Der VfL Osnabrück im Gegnercheck
Mit 32 Punkten hat der VfL Osnabrück die Hinrunde der 3. Liga auf Tabellenplatz sechs abgeschlossen und befindet sich damit in direkter Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen. Noch weiter oben hätten die Niedersachsen stehen können, wäre die Bilanz der letzten Wochen konstanter ausgefallen: Drei Niederlagen aus den vergangenen fünf Partien verhinderten eine noch bessere Ausgangslage. Ungeachtet dessen ist die Entwicklung des VfL bemerkenswert – insbesondere mit Blick auf die Vorsaison. Zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres standen die Lila-Weißen mit lediglich 15 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Eine starke Rückrunde unter Trainer Marco Antwerpen sicherte damals den Klassenerhalt.
Unter dem neuen Cheftrainer Timo Schultz präsentiert sich der VfL Osnabrück nun deutlich stabiler und vor allem defensiv extrem gefestigt. In den bisherigen 19 Saisonspielen kassierten die Niedersachsen lediglich 21 Gegentore – der zweitbeste Wert der Liga hinter dem F.C. Hansa Rostock. Auffällig: Gegentreffer zu psychologisch ungünstigen Zeitpunkten blieben bislang aus. Sowohl in der Nachspielzeit der ersten Hälfte als auch nach der 90. Minute ist Osnabrück noch ohne Gegentor. Eine noch beeindruckendere Statistik wurde lediglich durch zwei Ausreißer getrübt: Gegen die TSG Hoffenheim II und den SC Verl musste der VfL insgesamt acht Gegentreffer hinnehmen.
Wenn Feuerwerk dann in der Fremde
Während die Defensive der Lila-Weißen somit voll im Soll liegt, sieht es auf der anderen Seite noch ausbaufähig aus: Mit bislang 26 erzielten Treffern stellt der VfL nämlich eine der harmloseren Offensiven der Liga (fünfschlechtester Wert). Insgesamt fielen in Osnabrücker Spielen erst 47 Tore – Ligatiefstwert. Das torlose Remis zum Saisonauftakt gegen die Alemannia war somit bereits ein Vorgeschmack auf den bisherigen Saisonverlauf. Auffällig ist zudem die Verteilung der Treffer: Während 20 Tore in der zweiten Halbzeit erzielt wurden, gelangen in den ersten 45 Minuten lediglich sechs Treffer.
Besonders gefährlich ist der VfL Osnabrück in der Fremde. Mit fünf Siegen, zwei Unentschieden und nur zwei Niederlagen stellen die Niedersachsen eines der besten Auswärtsteams der 3. Liga. Zwar gingen das erste sowie das letzte Auswärtsspiel der Hinrunde verloren, doch insgesamt erzielte Osnabrück 17 seiner 26 Tore auf fremdem Platz. Das liegt auch daran, dass sie gegen Waldhof Mannheim und SSV Ulm 1846 Fußball gleich neun Tore erzielten.
Spieler im Fokus: Lars Kehl
Gerade einmal 23 Jahre alt, hat Lars Kehl bereits bemerkenswerte Erfahrung gesammelt. Der offensive Mittelfeldspieler des VfL kommt auf 119 Einsätze in der 3. Liga sowie zehn weitere Spiele in der 2. Bundesliga. In dieser Zeit feierte er mit der zweiten Mannschaft des SC Freiburg sogar die Vizemeisterschaft in der 3. Liga – und trug dazu selbst maßgeblich bei.
Aktuell ist Kehl dabei, die torreichste Saison seiner bisherigen Karriere zu spielen. Während er in der Vorsaison in 34 Partien an 13 Treffern beteiligt war, steht er nach 19 Spieltagen bereits bei zehn Torbeteiligungen – vier Tore und sechs Vorlagen. Doch nicht nur in der Statistik überzeugt der 23-Jährige: Mit hoher Spielintelligenz, großer Laufbereitschaft sowie einer ruhigen und fokussierten Ausstrahlung prägt er das Offensivspiel seiner Mannschaft.
Blick in die Historie: Mika Hanraths Kopfball ins Glück
Das letzte Heimspiel auf dem Tivoli gegen den VfL Osnabrück hatte es in sich: 28.745 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen, wie die Alemannia dank eines 1:0-Siegs einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt machte.
Kapitän Mika Hanraths brachte die Fans nach gut einer halben Stunde zum Toben. Nach einem Freistoß köpfte er den Ball präzise rechts unten ins Tor – hinter dem Gehäuse explodierte die Werner-Fuchs-Tribüne vor Freude. Chancen, vor der Pause nachzulegen, vergaben Anas Bakhat und Bentley Baxter Bahn. In der zweiten Halbzeit mussten die Alemannen leiden: Der VfL drückte auf den Ausgleich, doch die Aachener Abwehr hielt stand. Am Ende stand der Heimsieg und damit der vorletzte Schritt auf dem Weg zum Ligaverbleib.
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