Kein Verein im deutschen Profifußball ist länger ungeschlagen
Alemannia Aachen eröffnet gegen den FC Energie Cottbus den 29. Spieltag. Die von Claus-Dieter „Pele“ Wollitz trainierte Mannschaft könnte in ihrem zweiten Jahr in der 3. Liga den Aufstieg in die 2. Bundesliga feiern. Wir haben den Traditionsverein aus der Lausitz vorab unter die Lupe genommen.
Bereits in der letzten Saison spielte Energie Cottbus lange um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mit. Diese Saison tun sie es erneut – und sie wirken ein ganzes Stück reifer in dieser Spielzeit. So erklärte Axel Borgmann, Mittelfeldspieler von Energie, nach dem torlosen Unentschieden gegen Hansa Rostock am letzten Spieltag, dass es zwar nicht möglich sei, jedes Spiel zu gewinnen. Cottbus lebt aber gerade nach dem Credo „Wenn wir nicht gewinnen, verlieren wir wenigstens nicht“. Bereits seit zehn Spieltagen sind die Lausitzer in der Liga ungeschlagen. Kein anderer Verein im deutschen Profifußball kann eine solche Bilanz vorweisen.
Möglich macht dies auch die Defensive der Cottbuser. In den vergangenen zehn Spielen haben sie gerade mal acht Gegentore kassiert. Selbst der SC Verl – die beste Offensive der 3. Liga – kam gegen den FCE nur zu einem 0:0. Grund hierfür ist natürlich auch, dass „Pele“ Wollitz mit einer Fünferkette die Verler Angriffsbemühungen zerschellen ließ. Auch gegen Rostock sicherte sich Cottbus Dank eines 0:0 einen Punkt. Wollitz fragte danach die anwesenden Medienvertreter, warum er offensiv hätte wechseln sollen, nur um dann am Ende möglicherweise in einen Konter zu laufen. So habe man Rostock auf sechs Punkte hinter sich behalten können. Und deshalb steht der FC Energie Cottbus nach 27 Spieltagen auf dem 2. Platz mit 53 Punkten auf dem Konto – vier mehr als in der bereits beeindruckenden abgelaufenen Spielzeit.
Das Brüderpaar vereint auf dem Platz
Ein Transfer, der im Winter für Aufsehen gesorgt hat, war der von Tolga Cigerci. Sein jüngerer Bruder Tolcay spielt bereits seit einigen Jahren für die Lausitzer und ist einer der Unterschiedsspieler in der 3. Liga. Nachdem Tolga Cigercis Vertrag in der Türkei ausgelaufen war, hielt er sich zunächst nur bei Energie Cottbus fit. Am letzten Tag des Transferfensters wurde er schließlich unter Vertrag genommen.
„Pele“ Wollitz erklärte bereits, welche Wirkung der Neuzugang auf seine Mitspieler in der Kabine habe. Keine große Überraschung mit einem Blick auf seine Vita: Tolga lief bereits in 70 Bundesligaspielen sowie 173 Partien in der höchsten türkischen Spielklasse auf – spielte unter anderem für Galatasaray und Fenerbahce Istanbul. Mittlerweile stand er auch in der 3. Liga auf dem Platz – zusammen mit seinem jüngeren Bruder Tolcay. Im Auswärtsspiel bei Erzgebirge Aue hat sich auch schon die Torgefahr der beiden gezeigt. Nach einem Freistoß von Tolcay Cigerci auf Tolga, brachte dieser den Ball scharf vor das Tor, wo Borgmann das 2:1 erzielte. Im Spiel gegen die Alemannia werden die beiden aber wohl nicht gemeinsam auf dem Platz stehen. Tolga Cigerci musste im letzten Spiel verletzt ausgewechselt werden.
Spieler im Fokus: Erik Engelhardt
In bislang 107 Einsätzen in der 3. Liga erzielte Erik Engelhardt 31 Tore. Darüber hinaus sammelte der Angreifer mit dem VfL Osnabrück bereits Erfahrung in der 2. Bundesliga. Es ist aber die aktuelle Spielzeit, die der Stürmer als „ein Stück weit die Saison seines Lebens“ betitelt.
Der gebürtige Oberfranke trug mit bisher 15 Treffern maßgeblich zum Erfolg von Energie Cottbus bei und ist der treffsicherste Spieler der Lausitzer. Ligaweit zählt er damit hinter Gindorf zu den gefährlichsten Torjägern. Sein letztes Tor liegt zwar mittlerweile sechs Spieltage zurück, doch er hatte in dieser Saison bereits einmal eine ähnliche Torflaute. Zwischen dem 2. und dem 6. Spieltag war er nicht erfolgreich – es folgten acht Torbeteiligungen in den nächsten sechs Spielen. Die Hintermannschaft der Alemannia muss also auf der Hut sein, denn wenn Engelhardt trifft, dann legt er so richtig los.
Blick in die Historie: Deutlicher Heimerfolg gegen Cottbus
In der Saison 2004/05 empfing die Alemannia den FC Energie Cottbus auf dem alten Tivoli. Die Partie begann offen und beide Teams suchten den Weg nach vorne. Die erste Ecke von Aachen führte aber direkt zur Führung. Emil Noll köpfte eine Hereingabe von Kai Michalke zum 1:0 ein. Das Spiel blieb in der Folge zwar offen und auch Cottbus verbuchte Chacen für sich, doch die Alemannia legte nach. Dieses Mal war es Michalke selbst, der seinen ersten Treffer in der Rückrunde erzielte. Aachen übernahm nun zunehmend die Kontrolle und schlug noch vor der Pause ein weiteres Mal zu. Nach einem Foul des Cottbuser Torhüters Tomislav Piplica an Jan Schlaudraff gab es Elfmeter. Erik Meijer trat an und verwandelte souverän.
Nach dem Seitenwechsel spielte Aachen defensiver, Cottbus fand jedoch keine Mittel. Den Schlusspunkt setzte schließlich Daniel Gomez. Nach einem Freistoß von Jens Scharping kam er frei vor dem Tor zum Abschluss und traf zum 4:0-Endstand. Damit blieb Aachen im Rennen um den Aufstieg, während Cottbus weiterhin in Abstiegsgefahr schwebte.
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