USC Münster3 (25) (25) (21) (25) (0)
Alemannia Aachen1 (23) (14) (25) (18) (0)Am Sonntagnachmittag gehen um 14.30 Uhr unsere Volleyball-Bundesligistinnen (in der Sporthalle am Berg Fidel) erst zum dritten Mal ans Wettkampf-Netz der laufenden Saison. Zwei freie Wochenenden wurden jedoch nicht ungenutzt liegen gelassen, denn es galt ja in diversen Zusatztrainings unter anderem auch die neue Außenangreiferin Rita Liliom einzuspielen. Der bereits viermal angetretene USC Münster (2 Siege, 2 Niederlagen) hat bei diesem NRW-Derby durch den Heimvorteil und die beiden gewonnen Partien eine klare Favoritenrolle inne. Interessant dabei die Konstallation, dass Münster seine beiden zuletzt erlittenen Niederlagen gegen genau jene Mannschaften erfahren musste, gegen die bisher die Alemannia antrat, nämlich zu Hause gegen Suhl und auswärts beim Deutschen Meister Schwerin.
Aachens Trainer Stefan Falter äußerte sich in der Münsteraner Presse zum beheimateten Gegner: "Münster hat den Vorteil, dass die Mannschaft bereits vier Spiele gemacht hat. Daher sind bei uns die Prozesse noch nicht so automatisiert wie beim USC. Beim USC ist natürlich die Konstanz von Maren Brinker zu erwähnen, auch das Zuspiel hat sich maßgeblich verändert. Münster ist eine Truppe mit klar erkennbarem Aufwärtstrend. Aber wir kommen an den Berg Fidel, um den USC niederzuringen."
Ein besonderes Spiel ist die Auswärtspartie im Westfälischen sicherlich für die beiden ehemaligen USC-Akteurinnen Jennifer Schräder und Anika Brinkmann, die beide jahrelang das grüne USC-Trikot getragen haben. Und sehr gespannt sind alle Verantwortlichen, ob sich wieder - wie im Vorjahr - mehr als 150 Aachener Fans auf den Weg in den Münsteraner Hexenkessel begeben werden. Letztes Jahr gab es ein 1:3, welches durchaus als knapp einzustufen war. Beim Rückspiel in Aachen gab es dagegen ein klares 3:0 für die Alemannia. Man wird sehen, welche der beiden stark verbesserten Teams diesmal die Oberhand behalten wird.
Das Ergebnis spricht eine klare Sprache, dennoch war für die Alemannia mehr drin: Mit 1:3 unterlag Stefan Falters Team beim USC Münster, hielt über weite Strecken auf Augenhöhe mit und wird schließlich doch Opfer eigener Unkonzentriertheiten und gegnerischer Aufschläge
Erstmals in Aachener Reihen aktiv war Außenangreiferin Rita Liliom, der Aachens Manager eine gute Leistung beim Debüt bescheinigte: „Mit ihr hat weitere Qualität ins Team Einzug gehalten, das hat man heute bereits gesehen“. Belohnung für die Ungarin war die spätere Auszeichnung als Spielerin des Tages durch Münsters Trainer Axel Büring. War der erste Satz mit seinem knappen Ausgang noch bis zum Schluss hart umkämpft gewesen, sah die Sache in Spielabschnitt zwei schon deutlicher aus: Die Gastgeberinnen um Nationalspielerin Maren Brinker setzten sich schließlich ab und sicherten sich den Satz mit einem deutlichen 25:14. Dabei machte sich auch die individuelle Klasse von Münsters ungarischer Angreiferin Barbara Dégi bemerkbar. Auch sie wurde von Aachens Coach Stefan Falter zur Spielerin des Tages gewählt.
Wieder deutlich spannender ging es im Anschluss zu: In einem über weite Strecken ausgeglichenen dritten Satz konnten die „Ladies“ zwischenzeitlich mit 16:13 in Führung gehen. Münster glich daraufhin aus, ehe sich Alexandra Preiß und Co. wieder fingen und schließlich mit 25:21 die Oberhand behielten. Der zweite Satzgewinn im dritten Spiel der Saison war perfekt. „Wir haben dabei von Anfang an Druck aufgebaut, die Präzision, die wir im ersten Satz hatten und die uns danach abhanden gekommen ist, war plötzlich wieder da“, analysierte Aachens Manager André Schnitker im Anschluss. Die über 100 mitgereisten Aachener Fans hatten reichlich Grund zum Jubeln und verdienten sich nach Spielschluss etliche Komplimente aus dem Münsteraner Lager.
Bis zum 13:13 verlief Abschnitt Vier ähnlich ausgeglichen, dann drehten die USC-Damen jedoch auf und setzten sich ab, erst auf 16:13, dann auf 22:17. Den Aachenerinnen gelang in der Folge lediglich noch ein Punkt, bevor die Traditionsmannschaft aus dem Münsterland mit ihren 1600 Fans den dritten Sieg der Saison feiern durfte: 25:18 hieß es am schließlich und nach 98 Minuten Gesamtspielzeit, das 3:1 für Münster und die dritte Saisonniederlage für das Team von Stefan Falter war besiegelt. Der Coach: „Wir waren in der Lage, hier etwas mitzunehmen, und das hätte gut und gerne mehr als ein Satz sein können. Ich denke, wir haben zwischendurch zu viel liegengelassen. Schade, wir waren zeitweise absolut auf Augenhöhe“. Der 43jährige lobte im Rückblick vor allem Münsters Aufschlagstärke: „Das sind wirklich gefährliche Waffen!“. Anerkennung für ihre Leistung erhielt sein Team hinterher auch vom gegnerischen Trainer: lobte die Einstellung der Aachenerinnen und bescheinigte ihnen das Potential, um mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Am kommenden Sonntag haben die „Ladies in Black“ in eigener Halle gegen Allianz Volley Stuttgart die nächste Gelegenheit zur Standortbestimmung.
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