Die U21 des VfB Stuttgart im Gegnercheck
In der Saison 2026/27 trifft Alemannia Aachen in der 3. Liga auf zwei Zweitvertretungen, die des VfB Stuttgart und die der TSG Hoffenheim. Am kommenden Spieltag steht mit dem Duell gegen die jungen Schwaben das erste dieser Aufeinandertreffen an. Der VfB II geht in seine dritte Drittligasaison in Folge und scheint sich zunehmend in der Spielklasse zu etablieren. Die Alemannia-Redaktion hat vorab einen Blick auf den kommenden Gegner der Alemannia geworfen.
Vier Spiele lang musste die Zweitvertretung des VfB zuletzt auf einen Sieg warten. Mit sieben Punkten aus den vergangenen drei Partien gehört sie nun jedoch zu den Gewinnern der Englischen Woche. Sowohl gegen die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim als auch gegen Fortuna Köln setzten sich die Schwaben durch – ohne dabei in beiden Spielen die bessere Mannschaft gewesen zu sein. In den entscheidenden Momenten zeigten sie sich vor dem gegnerischen Tor jedoch effizient genug.
Solide trotz namhafter Abgänge
Generell ist der VfB II eine unangenehm zu bespielende Mannschaft. Die von Talenten mit Marktwerten in Millionenhöhe gespickte Mannschaft hat – bis auf eine Ausnahme – nie mit mehr als einem Gegentor Unterschied verloren. Nur einmal drohte den Schwaben eine deutlichere Pleite. Gegen Jahn Regensburg lag die Mannschaft bereits mit 0:3 zurück, kämpfte sich aber zurück und sicherte sich am Ende noch ein 3:3. Die Partie zeigt, dass sich die Stuttgarter auch von Rückschlägen nicht so leicht aus dem Konzept bringen lassen und an sich selbst glauben.
Nun steht die U21 nach zehn absolvierten Spieltagen mit 14 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz und ist damit direkter Tabellennachbar der Alemannia. Der Saisonstart ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass mit Noah Darvich und Florian Hellstern zwei wichtige Spieler der vergangenen Spielzeit nicht mehr zum Kader gehören. Darvich, der in der letzten Saison mit seinen Dribblings und insgesamt 16 Toren auf sich aufmerksam machte, spielt inzwischen in der Bundesliga beim SV Elversberg. Torhüter Hellstern wurde an die SpVgg Greuther Fürth ausgeliehen und ist dort mittlerweile die Nummer Eins.
Das Ziel der Stuttgarter U21 bleibt es, möglichst viele Talente an den Profifußball heranzuführen und ihnen den nächsten Entwicklungsschritt zu ermöglichen. Dafür soll sich die Mannschaft auch weiterhin in der 3. Liga behaupten. Der bisherige Saisonverlauf spricht dafür, dass die Schwaben auf einem guten Weg sind.
Spieler im Fokus: Nicolas Sessa
Mit 30 Jahren ist Nicolas Sessa der zweitälteste Spieler im Kader der Stuttgarter Zweitvertretung. Für den Mittelfeldspieler ist es bereits die zweite Zeit beim VfB. Schon 2017 und 2018 lief er für die Schwaben auf. Nach Stationen beim VfR Aalen, Erzgebirge Aue, dem 1. FC Kaiserslautern und dem SC Verl kehrte er 2024 zum VfB zurück, als dessen U21 wieder in die 3. Liga aufstieg.
Bereits fünfmal führte Sessa seine jungen Mitspieler als Kapitän aufs Feld. Auch seine Bilanz als Vorbereiter kann sich sehen lassen: Fünf Torvorlagen stehen für ihn bislang zu Buche, zwei davon sammelte er in der jüngsten Englischen Woche. Die Alemannia sollte den erfahrenen Mittelfeldspieler daher im Blick behalten. Dass Sessa auch gegen die Schwarz-Gelben gefährlich werden kann, hat er bereits in der vergangenen Saison bewiesen.
Blick in die Historie: Ein Knaller kurz vor Schluss
Der Herbst im Schwabenland – kein neues Szenario für die Kaiserstädter. In der vergangenen Saison stand die Partie bei der schwäbischen U21 im November an. Die Alemannia hatte zuvor zwei Spiele in Folge gewonnen und sich etwas Luft im Tabellenkeller verschafft. Im beschaulichen Großaspach folgte nach einem großen Kampf der dritte Streich.
Der VfB startete gut ins Spiel und kam immer wieder über Noah Darvich gefährlich über die rechte Seite in den Aachener Strafraum – das Aachener Tor war zu diesem Zeitpunkt aber wie verriegelt. Stattdessen schlug die Alemannia zu. Nach einem Foulspiel im Strafraum an Mika Schroers verwertete Lars Gindorf gewohnt sicher vom Elfmeterpunkt. In dieser Phase der Saison wurden Hand- oder Foulspiele im Sechzehner für die Alemannia nämlich noch gepfiffen. Nun ging es Schlag auf Schlag. Nach einer Kopfballverlängerung lief Schroers allein auf den Stuttgarter Torhüter zu, blieb vor Hellstern cool und schob zum zweiten Aachener Treffer ein. Wiederrum nur drei Minuten später verkürzte allerdings Nicolas Sessa – drei Tore in gerade einmal sieben Minuten.
Der VfB investierte in der zweiten Hälfte viel, um den möglichen Ausgleich zu erzielen. Die Alemannia verteidigte auf der anderen Seite aber leidenschaftlich, kam jedoch lange Zeit kaum zu Entlastungsangriffen. Dies änderte sich in der Nachspielzeit: Über die linke Seite spielte sich die Alemannia bis vor den Sechzehner, wo Lars Gindorf trocken abzog. Hellstern konnte dem Schuss von Gindorf nur hinterhergucken und musste mit Schrecken feststellen, dass er Zeuge eines Traumtores geworden ist. Der Ball schlug unhaltbar unten rechts im Tor ein und versetzte sowohl die Mannschaft als auch die Fans auf den Rängen in Ekstase. Das 3:1 in Großaspach markierte eines der Highlights einer Hinrunde, die für die Alemannia insgesamt unbefriedigend war, am Ende aber in einer verrückten Rückrunde endete.
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