Der SC Verl im Gegnercheck
Am 25. Spieltag empfängt Alemannia Aachen auf dem heimischen Tivoli den Tabellenzweiten aus Ostwestfalen – den SC Verl. Wir werfen einen Blick auf den spielstarken kommenden Gegner der Schwarz-Gelben.
Kaum jemand hätte nach dem Aufstieg des SC Verl in die 3. Liga im Jahr 2020 erwartet, dass sich der Sportclub so nachhaltig im Profifußball etablieren würde. Sechs Jahre später mischen die Ostwestfalen ganz oben mit. Mit 44 Punkten rangiert der SCV aktuell auf Platz zwei. Der Traum vom Aufstieg in die 2. Bundesliga ist also mehr als nur eine Momentaufnahme.
Sollte dieser Schritt gelingen, wäre es das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit. Über Jahre hinweg bewiesen die Verantwortlichen des SC Verl ein glückliches Händchen bei der Trainerwahl. Guerino Capretti führte den Verein aus der Regionalliga in die 3. Liga. Ihm folgte Mitch Kniat, der später mit Arminia Bielefeld für Furore im DFB-Pokal sorgte. Danach übernahm Alexander Ende, inzwischen Cheftrainer von Preußen Münster in der 2. Bundesliga. Seit Beginn der Saison 2025/26 steht Tobias Strobl an der Seitenlinie und er könnte die erfolgreiche Arbeit seiner Vorgänger sogar noch übertreffen.
Rekordverdächtige Offensivwucht
Das Prunkstück seiner Mannschaft ist dabei klar zu erkennen: die Offensive. Mit 59 erzielten Saisontoren stellt der SC Verl nicht nur die beste Offensive der 3. Liga – er stellt sie mit zehn Toren Abstand zur nächstbesten Mannschaft. Damit fehlen ihnen auch nur noch drei Tore, um genauso viele zu erzielen wie in ihrer gesamten letzten Saison.
Auffällig ist dabei, dass die Torgefahr auf viele Schultern verteilt ist. Rechtsverteidiger Oualid Mhamdi, Mittelfeldspieler Timur Gayret sowie die beiden Angreifer Alessio Besio und Jonas Arweiler kommen jeweils auf eine zweistellige Zahl an Scorerpunkten in der Liga. Über allem steht jedoch Berkan Taz – einer der Unterschiedsspieler der 3. Liga. Elf Tore und 13 Vorlagen gehen auf sein Konto.
Der SC Verl brilliert vor allem durch sein flaches und sauberes Kombinationsspiel. Das macht sich auch an der Art und Weise bemerkbar, wie sie ihre Tore erzielen. Während sie nämlich 47 Tore aus dem Spiel heraus mit dem Fuß erzielt haben, gab es nur sechs Kopfballtreffer – zehn Mannschaften trafen öfters per Kopf. Besonders in Acht nehmen sollte man sich übrigens in der zweiten Hälfte vor ihnen. In dieser haben sie bereits 35 Tore erzielt – ebenfalls der Spitzenwert der Liga. Apropos Spitzenwert: Wenn der SC Verl seinen bisherigen Toreschnitt beibehält, kommt er am Ende der Saison auf 93 Tore. Es wäre ein neuer Drittligarekord, denn der bisherige liegt beim SC Paderborn, der in seiner Aufstiegssaison 90-mal treffen konnte.
Spieler im Fokus: Jonas Arweiler
Dass die Verler torgefährliche Akteure in ihren Reihen haben, ist bereits klar geworden. Die müssen aber nicht unbedingt immer in der Startelf stehen. Mit Jonas Arweiler hat die Mannschaft von Tobias Strobl nämlich eine Waffe, die sie von der Bank aus bringen kann.
Mit sechs Toren und zwei Vorlagen als Einwechselspieler ist er nämlich der gefährlichste Joker der Liga. So sind auch drei seiner vier Torbeteiligungen im neuen Kalenderjahr als Einwechselspieler entstanden. Insgesamt hat er übrigens schon zehn Tore in der 3. Liga diese Saison erzielt. Dazu kommen noch zwei Vorlagen sowie neun Torbeteiligungen im Landespokal. Übrigens, auf Platz drei der gefährlichsten Joker liegt mit Julian Stark ein weiterer Verler.
Blick in die Historie: Zwei Ecken und ein Freistoß für den Sieg
Alemannia Aachen empfing in der Hinrunde der Regionalliga-Saison 2015/16 den SC Verl am 17. Spieltag auf dem Tivoli. Nach einem starken Saisonstart ließen die Alemannen in den vorigen Wochen einige Punkte liegen und wollten gegen Verl den berühmten Bock umstoßen – was auch gelang. Nach einer guten halben Stunde bot sich Viktor Maier die erste Chance der Partie nach einer Balleroberung, doch er scheiterte frei vor dem Verler Keeper, der zur Ecke blockte. Die brachte wiederrum den Aachener Führungstreffer mit sich: Jannik Löhden erzielte per Kopf seinen fünften Saisontreffer.
Vor der Pause erhöhte die Alemannia auf 2:0 und wieder war eine Standardsituation vorausgegangen. Maier brachte einen Freistoß nämlich im linken Winkel unter. In der zweiten Halbzeit sorgte eine weitere Ecke von Dennis Dowidat für die Entscheidung. Nachdem die Hereingabe zunächst geklärt wurde, brachte Dowidat das Spielgerät wieder in die gefährliche Zone – dieses Mal flach – und fand dort den einschussbereiten Löhden, der sicher einschob. Beinahe wäre der Alemannia noch ein weiterer Standardtreffer an diesem Nachmittag gelungen, doch Maier vergab vom Elfmeterpunkt aus. Am Ende stand für eine souverän aufspielende Alemannia ein 3:0-Sieg und damit der Sprung auf den 6. Tabellenplatz fest.
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