• 1. Bundesliga - Frauen - Saison 2009/2010 - 20. Spieltag
  • Datum: Samstag 13.03.2010  - 19:00 Uhr
  • Zuschauer: 1.050
  • Vereinswappen Alemannia Aachen Alemannia Aachen2 (25) (25) (19) (16) (11)
  • Vereinswappen Alemannia Aachen USC Münster3 (13) (21) (25) (25) (15)

USC Münster zu Gast in Aachen

Nach einer spielplanbedingten einmonatigen Pause empfangen die Bundesliga-Volleyballerinnen der Alemannia am Samstag, 13. März (19 Uhr), den USC Münster in der Neuköllner Straße.

Es ist ein Spiel das, unabhängig vom Tabellenstand, etwas ganz Besonderes ist. Denn obwohl man beim Spiel von Aachen gegen Münster nicht direkt von einem Derby sprechen kann, so ist es doch, nach dem Rückzug der Leverkusener aus der ersten Liga, das Aufeinandertreffen der einzigen beiden Erstliga-Frauen-Teams aus NRW. Um 19 Uhr empfangen die „Ladies in Black“ am Samstag den USC Münster in der Neuköllner Straße.

Und nicht nur die Aachener Fans werden die Halle wieder in ein Tollhaus verwandeln. Auch eine gehörige Anzahl „Critters", der Fanclub des USC, haben sich angekündigt.

Vor einem Jahr erwischten die Aachenerinnen einen „Sahnetag" und schlugen den favorisierten USC unerwartet mit 3:0. In dieser Saison kommt den Gastgeberinnen aber eindeutig die Rolle der Underdogs zu. Schließlich haben die Westfälinnen in der letzten Zeit mit vier Siegen in Folge eine kleine Serie hingelegt. Zunächst behielten sie mit 3:0 in Suhl die Oberhand, dann besiegte man zu Hause in der berühmt-berüchtigten Halle "Berg Fidel" sogar den deutschen Meister Schweriner SC mit 3:2.

Die Favoritenstellung der Gäste sieht Stefan Falter jedoch eher als Vorteil: „In solch eine Partie gehen wir ohne Druck, aber mit vollster Konzentration. Schließlich waren wir auch im Hinspiel - bei gleichem Kader wie heute - die meiste Zeit über etwa auf Augenhöhe. Unser Publikum kann wie immer eine kämpferisch stark eingestellte Aachener Mannschaft erwarten. Und dann werden wir sehen, was passiert."

Da bei dieser Partie eine große Zuschauerzahl erwartet wird, empfiehlt Bundesliga-Koordinator André Schnitker, früh anzureisen. „Wer sich seinen Sitzplatz aussuchen möchte, sollte 1 – 1 ½ Stunden vor Spielbeginn da sein." Die Kassen öffnen bereits um 17 Uhr.

Packender Westschlager endet mit knapper 2:3-Niederlage

Wenn ein solch mitreißendes Spiel im Tie-Break entschieden wird, gibt es meist die kontroversen Meinungen, ob da nun die eine Mannschaft verdient gewonnen hat oder besser das andere Team als Sieger hätte vom Platz gehen sollen. Und manchmal – so auch am Samstagabend im Hexenkessel der Neuköllner Straße – kann das Publikum zwei Spiele in einem Match sehen. Nach fast 2 Stunden und 15 Minuten verwandelten die Münsteranerinnen ihren zweiten Matchball - nach einem Spiel, das die Spielerinnen, die Verantwortlichen und auch die wieder zahlreich erschienenen Zuschauer (1.050) so schnell nicht vergessen werden.

Nach zwei überlegen und souverän gewonnen ersten Sätzen der Alemannia (25:13, 25:21) kippte nach der 10-minütigen Pause das Spiel. Münster, welches mit enorm geschwächtem Kader antrat, begann, sich auf seine erarbeiteten Stärken in den zuvor 4 in Folge gewonnenen Partien zu besinnen. Vor allem der Münsteraner Aufschlag setzte – anders als in den Durchgängen 1 und 2 – Aachens Annahme unter genügend Druck, dass Matilda Wikander ihre Angreiferinnen oftmals nur mit sehr hohen Bällen einsetzen konnte. Die über das gesamte Spiel hinweg grandios agierenden beiden Außenangreiferinnnen Alemannias, Rita Liliom und Jana-Franziska Poll, wurden ab diesem Zeitpunkt mehrfach geblockt oder die Bälle konnten in der Abwehr geholt werden. Die Folge: die Sätze 3 und 4 gingen an den Gast (19:25, 16:25).

Der Tie-Break musste die Entscheidung bringen. Die Zuschauer, von denen über 70 aus dem westfälischen Münster anreisten, machten in den 10 Minuten fortwährend einen Höllenlärm, der beide Teams noch einmal dazu brachte, die allerletzten Kraftreserven zu mobilisieren. Zunächst ging Münster 4:1 in Front, Aachen glich auf 4:4 aus, doch den nächsten Schub Münsters, der ein 4:8 nach sich zog, konnte trotz fantastischer Stimmung auf den Rängen nicht mehr eingeholt werden.

Mit 11:15 ging der entscheidende letzte Satz an den Tabellen-Achten des USC. Spielerinnen des Tages wurden Rita Liliom, die sich „mehr einen Sieg gewünscht hätte als diesen Titel“ und Maren Brinker, die nach eigenen Aussagen „in den ersten beiden Sätzen zu viel wollte und erst ab Satz drei mit ihrer Leistung zufrieden war.“ Alemannia muss nun diese enttäuschende Niederlage schnell wegstecken, denn nächsten Samstag geht es zum starken Kontrahenten Stuttgart und am 27. März kommt Aufsteiger Potsdam in die Neuköllner Straße, der im Hinspiel knapp mit 3:2 besiegt werden konnte. Spätestens da müssen die Köpfe wieder frei sein von dieser Enttäuschung der verpassten Siegchance.