Alemannia Aachen3 (23) (28) (25) (25) (0)
SC Potsdam1 (25) (26) (17) (22) (0)Wenn die „Ladies in Black“ am Samstagabend (19 Uhr, Neuköllner Straße) gegen den SCP zum dritten Heimspiel in diesem Dezember antreten, steht neben zwei wichtigen Punkten auch das Ende einer kurzen, aber heftigen Affäre in Schwarz-Gelb im Fokus der Beteiligten: „Miss Volleyball“ Angelina Grün bestreitet dann ihr letztes Spiel im Trikot der Alemannia.
„Ich möchte betonen, dass dies eine Entscheidung für mich und nicht gegen Aachen ist, auch wenn es natürlich eine Trennung mit sich bringt“, hatte die 32-Jährige zuletzt immer wieder erklärt, verbunden mit dem Versprechen, bei ihrem letzten Auftritt noch einmal alles zu geben. Danach wird sich 9-fache Volleyballerin des Jahres von Teamkolleginnen und Fans Richtung Moskau verabschieden.
Bevor „Grüni“ jedoch in der russischen Hauptstadt mit Dynamo Moskau um Champions League-Ehren kämpft, steht noch einmal Bundesliga-Alltag auf dem Programm: Mit dem SC Potsdam gastiert der derzeitige Tabellen-11. im Hexenkessel an der Neuköllner Straße. Zwei Siege verzeichnen die Frauen um Trainer Alberto Salomini bislang, zuletzt verloren die Brandenburgerinnen etwas unglücklich daheim gegen die Roten Raben aus Vilsbiburg.
Sicher ein kleines Ausrufezeichen, aber wohl kein Grund zur Panik für die akribisch arbeitende Truppe von Stefan Falter, der ohnehin höchsten Wert auf fokussierte Gegnervorbereitung legt - Unterschätzen also ausgeschlossen. Nach der knappen Niederlage im mitreissenden Heimspiel gegen Meister Schwerin am vergangenen Freitag sind die „Ladies“ jetzt wieder heiß auf Zählbares.
Aufgrund des zu erwartenden Andrangs empfehlen wir allen Fans und Zuschauern eine zeitige Anreise.
Nach den entscheidenden Elementen für den 3:1-Sieg (23:25, 28:26, 25:17, 25:22) gegen den SC Potsdam gefragt, musste Alemannia Aachens Coach am Samstagabend nicht lange überlegen: „Block, Block und nochmals Block“, feuerte Stefan Falter seine Analyse aus der Hüfte, „und am Ende der nötige Wille zum Erfolg“.
Nach holprigem Start hatten seine „Ladies“ den Gast aus Brandenburg zwar erst ab dem dritten Satz wirklich in den Griff bekommen, dann aber mit Entschlossenheit und einer schier unüberwindlichen Abwehrabteilung die Saisonpunkte Neun und Zehn unter Dach und Fach gebracht.
Ausgeglichen begann der erste Durchgang dieses dritten Heimspiels im Dezember, ehe eine Aufschlagserie von „Käpt´n“ Karolina Bednarova der Alemannia den ersten halbwegs komfortablen Vorsprung brachte. Doch die Gäste wehrten sich - wie auch im gesamten Spielverlauf - weiter, schafften schließlich beim 22:22 den Ausgleich und verwandelten schließlich ihren ersten Satzball zum 25:22. „Wir haben gut begonnen“, befand Potsdams junge Kapitänin Patricia Grohmann hinterher, „aber dann hat Aachen aufgedreht, und Angelina Grün macht hinten raus einfach den Unterschied in so einem Spiel“.
Der SCP erwischte dann auch den besseren Start in den zweiten Satz. Nach einem 0:5-Rückstand fingen sich die „Ladies in Black“ jedoch wieder und waren beim 9:9 wieder halbwegs zurück in der Partie. Mit 12:11 gelang die erste Führung, danach legten „Karo“ und Co. gar ein 16:12 vor. Diese starke Phase der Alemannia gipfelte in einem echten Satzball-Krimi. Angefeuert von den 815 in der Halle – unter ihnen vier Fan-Freunde aus dem fernen Sonthofen – zitterten sich die „Ladies in Black“ dann im zweiten Versuch zum Ausgleich.
Dem wachsenden Druck der Gastgeberinnen hielten die SCP-Frauen zunächst auch nach der Pause mehr als achtbar stand. Nachdem die Gäste zur ersten technischen Auszeit sogar noch mit 8:6 vorne gelegen hatte, half eine satte handvoll Aufschläge von Anke Borowikow den Schwarz-Gelben in die Erfolgsspur: Erst beim 13:8 für ihre Alemannia gab die Mittelblockerin den Ball wieder aus der Hand. Endlich zeigten sich die „Ladies“ in allen Belangen konstant, vor allem am Netz und über die Abteilung Außenangriff lief das Richtige für ein 25:17 zusammen. Laura Feldmann ermöglichte mit entschlossenen Angriffsaktionen zunächst den Satzball und steuerte dann auch den finalen Punkt zur 2:1-Führung bei.
Nachdem Karolina Bednarova und Co. im vierten Satz mit einem Minimalvorsprung in die erste Auszeit gegangen waren, begann die entscheidende Phase der besseren Argumente und mitunter auch die des Glücks für die Alemanninnen. Und noch einmal durfte Angelina Grün einige ihrer berüchtigten Angaben in den Hexenkessel feuern. Über die Zwischenstände 16:9 und 22:16 ritten die Schützlinge von „Surflehrer“ Stefan Falter auf der Erfolgswelle Richtung Matchgewinn, ehe die Gäste aus dem Berliner Umland doch noch einmal Oberwasser bekamen. Mit dem zweiten Matchball zementierten die „Ladies in Black“ schließlich den fünften Saisonerfolg, und „Grüni“ persönlich war es in ihrem letzten Spiel im Alemannia-Trikot vorbehalten, den entscheidenden Punkt zu landen: 25:22, Sieg, Humba-Party mit den Fans, schwarz-gelbe Glückseligkeit im Advent.
Auch die allerletzten Minuten dieses Abends gehörten dann der scheidenden „Miss Volleyball“: Angelina Grün verabschiedete sich ausgiebig von ihren Fans und Kolleginnen, schrieb Autogramme und posierte für gemeinsame Fotos. „Diese drei Monate in Aachen waren schon etwas ganz Besonderes. Hier konnte ich nach meiner Zeit im Sand wieder in der Halle Fuß fassen, und das auch noch vor solch fantastischen Zuschauern. “, erklärte die 9-fache Volleyballerin des Jahres sichtlich bewegt. „Danke an Alle für diese tolle Erfahrung! Wahrscheinlich werde ich erst später realisieren, wie wertvoll diese Zeit war“. Ein Wiedersehen – unter welchen Umständen auch immer - mochte sie dann auch nicht ausschließen...
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Zum Spiel
Ein hochinteressantes Spiel, zu dem beide Teams ihren Teil beigetragen haben. Heute waren wieder die Elemente gefragt, die wir bis zum Umfallen trainiert haben. Anscheinend haben wir also ziemlich viel richtig gemacht. Wir versuchen einfach immer wieder, an unser Maximum zu gehen, dass Beste herauszuholen. Das ist uns heute wieder gelungen, und das macht mich stolz.
Zum Spiel
Diese drei Monate in Aachen waren etwas ganz Besonderes. Hier konnte ich nach meiner Zeit im Sand wieder in der Halle Fuß fassen, und das auch noch vor solch fantastischen Zuschauern. Das Publikum hat mich und uns auch heute wieder verwöhnt. Danke an Alle für diese tolle Erfahrung! Wahrscheinlich werde ich erst später realisieren, wie wertvoll die Zeit hier war. Ich wünsche der Alemannia alles Gute auf dem Weg zur Spitze.
Zum Spiel
Phasenweise sah es richtig gut aus bei uns. Wir haben es immer wieder geschafft, die Alemannia in Schwierigkeiten zu bringen. Aachen hat zahlreiche Blockpunkte geschafft, aber auch wir haben am Netz gut gestanden. Ärgerlich war, dass wir den Sack im zweiten Satz nicht zugemacht haben.
Zum Spiel
Wir haben gut begonnen, aber dann hat Aachen aufgedreht. Die Satzpause war so ein bisschen unser Knacksmoment. Wir haben auch danach alles gegeben und gekämpft. Aber Angelina Grün macht dann hinten raus einfach den Unterschied in so einem Spiel. Es war toll, gegen sie spielen zu dürfen, sie hat dieser Liga gut getan, auch wenn die Zeit nur kurz war. Wir haben aber zu jeder Zeit alles gegeben und gekämpft.