen darüber hinaus einen extrem ausgewogenen Kader. Sie haben die meisten Tore geschossen, haben die beste Tordifferenz, sie haben die meisten Siege und die wenigsten Niederlagen. Das sind ein paar Zahlen, die alles sagen. Aber: Es ist ein Derby“, so Seeberger. Will heißen: Vieles spricht für den Tabellenführer, dennoch ist alles möglich. So fallen auch im Gespräch mit den Spielern immer wieder Schlagworte wie Leidenschaft und Aggressivität. Einig sind sich alle darin, dass im Gegensatz zum Hinspiel die Null möglichst lange stehen soll.
„Wir wollen defensiv gut stehen, nach vorne bekommen wir immer unsere Chance“, meint Marius Ebbers, am Mittwoch Torschütze im Testspiel gegen die luxemburgische Nationalmannschaft. Dabei konnte der Coach weitere Erkenntnisse gewinnen. „Die Mannschaft hat das Spiel sehr gut angenommen. Ich denke nicht, dass es ein Muster ohne Wert war, zumal alle Spieler, bis auf Reiner Plaßhenrich, David Hohs und Faton Popova zum Einsatz kamen“, erklärt der 42-Jährige, der bei seiner Linie bleibt, keine Freifahrtscheine zu verteilen. Gesetzt ist nur Thorsten Stuckmann: „Es ist wichtig, dass jeder Spieler weiß, dass er hinterfragt wird. Auf der anderen Seite hat natürlich auch jeder die Chance sich aufs Neue zu beweisen und sich in die Startelf zu spielen. Das bringt eine gewisse Dynamik.“ Wie sein Team gegen die starken Gladbacher Individualisten aufzutreten habe, davon hat Aachens Cheftrainer klare Vorstellungen: „Wir bleiben unseren Prinzipien treu und werden versuchen, die Stärken der Gladbacher im Kollektiv aufzufangen.“
Die personelle Situation könnte vor dem Spitzenspiel kaum besser sein, da fast alle Akteure fit und einsatzbereit sind. Lediglich Hrvoje Vukovic befindet sich noch immer im Aufbautraining. „Er wird aber am Sonntag wieder zur Mannschaft stoßen und mittrainieren“, kündigt Seeberger an. Und das bleibt nicht die einzige Trainingseinheit am Osterwochenende: Auch am Samstag werden sich die Alemannen auf das Derby vorbereiten. Lediglich am Karfreitag war für die Profis trainingsfrei. Nach zwei Einheiten am Dienstag, einer plus Testspiel am Mittwoch sowie einer am Donnerstag wollte das Trainerteam den Akteuren dann doch einen Tag zur Regeneration geben, ehe das Feintuning speziell im taktischen Bereich beginnt. „Ich bin mir sicher, dass wir gut vorbereitet sein werden“, prophezeit Seeberger.
Deshalb geht der Alemannen-Coach auch optimistisch in das Duell mit dem Tabellenführer der Zweiten Liga: „Wir freuen uns alle sehr auf das Derby, auch wenn wir der Underdog sind. Aus dieser Situation heraus müssen wir nun zeigen, dass wir dem großen Nachbarn Paroli bieten können“, erklärt Seeberger abschließend. In der Vergangenheit gelang das den Schwarz-Gelben schon häufig: Vier Mal gingen sie als Sieger vom Platz und fünf Begegnungen endeten Remis. Allerdings gingen seit der Saison 1967/1968 auch sieben Partien verloren.
Schiedsrichter der Partie ist der 44-Jährige
Herbert Fandel aus Kyllburg. Ihm assistieren an der Seitenlinie Carsten Kadach und Sascha Thielert.
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Chancen nicht in Tore umgesetzt
„Wenn wir immer so spielen würden wie heute, dann müssen wir den Blick nicht mehr nach unten richten.“ Die Analyse von Coach Jürgen Seeberger nach dem leistungsgerechten 1:1-Unentschieden gegen Tabellenführer Borussia Mönchengladbach fiel zum größten Teil positiv aus. „Wir haben gut angefangen und ein schönes Tor erzielt“, bilanzierte Aachens Cheftrainer, der aber auch die negativen Seiten nicht ausblenden wollte. „Leider haben wir es dann verpasst ein weiteres Tor nachzulegen.“ In dieselbe Kerbe schlug auch Cristian Fiel: „Als ich zur Halbzeit in die Kabine gekommen bin, dachte ich: Wenn es jetzt 3:0 steht dann sich auch keiner beschweren.“ Auch der Kapitän kannte den Grund für das verpassen eines möglichen Sieges. „Wir haben es versäumt in der 1. Halbzeit unsere guten Chancen in Tore umzusetzen“, so Plaßhenrich. Dennoch zeigte sich „Heini“ nicht gänzlich unzufrieden: „Ich denke, dass die Zuschauer heute voll auf ihre Kosten gekommen sind.“ Auch Borussen-Coach Jos Luhukay fand lobende Worte für den Auftritt der Schwarz-Gelben: „Es war ein gutes Derby und man hat gemerkt, dass die tolle Stimmung auf den Rängen der Mannschaft viel Moral und Kraft gegeben hat. Die erste Halbzeit ging klar an Aachen und wir hatten Glück, dass wir zur Halbzeit nicht noch höher zurück lagen. Da wir in der zweiten Halbzeit das Spieltempo erhöht haben, ist es unter dem Strich ein verdientes Unentschieden.“ So sah es auch Jürgen Seeberger: „Neuville hat das beim Tor richtig gut gemacht, das war eine Frage der individuellen Klasse. Leider konnten wir den Schuss nicht blocken.“ Nach dem letzten Montagsspiel der Saison war der Trainer fast wehmütig: „Wir haben am Montag im Schnitt fast 2,5 Punkte geholt. Jetzt müssen wir uns gut auf den Rest der Saison vorbereiten.“