Der TSV Havelse im Gegnercheck
Das Ende einer bemerkenswerten Saison liegt vor der Alemannia. Zum Abschluss gastiert nun der TSV Havelse auf dem Tivoli. Die Niedersachsen stehen bereits als Absteiger fest und müssen die 3. Liga nach nur einem Jahr wieder verlassen. Wir haben vorab einen Blick auf den Gegner der Alemannia geworfen.
Den Gang zurück in die Regionalliga kann Havelse aber erhobenen Hauptes antreten. Das liegt nicht nur am Sieg gegen den 1. FC Schweinfurt 05 am vergangenen Spieltag, den sie in Unterzahl erkämpften. Stattdessen zeigte der TSV seit dem 15. Spieltag auch ergebnistechnisch ansprechende Leistungen und sammelte in diesem Zeitraum insgesamt 30 Punkte. Dabei ärgerten die Niedersachsen immer wieder vermeintlich stärkere Gegner. So holten sie – ebenfalls in Unterzahl – ein 0:2 gegen den SC Verl noch auf, gewannen mit 4:1 beim SV Wehen Wiesbaden und setzten sich sowohl gegen den VfB Stuttgart II als auch gegen Viktoria Köln mit 3:2 durch.
Damit wären wir aber auch bei einem der beiden Hauptgründe für den Abstieg: dem Saisonstart. Nach den ersten 14 Spieltagen zeichnete sich bereits deutlich ab, dass es für Havelse schwierig werden würde, die Klasse zu halten. Die Niedersachsen hatten bis dahin kein einziges Spiel gewonnen, fünfmal unentschieden gespielt und neun Partien verloren. Damit standen lediglich fünf Punkte zu Buche – bei bereits zwölf Zählern Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Nie zuvor musste eine Mannschaft in der Geschichte der 3. Liga so lange auf den ersten Saisonsieg warten. Umso bemerkenswerter ist es allerdings, wie sich die Mannschaft von Trainer Samir Ferchichi danach präsentierte. Schon zu Saisonbeginn war ihr der Einsatz nicht abzusprechen, doch häufig fehlten Kleinigkeiten zum Sieg.
Offensiv auf Kosten der Defensive
Dass Havelse mutig und offensiv nach vorne spielt, zeigt auch ein Blick auf die Statistik. 56 Tore erzielten die Niedersachsen im Laufe der Saison. Von den Teams auf den Tabellenplätzen acht bis 20 haben lediglich zwei Mannschaften häufiger getroffen als der TSV Havelse.
Die offensive Ausrichtung ging allerdings häufig zulasten der Defensive. Mit 83 Gegentoren stellt der TSV gemeinsam mit dem 1. FC Schweinfurt 05 den schwächsten Defensivwert der Liga. Lediglich in zwei Spielen blieb Havelse ohne Gegentor – beide Male in der starken Rückrunde.
Spieler im Fokus: Nassim Boujellab
Apropos Rückrunde: In dieser hat auch Nassim Boujellab auf sich aufmerksam gemacht. Denn der ehemalige Nationalspieler Marokkos drehte in dieser so richtig auf. Alle seine sieben Saisontore erzielte er in diesem Kalenderjahr. Dazu kommen noch fünf Vorlagen. Vor allem am letzten Spieltag gegen Schweinfurt konnte er seine Torbeteiligungen weiter nach oben schrauben: Gegen die „Schnüdel“ gelangen ihm nämlich zwei Tore sowie die entscheidende Vorlage zum 3:2-Sieg.
Doch nicht nur sportlich sorgt Boujellab für Schlagzeilen – auch seine Zukunft ist bereits geklärt. Zur kommenden Saison wechselt der Mittelfeldakteur an die Donau zum SSV Jahn Regensburg und wird somit weiterhin in der 3. Liga auflaufen und damit auch in der kommenden Spielzeit gegen die Alemannia spielen.
Blick in die Historie: Vom Remis zur Aufholjagd
Das bislang einzige Duell zwischen Alemannia Aachen und dem TSV Havelse fand in der Hinrunde statt und endete mit einem 1:1-Unentschieden, das sinnbildlich für eine schwierige erste Saisonhälfte der Kaiserstädter stand. Auf einem schwer zu bespielenden Geläuf hatten die Kaiserstädter zwar die besseren Chancen, wussten diese aber nicht zu nutzen. Kurz vor Schluss sorgte Marco Ilic mit einem Distanztor für lange Gesichter bei den Kaiserstädtern. Im direkten Gegenzug erzielte Otschi Wriedt aber den Ausgleich.
Das Tor sorgte aber nur kurz für Jubel, denn das Unentschieden war damals zu wenig für die Alemannia. So mussten die Kaiserstädter mit 21 Punkten unter dem Strich überwintern. Was danach folgte – Rückrundenauftakt gegen Osnabrück außen vorgelassen – war ein bis dato sensationelles Fußballjahr 2026.
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