Nach sieben Jahren zurück in der 3. Liga
Sieben Jahre lang musste Fortuna Köln auf die Rückkehr in den Profifußball warten. Der Auftakt in die neue Drittligasaison verlief für den kommenden Gegner der Alemannia allerdings nicht nach Wunsch. Nun steht für die Südstädter das erste Heimspiel in der 3. Liga seit 2019 an. Wir haben die Fortuna vor dem Duell mit den Kaiserstädtern genauer unter die Lupe genommen.
Mit 0:1 musste sich die Mannschaft von Cheftrainer Matthias Mink am vergangenen Samstag dem Mitaufsteiger SG Sonnenhof Großaspach geschlagen geben. Zwar blieb die Partie bis zum Schluss offen, offensiv präsentierte sich die Fortuna über weite Strecken allerdings als zu harmlos. Hinzu kam bereits vor dem Saisonauftakt eine schwere Verletzung: Rechtsverteidiger Jasper Löffelsend zog sich im Abschlusstraining einen Kreuzbandriss zu. Für die Kölner ist der Ausfall des 28-Jährigen ein herber Rückschlag. Löffelsend bringt schließlich reichlich Erfahrung mit und absolvierte unter anderem 84 Partien in der amerikanischen MLS.
Die Hoffnungen ruhen auf der Heimstärke
Nun müssen Mink und sein Trainerteam zunächst umdisponieren. Ob die Fortuna auf dem Transfermarkt noch einmal nachbessert, bleibt abzuwarten. Die Vorfreude auf das erste Heimspiel in der 3. Liga seit sieben Jahren ist aber trotz der Auftaktniederlage sowie des Ausfalls von Löffelsend groß. Rund 7.500 Zuschauer werden im Südstadion erwartet – darunter natürlich auch zahlreiche Alemannia-Fans.
Das Saisonziel der Fortuna ist der Klassenerhalt. Dafür haben sich die Verantwortlichen im Kölner Süden die Marke von 45 Punkten gesetzt. Eine wichtige Rolle soll dabei erneut die Heimstärke spielen. In der vergangenen Saison war die Fortuna einer von nur zwei Regionalligisten, die keine einzige Heimniederlage hinnehmen mussten. Die letzte Niederlage vor heimischem Publikum datiert aus dem April 2025.
In der 3. Liga sieht die Bilanz allerdings anders aus: Seit acht Heimspielen warten die Kölner auf einen Sieg. Diese Partien liegen allerdings bereits mehrere Jahre zurück. Mit dem Neustart im Profifußball wollen die Südstädter diese Serie hinter sich lassen.
Kämpfen, kratzen und beißen
Fortuna Köln war selten eine Mannschaft, die ihre Gegner mit offensivem Spektakel aus dem Stadion spielte. Die Mannschaft von Matthias Mink steht vielmehr für Disziplin, Einsatzbereitschaft und eine hohe defensive Stabilität. Vor dem gegnerischen Tor benötigt die Fortuna zudem häufig nicht viele Möglichkeiten, um erfolgreich zu sein – eine Erfahrung, die auch die Alemannia im vergangenen Bitburger-Pokal schmerzlich machen musste.
Wie stabil die Kölner Defensive in der vergangenen Saison war, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Gerade einmal 30 Gegentore kassierte die Fortuna in 34 Ligaspielen. Das entspricht einem Schnitt von lediglich 0,88 Gegentoren pro Partie. Wer gegen die Südstädter antritt, sollte sich deshalb nicht auf ein Torfestival einstellen.
Spieler im Fokus: Hamadi Al Ghaddioui
Der Stürmer war in der Aufstiegssaison an 15 Toren direkt beteiligt – zwölf erzielte er selbst und legte drei weitere seinen Mitspielern auf. Damit war er der Spieler mit den zweitmeisten erzielten Toren in seiner Mansnchaft. Dazu ist er auch der älteste Akteur im Team von Trainer Matthias Mink.
So sammelte Hamadi Al Ghaddioui bereits zahlreiche Erfahrungen mit seinen 35 Jahren. Bereits mit den Sportfreunden Lotte sowie mit dem SV Sandhausen spielte er in der 3. Liga. In der 2. Liga war er unter anderem für Jahn Regensburg aktiv – mit einem gewissen Mersad Selimbegovic als Co-Trainer. Hinzu kommen Einsätze in der Bundesliga für den VfB Stuttgart sowie ein Auslandsabenteuer mit dem FC Pafos auf Zypern. Den erfahrenen Stürmern sollte man in der Abwehr nicht aus den Augen verlieren.
Blick in die Historie: Die Wende im Südstadion
Am 10. Spieltag der Regionalliga West-Saison 2023/24 gastierte die Alemannia beim Tabellenführer Fortuna Köln. Die Kaiserstädter hatten zu diesem Zeitpunkt neun Punkte Abstand zur Tabellenspitze und das Spiel wurde zur letzten Chance deklariert, um nochmal oben angreifen zu können. Die Fortuna wiederrum hätte ihren Vorsprung deutlich ausbauen können.
Vom Tabellen-Unterschied war aber nichts zu sehen in der Partie. Die Kaiserstädter spielten gut mit und gingen nach einem Tor von Lukas Scepanik auch in Führung. Diese musste die Alemannia aber im Laufe der Partie hart verteidigen. Julian Schwermann sah in der 1. Halbzeit noch die Gelb-Rote Karte, doch eine mannschaftlich und leidenschaftlich verteidigende Alemannia stemmte sich mit aller Macht gegen den möglichen Ausgleich. Auch in Überzahl wussten die Kölner das schwarz-gelbe Bollwerk nicht zu überwinden. Am Ende stand ein hart erkämpfter 1:0-Auswärtssieg, der sich als Wendepunkt der Saison herausstellte und schließlich im Aufstieg in die 3. Liga mündete.
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