Dirk Kall zu Zahlen, Prozessen und wirtschaftlichen Perspektiven
Zum Jahresende 2025 gibt Dirk Kall in seiner Funktion als kaufmännischer Geschäftsführer Einblicke in die wirtschaftliche Lage der TSV Alemannia Aachen GmbH. Im Fokus stehen der Jahresabschluss 2024/25, ein aktuelles wirtschaftliches Zwischenfazit sowie die mittelfristige finanzielle Planung des Vereins.
Dirk, das Jahr 2025 neigt sich dem Ende entgegen. Das ist ein guter Zeitpunkt, um auf den Jahresabschluss der Spielzeit 2024/25 zu blicken. Wie stellt sich dieser aus wirtschaftlicher Sicht für die Alemannia dar?
Auch wirtschaftlich betrachtet war die Saison 2024/25 ein Erfolg. Der geprüfte und testierte Jahresabschluss des letzten Geschäftsjahres der GmbH weist einen Jahresüberschuss von rund 375.000 Euro aus. Die Gesamtleistung betrug rund 16 Mio. Euro, wovon 15,7 Mio. Euro Umsatzerlöse waren. Darüber hinaus konnten wir unser Eigenkapital zum 30.06.2025 auf jetzt rund 2,3 Mio. Euro ausbauen. Dies ist für einen Drittligisten im ersten Jahr nach dem Aufstieg ein beachtliches Ergebnis, das uns neben dem Wirtschaftsprüfer auch der DFB entsprechend positiv bestätigt hat.
Du begleitest die finanziellen Themen des Vereins bereits seit mehreren Jahren und hast auch frühere Geschäftsführungen hierbei unterstützt. Wie würdest du die wirtschaftliche Entwicklung der Alemannia über diesen Zeitraum hinweg insgesamt einordnen?
Nach der Neugründung der TSV Alemannia Aachen GmbH infolge der zweiten Insolvenz im Jahr 2017 begann der wirtschaftliche Neustart mit dem Mindeststammkapital von 25.000 Euro. Seitdem hat der Verein Schritt für Schritt eine nachhaltige und gesunde wirtschaftliche Entwicklung genommen. Selbstverständlich wirkten sich die sportlichen Erfolge und insbesondere der Aufstieg in der Saison 2023/24 zusätzlich positiv aus. Von zentraler Bedeutung war, ist und bleibt vor allem die außerordentlich starke Unterstützung durch unsere Fans, Sponsoren und Partner. Aus rein wirtschaftlicher Sicht steht die Alemannia heute auf einem soliden Fundament, was für einen Drittligisten im zweiten Jahr alles andere als selbstverständlich ist. Gleichwohl bleibt die Schaffung stabiler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen eine jährliche Herausforderung, aber das gilt nicht nur für die Alemannia.
Ende November hat der DFB im Rahmen des Zulassungsverfahrens 2025/26 erneut die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Alemannia in vollem Umfang bestätigt. Kannst du unseren Fans erläutern, welche Bedeutung dieses Verfahren hat und wie der Prüfungsprozess abläuft?
Nach Einreichung der Bewerbungsunterlagen für das Zulassungsverfahren der nachfolgenden Saison Ende Februar eines jeden Jahres überprüft der DFB im Oktober erneut die dann aktuelle wirtschaftliche Situation. Grundlage hierfür sind unter anderem der Jahresabschluss zum 30.06. sowie die aktualisierten Planungen bis zum Saisonende, insbesondere im Hinblick auf klubspezifische Zulassungsauflagen. Alemannia hat Ende November die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in der laufenden Saison in vollem Umfang bestätigt erhalten. Darüber hinaus haben wir Mitte Dezember zudem vom DFB einen fünfstelligen Betrag für die Einhaltung der wirtschaftlichen Planwerte ausgelobt bekommen.
Wenn wir auf die laufende Spielzeit blicken, bietet sich ein erstes wirtschaftliches Zwischenfazit an. Liegt die Alemannia dabei im Rahmen der zu Saisonbeginn aufgestellten Planungen?
Ja! Auch wenn sich einzelne Positionen – wie zum Beispiel das Ticketing – etwas anders als geplant entwickelt haben, liegen wir zum Halbjahr im Rahmen der aufgestellten wirtschaftlichen Planungen. Dennoch ist die Erreichung der Planwerte für die laufende Saison kein Selbstläufer, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen sportlichen Situation.
Zuletzt wurde kommuniziert, dass das Sport-Budget noch nicht vollständig ausgeschöpft ist. Welche grundsätzlichen Möglichkeiten ergeben sich daraus mit Blick auf das Wintertransferfenster?
Für die Wintertransferperiode steht im Rahmen der Planungen Budget für die gezielte Verstärkung des Kaders zur Verfügung. Ich werde alles tun, um die sportlichen Planungen mit entsprechenden finanziellen Mitteln zu unterstützen. Hierzu stehe ich in einem permanenten und konstruktiven Austausch mit Rachid und dem Aufsichtsrat.
Über das aktuelle Geschäftsjahr hinausgedacht: Welche wirtschaftlichen Leitplanken und Perspektiven gibt es für die Alemannia in den kommenden Jahren?
Ganz ehrlich: Ich möchte Stand jetzt nicht zu viel über die kommenden Jahre sprechen. Selbstverständlich planen wir mit mehreren sportlichen Szenarien, um auf alle möglichen Entwicklungen vorbereitet zu sein. Jetzt liegt der Fokus aber erstmal zu 100 % auf der aktuellen Saison und der maximalen Unterstützung aus wirtschaftlicher Sicht. Auch wenn die wirtschaftlichen Budgetplanungen und das Zulassungsverfahren für die kommende Saison bereits gestartet sind.
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