Di, 21. Februar 2012

Oche Alaaf!

Im Spitzenspiel der Volleyballregionalliga schlägt der TSV Alemannia Aachen die SG Alfterer SC/ SSF Fortuna Bonn am Karnevalssamstag mit 3:1 (25:22; 19:25; 25:22; 25:7)

Es ist Karneval im Rheinland und auch in Aachen sieht man in diesen Tagen viele verkleidete, fröhliche und schunkelnde Menschen auf den Straßen. Auch die Regionalligavolleyballer der TSV Alemannia Aachen hatten am Samstag allen Grund zum Jubeln. Im mit Spannung erwarteten Duell der „Jecken“ blieben sie gegen den Tabellenvierten aus Bonn siegreich und konnten so ihre weiße Weste in eigener Halle behalten.
Es war das von vielen erwartete gute Spitzenspiel, dass sich die Mannschaften aus Aachen und Bonn am Karnevalsspieltag lieferten und ein Hauch von Karnevalssitzung war auch in der Halle in der Bergischen Gasse zu spüren. Denn viele größtenteils verkleidete Zuschauer (Alfter war mit einem Bus voller Narren zur Unterstützung angereist), sorgten für eine tolle Atmosphäre beim Aufeinandertreffen der beiden Spitzenteams.
Der Tabellenvierte kam mit breiter Brust in die Kaiserstadt, hatten die Gäste aus der ehemaligen Bundeshauptstadt im Jahr 2012 doch noch nicht eine Niederlage einstecken müssen und am letzten Spieltag den Tabellenführer aus Münster mit 3:0 mehr als deutlich in die Schranken verwiesen. Die Alemannia hingegen hatte am letzten Sonntag eine unnötige Niederlage in Essen hinnehmen müssen: Dennoch war man auf Seiten der Aachener zuversichtlich. Schließlich ist die Mannschaft um Kapitän Sebastian Schusser zuhause diese Saison noch ungeschlagen.
Doch wie auch schon in den Spielen zuvor hatten die Haake-Schützlinge zunächst Probleme in die Partie zu finden und liefen bereits früh einem Rückstand hinterher, auch weil sie im Block und in der Annahme noch etwas unruhig agierten. Nach einer Auszeit von Haake konnte man dann aber die Nervosität ablegen und den Bonnern das eigenen Spiel aufzwingen: Druckvolle Aufschläge setzten deren Annahme und Zuspieler unter Druck und ermöglichten es der Alemannia einige leichte Blockpunkte zu erzielen. Als dann ab Mitte des Satzes nicht nur die Block- und Abwehrarbeit, sondern auch im Angriff immer häufiger die Lücken im Block der Gäste gefunden werden konnten, war der Satz Aachen nicht mehr zu nehmen. Mit 25:22 sicherten sich die Hausherren dann auch die 1:0 Satzführung.
Im zweiten Durchgang zeigte sich den Zuschauern in der Sporthalle der Maria Montessori Gesamtschule zunächst ein ähnliches Bild wie in Satz 1. Aachen lag früh zurück, konnte sich aber diesmal nicht wieder herankämpfen, was auch an den starken Aufschlägen und einer nahezu fehlerfreien Vorstellung der Gäste im Angriff lag. Somit ging dieser Satz deutlich und verdient mit 25:19 nach Bonn.
Nach dem Satzausgleich lieferten sich beide Mannschaften im dritten Durchgang von Beginn an einen heißen Fight. Es entwickelte sich ein packendes, hochklassiges Volleyballspiel, bei dem sich keiner der Kontrahenten wirklich absetzen konnte. Die Zuschauer kamen in den Genuss langer Ballwechsel mit spektakulären Abwehr- und Angriffsaktionen auf beiden Seiten. Erst gegen Ende des Satzes gelang es den Hausherren sich durch konzentrierte Blockarbeit etwas abzusetzen. Da man bei den letzten Ballwechseln auch nahezu keine Eigenfehler mehr produzierte, konnten die Aachener den Satz schließlich verdient mit 25:22 für sich entscheiden.
Vor dem vierten Satz appellierte Trainerin Haake nochmal an ihre Spieler, anders als in Essen, den Sack nun endgültig zu zumachen und diese gehorchten ihr aufs Wort. Die Alemannia zeigte sich von Beginn an präsent, hochkonzentriert und brachte die Bonner Angreifer durch mehrere Monsterblocks und sehr starke Aufschläge zur Verzweiflung. Gerade die Mittelblocker auf Seiten der Alemannia zeigten sich jetzt im Angriff und Block von ihrer besten Seite. Schnell war eine deutliche 18:7 Führung erspielt und der Widerstand der Bonner gebrochen. Dass diese dann noch, nach Diskussionen mit dem insgesamt guten bei der Entscheidung über technische Fehler aber nicht immer glücklich agierenden Schiedsgericht, in der Schlussphase des Satzes drei gelbe Karten sahen, war dann nur noch eine Randnotiz und nicht mehr spielentscheidend. Am Ende stand ein ungefährdeter 25:7 Satzgewinn und ein 3:1 Erfolg der Aachener gegen insgesamt starke Bonner, der die unglückliche Niederlage in Essen vergessen machte.
Nach fast zwei Stunden Spieldauer konnten die Spieler der Alemannia den Sieg vor dem tollen Publikum ausgiebig feiern und mit der Karnevalsparty in Aachen dann so richtig beginnen.
Aber auch die Bonner erwiesen sich als echte Sportsmänner und sorgten nach Abpfiff und bei der im Anschluss stattfindenden Partie der Regionalligadamen, die ebenfalls gegen Bonn mit 3:1 siegten, für gute Stimmung in der Halle.
Nächste Woche ist dann erst einmal Erholung von den Karnevalstagen angesagt. Passenderweise ist in der Regionalliga. am kommenden Wochenende auch spielfrei, so dass es erst am 03.03. beim Tabellenvorletzten in Schwelm wieder um Punkte für die Aachener geht. Hier ist ein Sieg für die Aachener dann schon fast Pflicht und sollte mit einer ähnlich starken Leistung wie gegen Bonn auch möglich sein. Doch hat die Partie in Essen auch gezeigt, dass man nicht den Fehler machen sollte und einen vermeintlich schwächeren Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Klares Ziel der Haake-Schützlinge ist es aber dennoch die zwei Punkte aus Schwelm mit in die Heimat zu nehmen.