Di, 13. Oktober 2026

Die Rostocker Standard-Könige

Der F.C. Hansa Rostock im Gegnercheck

Nach neun absolvierten Spieltagen steht Hansa Rostock mit 15 Punkten in direkter Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen. Die Verantwortlichen der Kogge haben vor der Saison das klare Ziel ausgerufen, die Rückkehr in die 2. Bundesliga zu erreichen. Die letzten Jahre lief der FCH jedoch seinen schlechten Saisonstarts hinterher und verpasste jeweils den Aufstieg. Dies soll sich nicht ein drittes Mal wiederholen.

Aus diesem Grund reagierte der Verein auch bereits nach dem 5. Spieltag. Nach der 0:4-Niederlage bei Viktoria Köln wurde Cheftrainer Daniel Brinkmann von seinen Aufgaben entbunden – es war die erste Saisonniederlage. Dennoch zeigte die Niederlage gegen die Viktoria eines auf: Die Defensive der Kogge ist für das erwünschte Ziel 2. Bundesliga noch zu anfällig. 17 Gegentore sind einer der schlechteren Werte der 3. Liga.

Spitzenreiter ist der F.C. Hansa Rostock dagegen nach Standardtreffern. Zehn ihrer 17 Tore fielen nach ruhenden Bällen. Ein beeindruckender Wert, der allerdings auch aufzeigt, dass die Kogge aus dem Spiel bislang zu wenig Tore erzielt.

André Breitenreiter soll die Rostocker zum Aufstieg führen

Die Mission „2. Bundesliga“ soll nach der Freistellung von Daniel Brinkmann Trainer André Breitenreiter übernehmen. Der 53-Jährige feierte mit einem 2:0-Sieg bei den Würzburger Kickers auch den perfekten Einstand, konnte ihn aber nicht veredeln. Im Heimspiel gegen den SV Meppen setzte es nämlich gegen einen tiefstehenden Gegner eine 0:2-Niederlage – beide Tore fielen nach Eckbällen, bei denen die Rostocker sonst selbst für so viel Gefahr sorgen.  

Dennoch weiß André Breitenreiter ganz genau, wie er eine Mannschaft zum Aufstieg führen kann. Sowohl mit dem SC Paderborn als auch mit Hannover 96 feierte er Aufstiege in die Beletage des deutschen Fußballs.

Spieler im Fokus: Leon Dajaku

Für Leon Dajaku ging es im Sommer vom SSV Ulm 1846 an die Ostseeküste. Nach neun absolvierten Spieltagen scheint sich der Wechsel für den Offensivspieler gelohnt zu haben. Dajaku kam in acht von neun Ligaspielen für seinen neuen Arbeitgeber zum Einsatz. Ein Grund hierfür ist die besagte Standardstärke der Rostocker. Der 25-Jährige hat von den vier Rostocker Eckballtoren nämlich drei Stück vorbereitet. Hinzu kommen zwei selbst erzielte Tore.

Zudem kennt sich nicht nur André Breitenreiter damit aus, wie es sich anfühlt, aufzusteigen. Bei seiner ersten Meisterschaft in der 3. Liga mit den Amateuren des FC Bayern durfte Leon Dajaku zwar noch nicht den Gang in die 2. Bundesliga antreten, da für Zweitvertretungen die 3. Liga das höchste der Gefühle ist. Mit dem SSV Ulm durfte er dafür nach seiner zweiten Drittligameisterschaft den Aufstieg feiern und auch international sammelte er ähnliche Erfahrungen: 2022 stieg er mit dem mittlerweile in der Premier League spielendenden AFC Sunderland von der League One in die Championship auf – die zweithöchste Liga Englands.

Ob Dajaku allerdings gegen die Alemannia zum Einsatz kommen kann, ist aktuell fraglich. Der Offensivspieler war zuletzt erkältet. 

Blick in die Historie: Eine vermeidbare Zitterpartie

Das ein oder andere Mal musste Alemannia Aachen in der Aufstiegssaison 2005/06 am Montagabend ran. So auch im Heimspiel gegen Hansa Rostock. Die Kaiserstädter waren in der Anfangsphase sowohl spielerisch als auch läuferisch das bessere Team und gingen verdient mit 1:0 in Führung. Eine Flanke von Laurentiu Reghecampf verwertete Marius Ebbers mit Hilfe des Innenpfostens. Die Gäste schlugen jedoch zurück: Nach einem schnell ausgespielten Angriff erzielte Tobias Rathgeb mit einem Flachschuss ins rechte Eck das zwischenzeitliche 1:1.

Die Alemannia blieb aber tonangebend und erzielte vor der Pause noch zwei weitere Tore. Zunächst war Laurentiu Reghecampfs Freistoßversuch erfolgreich, ehe Emil Noll nach einer Ecke das dritte Tor erzielte. Nach dem Seitenwechsel spielten die Kaiserstädter groß auf, verpassten es allerdings, den vierten Treffer nachzulegen. Stattdessen zirkelte Kevin Hansen für den FCH einen Freistoß ins linke Eck. So musste die Alemannia trotz Überlegenheit bis zum Ende zittern, brachte den Sieg aber über die Zeit und machte einen großen Schritt Richtung 2. Bundesliga.

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