Alemannia Aachen2 (19) (25) (18) (25) (12)
1. VC Wiesbaden3 (25) (16) (25) (20) (15)Nach dem unerfreulichen Auftritt gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Freitag haben die "Ladies in Black" am Dienstag in der Partie gegen den VC Wiesbaden (20 Uhr, Neuköllner Straße) die Chance, den ereignisreichen Dezember 2011 versöhnlich abzuschließen.
Entsprechend kurz war die Weihnachtspause der Schwarz-Gelben ausgefallen: Bereits einen Tag nach Heiligabend scharte Stefan Falter seine Truppe wieder um sich, der enge Spielplan machts nötig. "Wir haben zwei Tage, um gegnerspezifisch zu trainieren, das muss dann eben reichen", muss Aachens Coach zum vorerst letzten Mal die Situation des engen Spielplans erläutern.
In den vergangenen Partien gegen Münster und beim 0:3 gegen Leverkusen hatten die Aachenerinnen vor allem dank ihrer hohen Fehlerquote im Aufschlag den jeweiligen Gegner stark gemacht. Die Körpersprache hatte zuletzt gegen den rheinischen Rivalen wenig Biss ausgestrahlt, gegen Wiesbaden der erste Ansatzpunkt zur Besserung.
Die Gäste aus der hessischen Landeshauptstadt kommen mit dem unbefriedigenden Gefühl von zuletzt drei Niederlagen an die Neuköllner Straße. Derzeit belegt der VC Platz sieben. Auf dem selben Rang hatte man die Vorsaison abgeschlossen. Das Team von Trainer Andreas Vollmer bezog im ereignisreichen Volleyball-Dezember Schlappen gegen Münster, Köpenick und den deutschen Meister Schwerin.
Letzteren Gegner hatten die Alemanninnen vor rund drei Wochen im schwarz-gelben Hexenkessel an den Rande einer Niederlage bringen können. Sicher hätten die "Ladies in Black" am Dienstag nichts gegen einen ähnlichen Verlauf einzuwenden, wobei die Punkte am Ende diesmal ruhig in der Kaiserstadt bleiben dürften.
„Tie-Break kann brutal und bitter sein“ – besser hätte Hallensprecher André Schnitker das Geschehen beim 2:3 (19:25, 25:16, 18:25, 25:20, 12:15) aus Alemannia-Sicht im ausverkauften Hexenkessel kaum zusammenfassen können. Nach 112 Minuten und fünf umkämpften Sätzen durften am Ende die Gäste aus Hessens Landeshauptstadt die zwei Punkte als verspätetes Weihnachtsgeschenk mitnehmen.
Eine bestens aufgelegte schwarz-gelbe Kulisse bot den Rahmen für ein spannendes Spiel, in dem sich die „Ladies in Black“ dank deutlicher Leistungssteigerung immer wieder auf hohem Niveau und Augenhöhe mit dem Vizemeister von 2010 maßen. „Ich denke, wir konnten dem Publikum heute etwas zurückgeben, auch wenn es nicht zum Sieg gereicht hat“, fand Aachens Coach Stefan Falter die richtigen Worte für den beherzten Auftritt seiner Schützlinge.
Schon lange vor dem Spiel waren die Fans der Alemannia auch diesmal in Scharen zur Neuköllner Straße gepilgert. Ganz so, als hätten sie gespürt, dass etwas Besonderes in der Luft liegt. Und das bekamen die Zuschauer, unter ihnen rund 30 VCW-Fans, dann auch geboten: Eine Alemannia, die nach zwei Satzrückständen noch einmal ins Spiel findet. Einen Gegner, der am Ende mit entscheidender Konsequenz im Tiebreak die Punkte einfährt. Und beim freundschaftlichen Abklatschen mit den Aachener Fans erhöhte Sympathiewerte hinterlässt.
Und obendrauf eine Jana-Franziska Poll, die sich nach entbehrungsreichen Wochen mit einer beeindruckenden Leistung zurückmeldet. Alemannias Dauerbrennerin im Außenangriff trumpfte mit starken Aufschlägen auf und war auch in der Annahme überall zu finden. So gelang es ihr und einer in allen Mannschaftsteilen verbessert agierenden „Ladies“-Formation vor allem in den Sätzen zwei und vier, den dichten Block der Gäste aus Wiesbaden zu knacken und mit gefährlichen Angaben Druck zu erzeugen.
Dass es am Ende nichts wurde mit dem schwarz-gelben Triumph zum Jahresausklang, war wohl lediglich einem Quäntchen mehr Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen im Tiebreak geschuldet. Bis zum 11:11 hatten TSV und VCW noch Kopf an Kopf agiert. Dann aber der entscheidende Wiesbadener Tritt aufs Gaspedal, die Aachener Unsicherheit als Momentaufnahme. Mit dem zweiten Matchball jubelt Wiesbaden. Was Spielerinnen, Fans und Verantwortlichen definitiv bleibt, ist das gute Gefühl, endlich wieder eine verbesserte und beherzte Alemannia erlebt zu haben.
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Zum Spiel
Ich denke, wir konnten dem Publikum heute etwas zurückgeben, auch wenn es nicht zum Sieg gereicht hat. Nach der Niederlage gegen Leverkusen galt es für uns, den Kopf oben zu behalten, nach vorne zu schauen und positiv weiterzumachen. Das haben wir geschafft, die Mädels haben großen Sport geboten, wie man ihn sich erhofft. Beide Teams haben am Limit agiert, wir haben gegen einen starken Gegner knapp den Kürzeren gezogen.
Zum Spiel
Wir haben am Ende sicher das glücklichere Team, haben weniger eigene Fehler gemacht und im Block einen Tick besser gestanden als die Alemannia. Beide Mannschaften hatten heute ihre nervösen Phasen. Kompliment an meine jugen Libera, sie hat sich im kalten Wasser gut angestellt. Ein Kompliment auch an das tolle und faire Aachener Publikum.
Zum Spiel
Ein geiles Spiel, ein richtig gutes Comeback von uns. Wir dürfen trotz der Niederlage stolz auf uns sein. Wir wollten etwas gutmachen, und das haben wir geschafft. Während der kurzen Vorbereitung wurde viel miteinander gesprochen, wir sind positiv an die Aufgabe herangegangen und haben uns deutlich gesteigert.
Zum Spiel
Beide Teams haben sich hier und heute nichts geschenkt, es war ein harter Kampf. Die Alemannia hat wahnsinnig dagegengehalten, am Ende hatten wir zum Glück die Nase vorn. Ein richtig schönes Spiel vor einer tollen Kulisse, vor der man auch erstmal bestehen muss.