Alemannia Aachen3 (0)
FC Hansa Rostock3 (1)In saftigem Grün erstrahlt der Platz auf dem Tivoli, nachdem er im Januar komplett erneuert wurde. Das soll sich am Freitag ab 18 Uhr ändern. „Wir wollen den Rasen sicherlich nicht mehr so schön aussehen lassen wie vor Beginn des Spiels“, erklärt Trainer Jürgen Seeberger einen Tag vor dem ersten Heimspiel der Rückrunde gegen Hansa Rostock.
Denn „Rasen umgraben“, kämpfen und attackieren - das ist die Devise für die Partie gegen die Rostocker. Wenn Schiedsrichter Thomas Frank am Freitag das neuntletzte Spiel in Alemannias Kultkasten abpfeift, soll jedermann am Geläuf den Einsatz der Schwarz-Gelben sehen können. „Die Primärtugenden sind jetzt gefragt. Wir müssen den Punkt finden, an dem wir auch an die Schmerzgrenze gehen. Das heißt zweikampfstark aufzutreten, damit man den Gegner zunächst bekämpft. Und dann kommt die spielerische Linie automatisch dazu“, so Seeberger. Durchschlagskraft und Entschlossenheit seien gefragt. Hingehen, wo es dem Gegner richtig weh tut, fordert der Coach von seiner Elf. Wenn seine Mannschaft sich so vor heimischem Publikum präsentiert, wird es für den Gegner schwer, ist sich der 43-Jährige sicher. „Wenn wir vorangehen, werden uns die Fans extrem unterstützen. Unser letztes Heimspiel gegen 1860 hat gezeigt, dass die Zuschauer mit uns eine Einheit bilden und das ganze Stadion emotionsgeladen ist“, sagt Seeberger, der eine Leistungssteigerung seines Teams im Vergleich zur Vorwoche erwartet. Ebenso wie Sportdirektor Andreas Bornemann: „Ich hoffe, dass unsere Mannschaft eine engagiertere und bessere Tagesform auf den Platz bringt, als das beim Wehen-Spiel der Fall war. Dann sollte ein Erfolg gegen Hansa Rostock drin sein.“ Vehemenz und Laufbereitschaft vorausgesetzt, ergänzt Bornemann, der aus eigener Erfahrung weiß, wie „unangenehm“ es für eine Gastmannschaft auf dem Tivoli werden kann.
Für die Partie gegen die Mannschaft von Dieter Eilts steht Seyi Olajengbesi nach abgesessener Gelb-Sperre wieder zur Verfügung. „Seyi hat seine Zuverlässigkeit immer unter Beweis gestellt und diese erwarte ich jetzt auch von ihm. Ich erwarte auch, dass er in der Verteidigung organisatorische Aufgaben übernimmt und sich da weiterentwickelt“, sagt Seeberger über den Innenverteidiger, der zur Startformation zählen wird. Die Einsätze von Pekka Lagerblom und Szilárd Nemeth sind hingegen noch offen. Beide hatten in den vergangenen Tagen aufgrund leichter Blessuren nur reduziert trainiert. „Ich werde mir jetzt noch ein Bild von ihnen machen. Wir sind aber guter Dinge, dass sie einsatzbereit sind“, sagt Seeberger.
Für das Spiel gegen den FC Hansa Rostock gibt es noch Tickets für den Aachener und Würselener Wall. Karten sind in den Alemannia-Shops, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und online über www.alemannia-tickets.de erhältlich. Für die Partie gegen die Hansestädter wurden bisher rund 17.000 Karten verkauft.
Alemannia Aachen: Achenbach, Auer, Fiel, Lehmann (66. Oussalé), Milchraum (46. Daun), Nemeth (60. Holtby), Olajengbesi, Polenz, Seitz, Stuckmann, Vukovic / Trainer: Jürgen Seeberger
FC Hansa Rostock: Hahnel, Schöneberg, Diego, Gledson, Oczipka Svärd, Retov, Schindler, Kroos (62. Lisztes), Bartels Fillinger / Trainer: Dieter Eilts
0:1 Martin Retov (31.), 0:2 Fin Bartels (50.), 1:2 Auer (52.), 1:3 Fin Bartels (76.), 2:3 Holtby (81.), 3:3 Vukovic (87.)
Felix Kroos (22.), Lehmann (38.), Polenz (45.), Bastian Oczipka (84.), Fin Bartels (89.), Holtby (90.)
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Zum Spiel
Sechs Tore, eine rote Karte und eine Mannschaft, die sich mit aller Macht gegen die Niederlage stemmte - das erste Heimspiel im neuen Jahr bot ausreichend Gesprächsstoff. „Das war ein Punkt für unserer Moral“, erklärte Torschütze Benny Auer. „Wir haben zu zehnt in einer Halbzeit drei Tore erzielt. Das ist positiv“, meinte Cristian Fiel. Dennoch sei das Ergebnis glücklich zu Stande gekommen. „In der ersten Halbzeit haben wir kein Mittel gegen die Rostocker gefunden“, so der Spanier. „Die haben hier ein tolles Spiel aufgezogen“, zollte Jerômé Polenz dem Gegner Respekt. Der Verteidiger gab sich selbstkritisch: „Bei der Roten Karte war ich einfach zu spät dran. Trotzdem fand ich den Platzverweis überzogen, zumal es mein erstes Foul überhaupt war.“ Nach der Hinausstellung nahm sich die Mannschaft in der Kabine viel vor und schaffte trotz des 0:2 kurz nach dem Seitenwechsel die Wende. „Die Mannschaft hatte in den letzten Monaten Probleme ein Spiel zu drehen. Das war heute die Initialzündung“, sagte Benny Auer.