So, 8. März 2026

„Ich lebe mit Herzblut für diese Abteilung“

Die Mädchen- und Frauenfußballabteilung von Alemannia Aachen

Der Schlüsselbund von Gerti Minartz ist groß. Viele Schlüssel hängen daran und stehen sinnbildlich für die vielen Aufgaben, die sie in der Mädchen- und Frauenfußballabteilung von Alemannia Aachen übernimmt. Seit 2015 engagiert sie sich bei der Alemannia, heute steht sie der Abteilung als Vorsitzende vor.

Der Weg dorthin begann eher zufällig. Ihre Tochter wurde damals angesprochen, ob sie für die Alemannia spielen wolle – Gerti und ihr Ehemann begleiteten sie auf diesem Weg. Als sie wenig später eine Reise der Mannschaft zu einem Turnier nach Schweden organisierte, wurde ihr das Amt der Kassiererin angeboten. Was zunächst mit einzelnen Aufgaben begann, entwickelte sich mit der Zeit zu deutlich mehr Verantwortung. Heute kümmert sich Gerti unter anderem um die Außenwahrnehmung der Abteilung, die Sicherstellung des Trainings- und Spielbetriebs, die Budgetplanung, um die Organisation von Veranstaltungen und Festen innerhalb der Abteilung und um vieles mehr. „Ich lebe mit Herzblut für diese Abteilung“, sagt sie. „Bei all den heutigen Krisen ist es wichtig, so einen Ort zu erhalten – einen Ort, an dem Mädchen und Frauen gemeinsam Sport treiben können.“

Genau dieses Engagement vieler Menschen prägt die Mädchen- und Frauenabteilung der Alemannia. Ein großer Teil der Arbeit wird ehrenamtlich geleistet. Ob Organisation, Spielbetrieb, Cafeteria, Platzbelegung oder administrative Aufgaben – ohne die vielen Helferinnen und Helfer wäre der Betrieb kaum möglich. Gleichzeitig steht die Abteilung vor Herausforderungen, die viele Vereine kennen. Der Wunsch nach weiteren ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern ist daher groß.

Gemeinsam stark: Mädchen- und Frauenfußball bei Alemannia Aachen

Der heutige Internationale Frauentag erinnert uns daran, wie wichtig Sichtbarkeit, Wertschätzung und Gleichberechtigung sind – auch im Sport. Gerade der Frauenfußball hat in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung genommen und begeistert immer mehr Menschen. Gleichzeitig zeigt er, wie wichtig Engagement, Gemeinschaft und Leidenschaft sind. Genau dafür steht die Mädchen- und Frauenabteilung von Alemannia Aachen: Für einen Ort, an dem Mädchen und Frauen Fußball spielen, sich weiterentwickeln und Teil einer starken Gemeinschaft werden können.

Das zeigt sich bei der 1. Damenmannschaft auch mit einem Blick auf die Tabelle: Die Spielerinnen belegen zurzeit den 2. Platz in der Verbandsliga Mittelrhein und sind in Schlagdistanz zur Tabellenführung.

Für Spielerinnen wie Hannah ist die Alemannia längst mehr als nur ein Verein. Die Mittelfeldspielerin kam mit 15 Jahren zur Alemannia und trägt inzwischen seit über einem Jahrzehnt das schwarz-gelbe Trikot. „Wir haben einen sehr guten Zusammenhalt und ein tolles Teamgefüge“, sagt sie. „Natürlich hat die Alemannia einen großen Namen, aber trotzdem ist vieles sehr persönlich. Genau das finde ich besonders angenehm.“ Dass das Umfeld stimmt, ist für sie ein wichtiger Faktor – gerade im Frauenfußball, in dem die Spielerinnen ihren Sport mit Studium oder Beruf verbinden. So studiert Hannah derzeit Biotechnologie im Master an der RWTH Aachen und hat gerade ihre Masterarbeit abgegeben. Dies trifft auch auf ihre Mitspielerinnen zu, die entweder selbst arbeiten, studieren oder noch zur Schule gehen.

Freundschaften fürs Leben bei der Alemannia gefunden

Noch länger bei der Alemannia ist Lisa Thelen. Die Rechtsverteidigerin schnürt bereits seit 2009 ihre Fußballschuhe für den Verein und hat von der U15 an alle Mannschaften durchlaufen – einschließlich der zweiten Mannschaft. Auch sie betont: „Das Besondere an unserer Mannschaft ist der Zusammenhalt. Hier hat jeder gute Laune, auch wenn wir mit relativ kleinen Mitteln arbeiten. Trotzdem schafft man gemeinsam viel.“ Besonders wichtig seien dabei auch die vielen Menschen hinter den Kulissen. „Viele Ehrenamtliche sieht man gar nicht, aber ohne sie würde es nicht funktionieren – von der Cafeteria über die Platzorganisation bis hin zu vielen organisatorischen Dingen. Dieser Zusammenhalt macht die Abteilung besonders. Dafür läuft man auch gerne den Extra-Meter.“

Für Lisa bedeutet es viel, das Alemannia-Wappen auf der Brust zu tragen. „Als ich damals zur Alemannia gewechselt bin, haben mir viele Leute gesagt, wie toll sie das finden. Natürlich bringt so ein Name auch einen gewissen Druck mit sich, aber damit können wir gut umgehen.“ Gleichzeitig wünscht sie sich noch mehr Aufmerksamkeit für den Frauenfußball in der Region. „Gerade für die vielen Mädchen, die vielleicht noch überlegen, ob sie anfangen sollen.“ Gleichzeitig hat sie eine Botschaft für alle Mädchen, die noch überlegen, ob sie mit dem Fußballspielen anfangen sollen: „Wenn man den Gedanken hat, dann einfach anmelden. Meine Eltern haben damals auch erstmal skeptisch geguckt, als ich ihnen gesagt habe, dass ich Fußball spielen möchte. Man merkt schnell, wie schön dieser Sport ist und wie viele Freundinnen fürs Leben man kennenlernen kann.“

Damen-Abteilung plant Aufbau einer U19-Mannschaft

Dass junge Spielerinnen bei der Alemannia ihren Weg gehen können, zeigt auch Laura. Die 17-Jährige spielt ebenfalls seit mehreren Jahren im Verein und gehört seit dieser Saison zum Seniorinnen-Kader. Zum Fußball und zur Alemannia kam sie über ihren Opa. Der Wechsel von der U17 zu den Seniorinnen war für sie eine spürbare Umstellung: „Das Tempo ist höher und das Spiel deutlich körperbetonter.“ Trotzdem würde sie jungen Mädchen jederzeit empfehlen, den Schritt zu wagen.

Strukturell möchte sich die Abteilung genau an dieser Stelle weiterentwickeln, erzählt Gerti. Geplant sei der Aufbau einer U19-Mannschaft, um den Übergang von den Juniorinnen in den Seniorinnenbereich zu erleichtern. Aktuell debütieren viele Spielerinnen bereits im Alter von 16 Jahren bei den Frauen. Mit einer U19 würde die Alemannia künftig als einziger Verein in der Stadt einen solchen Zwischenschritt anbieten können.

Für jüngere Spielerinnen und diese, die es werden möchten, bietet die Abteilung bereits regelmäßig Talenttage und Fußballcamps an – etwa das kommende Ostercamp für Mädchen ab dem Jahrgang 2017.

Seit der Gründung der Mädchen- und Frauenabteilung im Jahr 2009 ist bei Alemannia Aachen viel entstanden: Die Abteilung bietet mittlerweile eine U11, U12, U13, U15 und eine U17 an. Dazu eine 1. und eine 2. Damenmannschaft. Vor allem ist aber eine Gemeinschaft gewachsen, die vom Engagement vieler Menschen getragen wird. Menschen, die mit Leidenschaft und Überzeugung dafür arbeiten, dass Mädchen und Frauen bei der Alemannia ihren Platz im Fußball finden.

Mehr Infos zur Abteilung sind hier zu finden.

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