Do, 11. Juni 2026

Rückblick auf die Jahreshauptversammlung 2026

Rückblick auf die Jahreshauptversammlung 2026

Am gestrigen Mittwochabend fand in der Aula des Einhard-Gymnasiums die ordentliche Mitgliederversammlung des Aachener Turn- und Sportvereins Alemannia 1900 e.V. statt. Rund 300 Mitglieder nahmen an der Versammlung teil und beschäftigten sich bis in die späten Abendstunden mit den Entwicklungen des Vereins sowie zahlreichen Anträgen und Wahlen.

Um kurz nach 19:00 Uhr begrüße Präsident Björn Jansen die anwesenden Mitglieder und übergab daraufhin das Wort an Rachid Azzouzi. Der Geschäftsführer Sport der TSV Alemannia Aachen GmbH verkündete, dass der Vertrag mit Torhüter Manuel Riemann verlängert wurde, was für Jubel im Saal sorgte.

Bericht des Präsidiums für das Geschäftsjahr 2025

Björn Jansen übernahm in der Folge wieder das Wort und gedachte den verstorbenen Vereinsmitgliedern. Anschließend blickte Jansen in seinem Bericht auf ein ereignisreiches Geschäftsjahr zurück. Besonders hob er das 125-jährige Vereinsjubiläum hervor und verwies auf die positive Entwicklung der Alemannia, die mittlerweile knapp 11.000 Mitglieder zählt. Gleichzeitig betonte Jansen, dass wirtschaftliche Vernunft und nachhaltiges Handeln weiterhin zentrale Grundsätze des Vereins bleiben müssten.

Ein besonderer Fokus liege künftig auf der Nachwuchsförderung. Ziel sei es, Talente aus der Region langfristig an die Alemannia zu binden und optimale Bedingungen für ihre Entwicklung zu schaffen. In diesem Zusammenhang verwies Jansen auf das bevorstehende Anerkennungsjahr für ein Nachwuchsleistungszentrum.

Bericht über die Überprüfung der Gremientätigkeit des Vorgängerpräsidiums

Das Präsidium informierte die Mitglieder zudem über den aktuellen Stand der externen Überprüfung der Gremientätigkeit des Vorgängerpräsidiums sowie -verwaltungsrates – ein Beschluss der letzten Jahreshauptversammlung. Nach der Beauftragung eines Wirtschaftsprüfers im Herbst 2025 wurde die Untersuchung Anfang 2026 abgeschlossen. Aus den Ergebnissen ergaben sich weitere rechtliche Fragestellungen, die derzeit von einer Anwaltskanzlei geprüft werden. Eine abschließende Bewertung sei aktuell noch nicht möglich, da einzelne Verfahren weiterhin laufen. Bei der Aufarbeitung und der Bewertung gebe es aber gute Fortschritte. Über diese soll informiert werden, sobald es rechtlich zulässig ist.

Das Präsidium beschloss daher, dass die Abstimmung zur Entlastung des Präsidiums sowie des Verwaltungsrates für das Geschäftsjahr 2024 auf die nächste Jahreshauptversammlung verschoben werden sollte. Die anwesenden Mitglieder stimmten dem Beschluss zu.  

Verwaltungsrat und Ehrenrat neu gewählt

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden außerdem die turnusmäßigen Wahlen durchgeführt. In den Verwaltungsrat wurden Dennis Schäfer, Jürgen Müller, Markus Strauch, Maik Geerkens und Ingo Schramm gewählt.

Für den Ehrenrat wurden Jens Dautzenberg, Werner Krause, Hans-Josef Barion, Hans-Peter Leisten und Heinz Maubach gewählt.

Gewählt wurde zum ersten Mal auch digital. Hierfür wurde das System von NemoVote ausgewählt, welches auch – neben kleineren Startschwierigkeiten – gut funktionierte.

Darüber hinaus ernannte die Mitgliederversammlung Joaquín „Jo“ Montañés, Manfred Reinders und Manfred Werner zu Ehrenmitgliedern des Vereins.

Erfolgreiche Entwicklung in den Abteilungen

Die Berichte der Abteilungen zeigten erneut die große sportliche Bandbreite innerhalb der Alemannia.

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Besonders erfreulich verlief die Saison im Nachwuchsfußball. Die U19 hielt die Klasse in der DFB-Nachwuchsliga. Weitere Jugendmannschaften konnten Meisterschaften feiern. Die Alemannia startet zudem ein freiwilliges Anerkennungsjahr für ein Nachwuchsleistungszentrum.

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Die 2. Mannschaft der Alemannia hat sich in der Saison 2025/26 mit der Meisterschaft der Kreisliga B belohnt. Damit spielt die zweite Mannschaft der Schwarz-Gelben in der kommenden Spielzeit in der Kreisliga A. Auch hier soll oben angegriffen werden.

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Im Frauen- und Mädchenfußball wuchs die Mitgliederzahl auf 220 Mitglieder. Die erste Frauenmannschaft belegte den zweiten Platz in der Mittelrheinliga und verzichtete auf die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation. Zudem wird zur kommenden Saison eine neue U19-Juniorinnenmannschaft als wichtiges Bindeglied zwischen Jugend- und Seniorinnenbereich gegründet. Generell möchte sich die Abteilung Zeit nehmen, um ihre Strukturen weiter zu professionalisieren. Das Ziel sei es, wieder eine Mannschaft in der Regionalliga zu stellen.

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Die Mitgliederentwicklung der Abteilung befindet sich auf einem stabilen Niveau. Aktuell sind 200 Mitglieder in der Tischtennisabteilung aktiv. Die 1. Jugend spielt auf Verbandsebene. Die 1. Damenmannschaft hat den Relegationsplatz für die NRW-Liga erreicht. Die 1. Herrenmannschaft hat eine gute Runde in der Landesliga gespielt und beendet die Saison auf einem Mittelfeldplatz. In der kommenden Spielzeit wird die Abteilung erneut mit 15 Mannschaften antreten.

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Die Tischfußball-Abteilung blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die Damen schafften den Aufstieg in die 2. Bundesliga, während mehrere Spielerinnen und Spieler internationale Titel gewinnen konnten. Die Abteilung hat dazu fünf nationale Meister gestellt. Bei der zuletzt gespielten Weltmeisterschaft in Orleans holte die Abteilung vier WM-Titel. Das Ziel ist es, in diesem Jahr noch die Anzahl von 100 Mitgliedern zu erreichen.

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Die Volleyballer haben den zweiten Platz in der Bezirksliga erreicht. Jedoch verzichtet die Mannschaft auf die Aufstiegsrelegation und wird somit in der kommenden Saison erneut in der Bezirksliga antreten.

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Die Abteilung verzeichnet einen Zuwachs und freut sich über insgesamt 480 Mitglieder. Die Abteilung hat im letzten Jahr an sechs deutschen Meisterschaften teilgenommen und blickt mit dem Domspringen sowie dem Stadtparklauf auf zwei echte Highlights zurück.

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In der vergangenen Saison ist die Futsal-Mannschaft aus der Regionalliga in die Mittelrheinliga abgestiegen. Die Abteilung baut aktuell eine Jugendabteilung auf und bietet regelmäßige Schnuppertage an.

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Die E-Sport-Abteilung hat keinen Bericht vorgelegt.

Bericht der Geschäftsführung der GmbH

Im Bericht der Geschäftsführung präsentierten Rachid Azzouzi und Dirk Kall, kaufmännischer Geschäftsführer, den sportlichen sowie den kaufmännischen Part getrennt. Den Anfang machte Rachid Azzouzi. Es gab zu Beginn der abgelaufenen Saison viele verletzte Spieler, einen Trainerwechsel sowie einen Philosophiewechsel in der Spielweise. In der Rückrunde sind viele Punkte aufgegangen, an denen man gearbeitet habe. Für die kommende Saison haben die Verantwortlichen mehr Vorlauf, um den Kader zu planen. Die Entwicklung des Vereines stehe an erster Stelle, weswegen auch in die Infrastruktur investiert werden müsse. Insgesamt müsse man neben den sportlichen aber auch immer die wirtschaftlichen Erfolge im Blick behalten.

Dirk Kall präsentierte anschließend den kaufmännischen Part. Die GmbH habe seit ihrer Gründung eine wirtschaftlich positive Entwicklung genommen. Das aktuelle Geschäftsjahr wird voraussichtlich mit einem positiven Jahresergebnis beendet. Zu den wichtigsten Zukunftsprojekten zählen der Aufbau eines Nachwuchsleistungszentrums, der Ausbau der Geschäftsstelle, die Fertigstellung des zweiten Trainingsplatzes, Investitionen in Digitalisierung sowie die weitere Stärkung der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit.

Anträge beschlossen

Die Mitglieder verabschiedeten zudem mehrere Anträge. Unter anderem sprach sich die Versammlung gegen eine weitere Zerstückelung der Spieltage in der 3. Liga aus und beauftragte die Vereinsvertreter, diese Position gegenüber dem DFB zu vertreten.

Ein weiterer beschlossener Antrag befasst sich mit dem Schutz der Vereinsmarken. Ziel ist es, die Markenrechte der Alemannia künftig konsequenter zu sichern und deren Nutzung klarer zu regeln. Darüber hinaus wurde das Präsidium beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, mit dem das Merchandising mittelfristig wieder vollständig in die TSV Alemannia Aachen GmbH integriert werden kann.

Ebenfalls angenommen wurde eine Satzungsänderung zur Durchführung künftiger Mitgliederversammlungen. Diese stellt klar, dass Mitgliederversammlungen grundsätzlich als Präsenzveranstaltungen stattfinden. Eine Teilnahme über digitale Kommunikationswege – etwa per Video- oder Audiokonferenz – ist nicht möglich. Auch die Übertragung des Stimmrechts an andere Mitglieder oder Dritte bleibt ausgeschlossen. Die Mitglieder bekannten sich damit ausdrücklich zum Prinzip der persönlichen Anwesenheit und unmittelbaren Mitwirkung bei wichtigen Vereinsentscheidungen.

Zustimmung erhielten zudem zwei vom Präsidium eingebrachte Satzungsänderungen. Künftig kann die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung durch die Mitgliedschaft nur noch erfolgen, wenn dies mindestens zehn Prozent aller Vereinsmitglieder schriftlich beantragen. Bislang war hierfür alternativ auch ein Quorum von 100 Mitgliedern ausreichend. Der Antrag wurde mit der notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit angenommen.

Einstimmig beschlossen wurde darüber hinaus eine Anpassung des § 2 der Satzung. Bislang hieß es dort, dass der Verein jegliche Form von Gewalt verurteilt. Künftig wird die Formulierung dahingehend geändert, dass sich die Alemannia aktiv gegen jede Art von Gewalt einsetzt – unabhängig davon, ob diese psychischer, physischer oder sexualisierter Natur ist. Mit der neuen Formulierung möchte der Verein seine Haltung noch deutlicher zum Ausdruck bringen und sein Engagement für ein respektvolles und diskriminierungsfreies Miteinander unterstreichen.

Blick nach vorne

Nach knapp fünf Stunden endete die Mitgliederversammlung mit einem klaren Signal: Die Alemannia möchte den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen. Sportliche Ambitionen, wirtschaftliche Stabilität, Investitionen in den Nachwuchs sowie die Weiterentwicklung der Vereinsstrukturen sollen dabei auch in Zukunft die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung bilden.

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