Fr, 9. Januar 2026

„Es ist eine Herzensangelegenheit“

Sérgio Pinto über seinen Start bei der Alemannia

Seit Jahresbeginn ist Sérgio Pinto zurück bei Alemannia Aachen. In seiner neuen Rolle als Kaderplaner spricht der ehemalige Spieler der Schwarz-Gelben über arbeitsintensive erste Tage, lange Nächte in der Transferphase, die enge Zusammenarbeit mit Rachid Azzouzi und warum seine Rückkehr für ihn weit mehr ist als nur ein Job.

Sérgio, du bist seit Start des neuen Jahres wieder bei der Alemannia. Wie hast du deine ersten Tage erlebt?
Ich habe die ersten Tage genutzt, um die Spieler, den Staff und die Mitarbeiter kennenzulernen, sowie um die Abläufe im Verein zu verstehen. Für mich geht es gerade von null auf hundert, da wir uns mitten in der Transferphase befinden. Es ist viel zu tun, aber es macht Riesenspaß.

Wenn man dich beobachtet hat, hat man fast immer das Telefon bei dir in der Hand gesehen und oft ging es auch bis spät in die Nacht. Kann man deine ersten Tage als durchaus arbeitsintensiv beschreiben?
Ja, auf jeden Fall, aber das ist auch ganz normal. Wenn man neu ist, möchte man sich natürlich schnellstmöglich einen Überblick verschaffen und die Menschen kennenlernen, mit denen man zusammenarbeitet. Dass ich viel am Handy bin, ist nicht außergewöhnlich, da vieles in meinem Job darüber läuft. Außergewöhnlich sind aktuell eher die Arbeitszeiten, die weit bis nach Mitternacht gehen. Es gibt wirklich viele Themen, an denen wir arbeiten. Irgendwann werde ich bestimmt auch gegen 20 oder 21 Uhr in den privaten Modus schalten können, aber in der Transferphase geht es eben länger.

Du bist bei den Schwarz-Gelben als Kaderplaner eingestiegen. Was ist hier genau dein Aufgabenfeld? Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Es ist nicht nur die Planung des Kaders – ich versuche überall zu helfen, wo meine Unterstützung und Erfahrung gebraucht wird. Ich bin im ständigen Austausch mit Rachid, den Spielern, dem Trainerteam und mit Beratern, die Vorschläge haben.

Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen dir und Rachid genau aus?
Wir besprechen Spielerprofile sowie Themen rund um die Mannschaft. Wenn ich etwas habe, kann ich jederzeit zu ihm gehen und andersherum genauso. Wir kennen uns schon lange und wissen, dass wir miteinander harmonieren. Insgesamt ist unsere Zusammenarbeit sehr eng.

Du hast es gerade schon angesprochen: Ihr kennt euch bereits seit geraumer Zeit – seit deiner Zeit bei Fortuna Düsseldorf.
Genau. In Düsseldorf war ich zunächst noch Spieler und begann die ersten Schritte als Scout. Damals war Rachid Sportdirektor und wir haben uns zum ersten Mal persönlich kennengelernt. Er hat mich im Anschluss nach Fürth geholt, wo ich meine erste Führungsposition antreten durfte – dort wurde Rachid dann zu meinem Mentor. Ich habe unheimlich viel von ihm gelernt und tue das auch weiterhin.

Du warst auch als Spieler hier in Aachen aktiv. Woran denkst du als Erstes, wenn du an deine Zeit bei der Alemannia zurückdenkst?
Als Erstes fällt mir sofort der alte Tivoli ein – ein besonderes Stadion mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Ich hatte sehr viel Spaß in Aachen auf dem Tivoli zu spielen. Es gab auch viele Spiele, an die ich mich bis heute gerne erinnere. Wir haben im Europapokal gespielt – mit einem unglücklichen Ausscheiden in Alkmaar – wir sind aufgestiegen und haben in der Bundesliga gespielt. Es sind Zeiten, die ich in meinem Leben nicht missen möchte. Durch die ganzen Emotionen und Erfahrungen wurde Aachen zu meiner Wahlheimat.

Hast du Nachrichten von alten Weggefährten aus deiner Aachener Zeit erhalten, nachdem deine Verpflichtung öffentlich wurde?
Wir sind kurz nach der Veröffentlichung meines Starts bei der Alemannia nach Antalya geflogen. Als ich nach der Landung mein Handy wieder eingeschaltet habe, hatte ich über 200 WhatsApp-Nachrichten. Auch in den Tagen danach habe ich noch sehr viele Nachrichten bekommen – darunter sehr viele von Menschen, die sich freuen, dass ich wieder bei der Alemannia bin. Einige waren auch skeptisch, aber die brauchen keine Angst zu haben. Ich werde mein Bestes für die Alemannia geben. Es ist für mich nicht nur ein Job – es ist eine Herzensangelegenheit.

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