• 1. Bundesliga - Frauen - Saison 2011/2012 - 14. Spieltag
  • Datum: Samstag 07.01.2012  - 19:00 Uhr
  • Vereinswappen Alemannia Aachen Alemannia Aachen0 (16) (22) (15) (0) (0)
  • Vereinswappen Alemannia Aachen Rote Raben Vilsbiburg3 (25) (25) (25) (0) (0)

Zum ersten Heimspiel 2012 schaut der Tabellenführer vorbei

Alemannia Aachen empfängt am Samstag die Roten Raben Vilsbiburg

Mit einem Paukenschlag hatten die Falter-Schützlinge das Jahr begonnen. In Hamburg schafften Karolina Bednarova und Co. dank fokussierter und druckvoller Spielweise ein überraschendes wie glattes 3:0. Gegen den Tabellenführer aus Oberbayern wollen die Alemanninnen am Samstag (19.00Uhr, Halle Neuköllner Straße) erneut gut verkaufen.



Und das bedeutet nach dem Konzept von Stefan Falter: Die zuletzt gezeigte spielerische Linie bestätigen, so gut wie möglich mithalten und dann sehen, was möglich ist. Für Alemannias Coach sind Siege wie der in der Hansestadt in der Regel keine Zufallsprodukte, sondern vielmehr das Ergebnis harter und kontinuierlicher Arbeit.

Am Samstag wird sicherlich erneut das gesamte Potential des derzeitigen Tabellen-9. gefragt sein, gerät doch das erste Heimspiel 2012 gleich zur Herkules-Aufgabe für die "Ladies in Black". Mit den Roten Raben kommt der Ligaprimus, das Team von Trainer Guillermo Carlos Gallardo zog zudem unlängst ins DVL-Pokalfinale ein.

Im Hinspiel lieferten die Alemanninnen den Raben lange einen offenen Schlagabtausch, verdienten sich dabei etliche Sympathiepunkte beim Publikum. Die vielen treuen schwarz-gelben Anhänger hätten sicherlich nichts gegen einen ähnlichen Spielverlauf am Samstag, wenn auch der Tiebreak aus schwarz-gelber Sicht gerne anders verlaufen dürfte. Ganz so wie beim großen Fight im April 2011, als die Aachenerinnen nach zwei roten Karten die große Überraschung schafften: 3:2 hieß es nach damals 137 Minuten.

Nach den Erfahrungen des letzten Heimspiels, bei dem die Halle ausverkauft war, empfehlen wir unseren Zuschauern eine zeitige Anfahrt.

Große Kulisse, großer Kampf

Die Klasse des Tabellenführers Rote Raben Vilsbiburg ist an diesem Abend aber schlichtweg beeindruckend.

Mit dem Selbstvertrauen des 3:0-Erfolges in Hamburg gegen VT Aurubis im Rücken hatten die Alemanninnen den nächsten Kracher vor Augen – die Roten Raben Vilsbiburg, den aktuellen Tabellenführer, unlängst ins DVL-Pokalfinale eingezogen. Und spitze war das, was die Niederbayern zu bieten hatten. Das Team von Trainer Guillermo Carlos Gallardo hatte viele „Waffen“ aufzubieten, eingesetzt in großartiger Manier von Libera Lenka Dürr (40 Länderspiele für Deutschland), Zuspielerin Lena Möllers (42 Länderspiele für Deutschland) und Kapitänin Lina Meyer (4 Länderspiele für Deutschland). Aachen hielt dagegen, Aachen kämpfte, Aachen war aber letztendlich machtlos.



Der Deutsche Meister von 2008 und 2010 gewann verdient mit 3:0 Sätzen (25:16 / 25:22 / 25:15) und bewies, warum die Roten Raben zu den ganz heißen Titelkandidaten zählen. Anders als im Hinspiel, als sich die Alemanninnen erst nach fünf Sätzen, also im Tie-Break geschlagen geben mussten, zogen die Gäste aus Vilsbiburg in jeder Phase des Spiels ihre Linie durch. „Wir hatten einen Plan und den haben wir eigentlich auch gut verfolgt. Aber die individuelle Klasse der Vilsbiburger war heute zu groß“, musste Alemannia-Trainer Stefan Falter hinterher anerkennen. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, sie hat sich gut präsentiert. Das waren wichtige Punkte für uns“, freute sich dagegen Gästecoach Gallardo.

Die ersten beiden Durchgänge verliefen dabei lange ausgeglichen. Im ersten Satz blieb Aachen bis zum 6:7 auf Schlagdistanz. Dann entschied einerseits die Power der Angriffe über Renata Benedito und Jennifer Danielle Todd, andererseits die Blockabwehr für Vilsbiburg. „Wir haben unsere Abwehraktionen sehr gut umgesetzt“, meinte Libera Dürr anschließend. Im zweiten Satz führten die Gastgeberinnen bis zum 8:7, glichen später – nach mehreren schlichtweg begeisternden Ballwechseln - zum 12:12 aus. Und lagen wenig später mit 12:16 zurück. Diesmal waren es Diagonalangreiferin Liana Mesa Luaces, eine Kubanerin die schon mit Olympia-Bronze und WM-Gold dekoriert ist, und die niederländische Nationalspielerin Myrthe Matilde Schoot (später als MVP wie auch Aachens Ciara Michel gekürt) die entscheidend zuschlugen. Doch Aachen gab nicht auf, kam bei Aufschlägen der eingewechselten Linda Büsscher auf 19:20 heran. Und wieder waren alle Bemühungen vergebens. „Man muss das akzeptieren. Aber wir
haben bis zur letzten Sekunde gekämpft“, kommentierte Aachens Diagonalspielerin Barbara Dégi.

Recht hatte sie. Auch im dritten Satz wurde trotz deutlicher Rückstände (0:5, 2:10, 6:18) und Rückschläge alles gegeben. Dabei konnte auch Amanda Dowdy, die neue US-Amerikanerin auf Außenangriff, ihren ersten Punkt (zum 14:24) verbuchen. Punkt 15, ein mächtiger Block von Laura Feldmann und Anke Borowikow sollte der letzte an diesem Abend bleiben.

Und so blieb die Erkenntnis, dass sich die Alemanninnen nie aufgegeben und vor allem als kampfstarkes Team präsentiert haben – angetrieben einmal mehr vom unnachahmlichen Publikum an der Neukölner Straße. „Wir haben hier heute wirklich vor einer beeindruckenden Kulisse gespielt“, lobte Trainer Falter. „Diese Stimmung ist einzigartig“, sagte Barbara Dégi. Und auch die Gäste aus Vilsbiburg waren begeistert. „Es macht so viel Spaß hier“, meinte Lenka Dürr.

1141 Zuschauer wurden diesmal gezählt – eine lautstarke Busladung war gar aus Vilsbiburg angereist. Zusammenrücken hieß es mal wieder auf den Rängen. Schon eine Dreiviertel Stunde vor der ersten Annahme waren die Sitzplätze an der Neukölner Straße vergeben. „Es lohnt sich mehr denn je, seine Karte im Vorverkauf zu sichern“, kommentierte der Pressesprecher der Alemannia-Volleyballerinnen Andreas Steindl. Beispielsweise für das nächste Heimspiel am Samstag, 21. Januar, um 19 Uhr gegen den VfB Suhl. Ihren nächsten Auftritt haben die „Ladies in Black“ freilich bereits am Mittwoch, 11. Januar. Dann ohne Trikot und Volleyball. Bei der „Menschen 2011“-Gala des Zeitungsverlages Aachen werden die Spielerinnen als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet. Gegen die Roten Raben Vilsbiburg konnte man angesichts der starken kämpferischen Leistung einmal mehr erleben, warum…

Zum Spiel

„Glückwunsch an Vilsbiburg, unsere Gegnerinnen haben sehr konzentriert ihr Spiel gespielt, das war höchste Qualität. Das muss man akzeptieren, respektieren und den nächsten Schritt gehen. Wir hatten einen Plan und haben ihn gut verfolgt, aber die individuelle Klasse von Vilsbiburg war heute zu groß.“

Stefan Falter

Zum Spiel

„Es macht riesigen Spaß in Aachen zu spielen. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die sich gut präsentiert hat. Das waren wichtige Punkte für uns. Wir sind auf einem guten Weg, ein riesiges Kompliment an die Gruppe, sie hat heute viel Spaß gemacht.“

Guillermo Gallardo

Zum Spiel

„Die Qualität unserer Gegnerinnen war sehr hoch. Das muss man respektieren. Trotzdem haben wir bis zur letzten Sekunde gekämpft. Diese kämpferische Leistung nehmen wir mit für die anstehenden Aufgaben. Die Stimmung war heute wieder unglaublich, einzigartig. Das kann man nicht oft genug sagen.“

Barbara Degi

Zum Spiel

„Wir hatten heute unglaublich viel Spaß, da waren viele Emotionen auf dem Feld. Jeder liebt es, in Aachen zu spielen, die Fans stehen selbst im letzten Satz hinter ihrer Mannschaft. Das macht so viel Spaß, in Aachen herrscht meine Lieblingsatmosphäre.“

Lenka Dürr