Fr, 10. Juni 2011

„Ray“ Yabo musste nicht lange überlegen

Mittelfeldspieler unterschreibt am Tivoli – Hoffnung auf die gute Mischung

Graues Jackett, die passende Mütze, dazu eine randlose Brille – Reinhold Yabo kommt ziemlich stilsicher daher. Passend dazu präsentiert sich der 19-jährige Leihspieler vom 1. FC Köln im Interview wortgewandt, kurz nachdem er am Freitag einen Einjahresvertrag am Tivoli unterschrieben hat.

Reinhold, du wirst als eines der hoffnungsvollsten Talente Deutschlands gehandelt. Wie weit siehst du dich selbst in deiner Entwicklung und wie groß ist der Druck, der dadurch auf dir lastet?
Druck mache ich mir wirklich keinen! Ich bin froh, dass ich das Talent habe Fußball zu spielen, ich mach’s gerne, leidenschaftlich, und versuche daraus auch das Bestmögliche zu machen. Natürlich will man auch erfolgreich sein. Aber ich sage immer: Was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Wenn man immer weiter an sich arbeitet, wird man auch seine Ziele erreichen. Ich lasse alles auf mich zukommen.

Es gab einige Vereine, die dich gerne verpflichtet hätten. Was hat dich letztendlich dazu bewegt, an den Tivoli zu wechseln?
Aachen ist super! Ich bin hier in der Nähe aufgewachsen, in Aldenhoven. Ich war als Junge auch hier bei der Alemannia in der Fußballschule. Ich war mit Aachen schon immer verbunden. Als ich gehört habe, dass die Möglichkeit besteht, hierhin wechseln zu können, da musste ich nicht lange überlegen. Das hat mich super gefreut.

Wirst du wieder in Niedermerz wohnen?
Meine Wohnung habe ich in Köln, und die werde ich auch halten. Aber ich werde natürlich jetzt, da ich hier spiele, wieder öfter bei meinen Eltern zu Hause sein.

Du bist noch ein sehr junger Spieler, wie die meisten deiner Mitspieler bei Alemannia. Wie viel kann eine so junge Mannschaft voneinander lernen und wie wichtig ist die Rolle des Trainers in dieser „Rasselbande“?
Dortmund hat’s vorgemacht, dass man auch mit vielen jungen Spielern etwas erreichen kann. Wir sind jung, wir sind willig. Wir ackern, wir laufen und ich denke, dass die Harmonie gerade bei so jungen Spielern sehr gut funktioniert. Wenn man dann noch ein paar erfahrene Spieler hat, die man definitiv haben muss, ergibt das im Ganzen eine sehr gute Mischung. Ein guter Trainer ist natürlich überlebenswichtig.

Du warst acht Jahre beim 1. FC Köln und hast die komplette Jugend durchlaufen. Wie gespannt bist du jetzt auf die Herausforderung bei einem anderen Verein?
Das ist mein erster Wechsel zu einem anderen Verein – eine ganz neue Erfahrung, auf die ich mich freue. Es ist mal was anderes, das bringt mich auch als Mensch weiter. Die neue Aufgabe kann ich nur mit Begeisterung und Überzeugung angehen.

Du hast viel Erfahrung in den Jugendauswahlen des DFB gesammelt. Hast du dort schon jemanden der aktuellen Alemannia-Akteure kennen gelernt? Und wie siehst du selbst deine Chancen, dich dort weiterhin zu etablieren?
Durch die älteren Jahrgänge habe ich Marco Stiepermann, Lennart Hartmann und Shervin Radjabali-Fardi kennen gelernt. Wir haben in Katar mal mit dem 92-er gegen den 91-er Jahrgang gespielt, da hat sich der erste Kontakt gebildet. In der Nationalmannschaft hoffe ich, dass ich weiterhin viele Spiele für Deutschland machen kann. Dafür werde ich alles geben.

In der vergangen Saison kamst du auf fünf Erstligaeinsätze. Wie wichtig ist es jetzt, auch in der Zweiten Liga Spielpraxis zu sammeln?
Das ist immens wichtig. Spielpraxis zu sammeln ist immer wichtig, ein Muss für einen Spieler, um sich weiterentwickeln zu können. Wenn du nicht spielst, wie willst du auch besser werden? Ich freue mich, dass ich hier bin, um mich persönlich weiterzuentwickeln und für die Mannschaft meinen Teil dazu beizutragen, damit wir auch erfolgreich sind.

Was wünschst du dir für die kommende Spielzeit bei Alemannia Aachen?
Eine gute Harmonie, eine geschlossene Einheit, Spielpraxis und letztendlich Erfolg.