Mi, 7. Januar 2026

"Der Zusammenhalt hier in Aachen ist etwas Besonderes"

Kapitän Mika Hanraths im Trainingslager-Interview

Mika, die wichtigste Frage direkt zu Beginn: Wie geht es dir?

Mir geht es sehr gut. Ich habe großes Vertrauen in meinen Körper, vor allem in meinen Oberschenkel. In den vergangenen Wochen habe ich deutlich gespürt, dass wieder mehr Kraft zurückgekommen ist. Auch die Abläufe auf dem Platz werden von Einheit zu Einheit besser. Ich mache mir generell nur noch wenige Gedanken darüber, dass etwas passieren könnte – Kopf und Körper arbeiten da aktuell sehr gut zusammen. Das Training ist zwar intensiv, aber ich komme damit problemlos zurecht. Mein Ziel im Trainingslager ist es, den Oberschenkel wieder auf das gleiche Kraftniveau wie beim linken Bein zu bringen.

Du bist zusammen mit der Mannschaft ins Trainingslager gereist und bist auch mit beim Training, wenn auch mit einem Individualprogramm. An welchem Standpunkt deiner Reha bist du damit gerade?

Vom Gefühl her bin ich kurz davor, wieder teilweise ins Mannschaftstraining integriert zu werden. Das Trainingslager ziehen wir komplett durch und wenn wir zurück in Aachen sind und mein Oberschenkel weiterhin gut reagiert, können wir die nächsten Schritte gehen. Entscheidend ist dabei, dass wir die Kraftwerte weiterhin genau überprüfen.

Wie ist es für dich, nach der langen Zeit wieder so nah an der Mannschaft zu sein und den Alltag wieder gemeinsam zu erleben?

Es ist einfach schön, wieder ein Teil der Mannschaft zu sein und auch die neuen Spieler richtig kennenzulernen. Mir ist der Part neben dem Platz fast noch wichtiger: Gemeinsam im Hotel zu sein, zusammen zu essen und Gespräche zu führen.

Wie nimmst du das Trainingslager bisher wahr – sowohl sportlich als auch im Hinblick auf den Teamgeist?

Sehr positiv. Das, was ich bisher auf dem Platz gesehen habe, aber auch die Analysen, haben absolut Hand und Fuß. Wichtig ist, dass wir alle dieselbe Sprache sprechen. Für mich bedeutet das, Vollgas zu geben und keinen Prozentpunkt weniger zu investieren. Hier kann sich niemand rausnehmen. Das, was uns lange ausgezeichnet hat – mutig nach vorne zu spielen und ebenso mutig zu verteidigen, gerade auf dem Tivoli – braucht Kommunikation und Selbstbewusstsein. Genau daran arbeiten wir gerade. Wir trainieren klare Abläufe und das ist enorm wichtig.

Kommen wir nochmal zurück zu deiner Reha: Den ersten Teil davon hast du in München absolviert. Seit deiner zweiten OP arbeitest du mit Reha-Trainer Paul Igler Wilkens zusammen. Wie läuft eure Zusammenarbeit bisher ab?

Kurz nach meiner OP haben wir zehn Tage zusammengearbeitet für die Erstversorgung. Danach habe ich meine Reha in München angetreten und habe die ersten richtigen Schritte dort gemacht. Jetzt im Trainingslager ist unsere Zusammenarbeit nun so intensiv wie bisher noch nie.

Wir haben auch mit Paul vor unserem Interview gesprochen. Er spricht von dir in höchsten Tönen und bezeichnet dich als absoluten Vollprofi, der immer probiert das Maximum herauszuholen. Wie ist eure Beziehung zueinander?

Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Paul ist immer für einen lockeren Spruch zu haben und bringt selbst an langen und harten Tagen gute Laune mit. Das schätze ich sehr, denn die Reha ist immer auch eine Kopfsache. Wenn man dann einen Trainer an der Seite hat, der einem ein positives Gefühl gibt, macht das vieles einfacher. Wir sind sehr offen und ehrlich zueinander. Er sagt mir klar, wenn eine Übung nicht gut genug ist und genau so muss es sein. In der Reha muss ich an mein Limit gehen.

Die Fans sehnen deine Rückkehr herbei. Ab wann ist diese realistisch möglich?

Mein Ziel ist es Anfang Februar wieder mit dabei zu sein – gegen Rot-Weiss Essen

Kommende Woche geht es für uns in der 3. Liga wieder weiter. Was erwartest du für eine Rückrunde und worauf wird es für die Alemannia ankommen, um in dieser erfolgreich zu sein?  

Es wird nicht einfach in der Rückrunde, da die Mannschaften eingespielter sind als zu Beginn der Saison. Ich bin aber positiv gestimmt, dass wir das Ruder umreißen werden. Wir haben in der Hinrunde Fehler gemacht und arbeiten gerade hart daran, diese abzustellen. Wir wissen alle, um was es geht und werden alles dafür tun, um erfolgreich zu sein. Was wir dafür brauchen, ist der Mut und der Wille, dass wir in der Defensive alles wegverteidigen. Dabei dürfen wir uns nicht auf den Nebenmann verlassen, sondern jeder einzelne von uns muss voran gehen und seine Mitspieler unterstützen. Offensiv müssen wir mutig nach vorne spielen und den unbedingten Willen haben, das Tor zu erzielen. Wenn wir das tun, werden wir eine gute Rückrunde spielen.

Den Auftakt macht das Heimspiel gegen den VfL Osnabrück. Was für ein Gegner kommt hier auf den Tivoli?

Osnabrück hat eine sehr stabile Defensive und bis auf zwei Ausnahmen haben sie nur wenig Gegentore kassiert. Es wird ein knackiges Spiel, aber wir haben den Vorteil, dass wir auf dem Tivoli spielen. Dazu ist es das erste Spiel der Rückrunde. Da kommt – auch wenn wir nicht gut dastehen – wieder Euphorie auf. Wir glauben alle daran, dass wir den Bock umstoßen werden und wenn wir unsere PS auf die Straße bringen, können wir die Nase vorn haben.

Was ist deine Botschaft vor den Start der Rückrunde an die Fans?

Der Zusammenhalt hier in Aachen ist etwas Besonderes. Den hatten wir im Aufstiegsjahr und auch in der vergangenen Saison – und den brauchen wir jetzt wieder, gerade in einer Phase, in der es nicht so läuft. Das zeichnet Aachen aber auch aus. Ich kann mir vorstellen, wie die Fans sich fühlen und sie haben auch jedes Recht dazu. Das, was in der Hinrunde passiert ist, können wir aber nicht mehr ändern. Wir können aber die Zukunft ändern. Da müssen wir jetzt alle anpacken. Das wird zwar nicht von heute auf morgen passieren. Wenn aber jeder Gegner spürt, dass Fans, Mannschaft und Verein als eine Einheit zusammenstehen, ist hier viel möglich. Wir arbeiten sehr hart daran, das Vertrauen der Fans zurückzuzahlen und brauchen ihre Unterstützung auch in der Rückrunde. Unser Versprechen ist, dass wir alles geben werden.

Verwendung von Cookies

Diese Seite nutzt Cookies für Google-Analytics. Sie können Cookies akzeptieren oder ablehnen und Ihre Entscheidung jederzeit ändern.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Ablehnen Akzeptieren

Einstellungen

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Ablehnen Akzeptieren
Cookie Einstellungen Historie

Historie

alles löschen Schließen