Endlich rollt der Ball wieder in der 3. Liga: Nach der Länderspielpause empfängt die Alemannia den FC Ingolstadt 04 auf dem Tivoli. Wir werfen vorab einen Blick auf den Gegner aus Oberbayern.
Die Enttäuschung bei den Schanzern war nach der vergangenen Saison groß. Lange Zeit schnupperte der FCI an den Aufstiegsrängen, doch im Saisonendspurt gingen spürbar die Kräfte aus. Am Ende stand Rang zehn und damit die Gewissheit, dass es auch im vierten Jahr in Folge in der 3. Liga weitergeht und nicht in der 2. Bundesliga.
Der Sommer brachte daraufhin einen massiven Umbruch: Gleich 16 Spieler verließen den Verein. Zu den prominentesten Abgängen zählten Deniz Zeitler (TSG Hoffenheim), Felix Keidel (SV Elversberg), Pascal Testroet (SV Sandhausen), Mladen Cvjetinovic (Holstein Kiel) und Benjamin Kanuric, der sich dem portugiesischen Zweitligisten Leixões SC anschloss. In der Länderspielpause kam noch Bewegung ins Trainerteam: Co-Trainer Ilia Gruev schloss sich Fortuna Düsseldorf an und verstärkte dort das Trainerteam rund um Markus Anfang. Seine Position übernahm Patrick Schönfeld, bislang Trainer der U21 und im Nachwuchsbereich der Schanzer mit einem sehr guten Ruf ausgestattet.
Schwieriger Saisonstart nach Kaderumbruch
Nach solch tiefgreifenden Veränderungen war klar, dass der Saisonstart kein Selbstläufer werden würde. Es folgten fünf Spiele ohne Sieg in der Liga zum Saisonstart. Der Tiefpunkt war die bittere Heimpleite gegen den Aufsteiger FC Schweinfurt 05. Die Schanzer kassierten trotz Überzahl in der Schlussphase das entscheidende Gegentor. Eine Woche später folgte dann die Reaktion - beim 6:2-Kantersieg gegen den TSV Havelse. Die Ingolstädter lagen früh im 0:2 in Rückstand und alles sah nach einem gebrauchten Tag für den FCI aus. In der Folge drehte die Mannschaft von Trainerin Sabrina Wittmann aber mächtig auf und drehte die Partie - ebenfalls wieder in Überzahl.
Seitdem zeigt die Formkurve nach oben: Nur eines der letzten fünf Spiele ging verloren. Der 4:1-Erfolg gegen den SSV Ulm 1846 am vergangenen Spieltag beendete zudem eine Durststrecke von 188 Tagen ohne Heimsieg. Und natürlich fiel eines der vier Tore wieder per Kopf – denn die Schanzer sind in dieser Saison die unangefochtenen „Könige der Lüfte“. Acht ihrer Treffer erzielten sie per Kopf, drei mehr als der zweitbeste Liga-Wert von Rot-Weiss Essen. Standardsituationen zählen also zu den größten Waffen der Ingolstädter – genauso wie die Phase kurz vor der Pause: Kein anderes Team traf in den 15 Minuten vor dem Halbzeitpfiff häufiger (fünfmal) als der FCI.
Dennoch blicken die Schanzer bislang erst auf zwei Siege in der aktuellen Spielzeit zurück. Die meisten ihrer Spiele endeten nämlich in einer Punkteteilung - etwas, was den Fans der Schwarz-Gelben nach der letzten Saison noch gut bekannt ist. Und so steht der FC Ingolstadt nach zehn Spieltagen mit elf Punkten auf Tabellenplatz 14 - in direkter Schlagdistanz der Alemannia.
Spieler im Fokus: Marcel Costly
Es ist bereits Costlys elfte Saison in der 3. Liga – und nach zehn Spieltagen deutet vieles darauf hin, dass es seine bislang beste werden könnte. Der Flügelspieler präsentiert sich in Topform: Vier Tore und fünf Assists hat er schon auf dem Konto, hinzu kommen zwei weitere Treffer im Bayerischen Pokal. Beim jüngsten 4:1-Erfolg gegen den SSV Ulm war Costly einmal mehr der überragende Mann auf dem Platz. Zwei Tore erzielte er selbst, das vierte legte er mustergültig auf. Bemerkenswert: In der Liga traf er bislang nur in zwei Spielen – dafür jeweils doppelt. Und immer, wenn Costly getroffen hat, ging der FCI am Ende auch als Sieger vom Platz. Auch seine Konstanz beeindruckt: In den letzten drei Partien war der 29-Jährige an insgesamt fünf Toren direkt beteiligt.
Blick in die Historie
Das letzte Aufeinandertreffen mit dem FC Ingolstadt dürfte den Fans der Alemannia noch lebhaft in Erinnerung sein. Am 28. Spieltag der vergangenen Rückrunde gastierten die Kaiserstädter in Oberbayern – und feierten dort nach acht sieglosen Ligapartien den ersehnten Befreiungsschlag. Mit 3:0 setzten sich die Schwarz-Gelben dank der Treffer von Anton Heinz, Danilo Wiebe und Saša Strujić auch in der Höhe verdient durch. Es war erst die zweite Heimniederlage des FCI in der gesamten bisherigen Saison – und für die Alemannia der Startschuss zu einer starken Schlussphase.
Auf das Erfolgserlebnis in Ingolstadt folgten zwei weitere Siege gegen Hansa Rostock sowie die SpVgg Unterhaching und letztendlich der vorzeitige Klassenerhalt in der 3. Liga am vorletzten Spieltag.
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