Fr, 13. Februar 2026

Der SSV Ulm 1846 im Gegnercheck

Neu entflammte Hoffnung nach vielen Schicksalsschlägen

Hinter dem SSV Ulm liegen ein paar turbulente Jahre: Aufstieg in die 3. Liga, Durchmarsch in die 2. Bundesliga, darauf der Abstieg aus der zweithöchsten deutschen Spielklasse und nun droht in dieser Saison der Absturz in die Regionalliga Südwest. Wir haben den kommenden Gegner der Alemannia unter die Lupe genommen.

Die Hoffnungen beim SSV Ulm liegen auf Pavel Dotchev. Der Rekordtrainer der 3. Liga wurde zum Ende der Hinrunde von den Ulmer Spatzen als neuer Cheftrainer installiert – er ist der dritte Würdentrainer dieses Amtes in dieser Spielzeit in Ulm. Und damit durchläuft der Bulgare seine achte Trainerstation in der 3. Liga und steht zudem vor seinem 376 Spiel in eben jener Spielklasse.

Mit ihm als Trainer kamen auch die Erfolgserlebnisse zurück zu den Spatzen – wenn auch mit Verspätung: Denn während er seine ersten beiden Spiele an der neuen Wirkungsstätte noch verloren geben musste, konnte er mittlerweile in drei Spielen seine Mannschaft zum Sieg coachen. Zwei dieser Spiele liegen in der Rückrunde. In dieser gewannen die Ulmer nämlich mit 0:3 bei Erzgebirge Aue und mit 1:0 im heimischen Donaustadion gegen den MSV Duisburg. Es war das erste Mal in der laufenden Spielzeit, dass der SSV zwei Spiele in Serie gewinnen konnte.

Ein Grund dafür ist auch die Tatsache, dass die Ulmer in den vier bisherigen Rückrundenspielen nur drei Gegentore kassiert haben. Dabei sind sie mit 47 Gegentoren die zweitschlechteste Defensive der Liga – geteilter Platz mit dem TSV Havelse. Die neu dazugewonnene defensive Stärke resultiert auch aus zwei Faktoren: In der Winterpause liehen die Spatzen Innenverteidiger Luca Bazzoli von Rot-Weiss Essen aus, welcher in der Rückrunde in der Viererkette gesetzt ist. Dazu hat Pavel Dotchev auch auf der Torhüterposition einen Wechsel vorgenommen, der sich bislang bezahlt macht. Der U17-Weltmeister ist vom FC Bayern München ausgeliehen und hat Christian Ortag im Tor der Spatzen verdrängt. Für die Offensive wurde zudem Mirnes Pepic verpflichtet. Der Spieler kennt Dotchev noch aus ihrer gemeinsamen Zeit in Aue. Wie es so kommen musste, erzielte er sein erstes Tor für den neuen Arbeitgeber direkt gegen Aue.

Viele Schicksalsschläge in der Hinrunde

Aber wie ist der SSV Ulm überhaupt in die Situation gekommen, dass er um den Klassenerhalt bangen muss? Die Spatzen mussten gleich mehrere Hiobsbotschaften über sich ergehen lassen. So verletzte sich direkt am ersten Spieltag SSV-Legende und Kapitän Johannes Reichert schwer mit einem Kreuzbandriss. Es folgten noch drei weitere Spieler, die sich das Kreuzband rissen – Stürmer Dominic Martinovic, Verteidiger Jonas David sowie Mittelfeldspieler Marcel Wenig.

Der SSV Ulm hatte aber auch eine gute Phase in der Hinrunde und zwar zwischen dem siebten und neunten Spieltag. An diesen drei Spieltagen sammelten die Ulmer sieben Punkte und fuhren am 9. Spieltag einen 5:1-Sieg im Donaustadion gegen den 1. FC Schweinfurt ein. Es war der höchste Ligasieg der Ulmer – es folgte nur noch ein weiterer im Anschluss in der Hinrunde.

Spieler im Fokus: Abu-Bekir Ömer El-Zein

Der SSV Ulm hat Abu-Bekir Ömer El-Zein in der Winterpause aus Magdeburg verpflichtet und hiermit scheinbar ein gutes Händchen bewiesen. In den letzten drei Partien war der offensive Mittelfeldspieler nämlich jeweils an einem Ulmer Treffer beteiligt. Gegen den MSV Duisburg sogar in teilweise ungewohnter Position. Trainer Dotchev beorderte den 22-Jährigen nämlich auf die Neun, wo er per Kopf den eminent wichtigen Siegtreffer für die Spatzen erzielte.

Eine allzu große Umstellung war es für El-Zein jedoch nicht, da er bereits in der Dortmunder Jugend drei Jahre lang auf dieser Position auflief. Mit seinen zuletzt gezeigten Leistungen hat er auf jeden Fall seinen Anteil daran, dass der SSV Ulm in Reichweite zu den Nichtabstiegsplätzen ist.

Blick in die Historie: Alemannias Sieg im Schneegestöber

Die Mannschaft von Alemannia-Trainer Erhard Ahmann gastierte im Dezember 1993 beim SSV Ulm und wusste das Auswärtsspiel für sich zu nutzen. Die Schwarz-Gelben zeigten sich im Mittelfeld wesentlich kompakter und kampfstärker als die Ulmer. Während sich die Hausherren nicht mit dem schneebedeckten Platz anfreunden konnten und sich in der Abwehr zu fehleranfällig zeigten, wusste die Alemannia eben jene Fehler auszunutzen.

So stellten Stürmer Helmut Rombach und Verteidiger Friedhelm Sturm bereits in der ersten Hälfte die Weichen auf Auswärtssieg. Zwar kamen die Hausherren kurz vor Schluss durch Erich Steer noch zum Anschlusstreffer, doch die Aachener brachten das Ergebnis über die Zeit und sprangen am 18. Spieltag der 2. Bundesliga auf den 4. Tabellenplatz.

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