Fr, 4. Oktober 2024

Gegnercheck: Das ist der FC Ingolstadt

Die „Schanzer“ sind zum Leben erwacht, nun reist der FC Ingolstadt an den Tivoli – wir haben den Gegner aus Oberbayern unter die Lupe genommen.

Befreiungsschlag nach handfester Krise – die letzten Spiele: Traditionell hat der FCI in der 3. Liga den Anspruch, um die vorderen Plätze mitzuspielen – bislang zeigte das Team von Trainerin Sabrina Wittmann dafür jedoch viel zu wenig. Vier Niederlagen nach acht Spielen sind nicht der Anspruch des Fusionsklubs, der zwar mit einem 2:1-Sieg gegen Waldhof Mannheim gut aus den Startlöchern kam, dann aber zunehmend die letzte Konsequenz für die nötigen Punktgewinne vermissen ließ. Immerhin: Am vergangenen Wochenende gelang Ingolstadt durch den wichtigen 2:1-Sieg daheim gegen Hansa Rostock ein Befreiungsschlag nach zuvor fünf Wochen ohne Liga-Erfolg. Im Landespokal Bayern läuft es für die „Schanzer“ dagegen bislang nach Plan: Durch das 3:1 Anfang September bei den Würzburger Kickers konnte sich die Wittmann-Elf bereits für das Viertelfinale qualifizieren.

Mause-Abgang noch nicht kompensiert – die Analyse: Zweifelsohne: Der Abgang des letztjährigen Drittliga-Torschützenkönigs und Ex-Alemannen Jannik Mause wirkt in Ingolstadt immer noch nach. Zwar verpflichteten die sportlichen Verantwortlichen um Sportdirektor Ivo Grlic – ebenfalls einst am Tivoli am Ball – mit Tim Heike (Energie Cottbus) und Dennis Borkowski (RB Leipzig) Ersatz auf der Mittelstürmerposition, so richtig einschlagen konnten bisher jedoch beide nicht. Dennoch liegt den Schwarz-Roten das Toreschießen keineswegs fern, mit 16 Treffern hat der FCI die zweitbeste Offensive der Liga. Das liegt erstens daran, dass Routinier Pascal Testroet sowie Sturmkollege Sebastian Grönning liefern, zweitens auch an unserem Spieler im Fokus, den wir euch weiter unten vorstellen. Dennoch: Erfahrene Spieler wie Yannick Deichmann, Maxi Dittgen oder Kapitän Lukas Fröde haben ihr Potenzial als Führungsspieler sicherlich noch nicht ausgeschöpft. Probleme macht zudem die wacklige Defensive: 17 Gegentore sind Minuswert der Liga und in acht Spielen eindeutig zu viel.

Erst eine Alemannia-Niederlage – die Bilanz: Sechs Duelle gab es zwischen beiden Teams bislang, alle fanden in der 2. Bundesliga statt. Die einzige Pleite gegen den FCI musste Schwarz-Gelb bei ansonsten drei Siegen und zwei Remis im März 2011 hinnehmen, damals verlor die Tivoli-Elf mit 1:2 im Audi-Sportpark. Das letzte bisherige Aufeinandertreffen ereignete sich gut ein Jahr später an gleicher Stelle und endete nach einer rassigen Partie 3:3. Marco Stiepermann erzielte damals einen Doppelpack, aber auch ein Eigentor. Zudem traf Seyi Olajengbesi für die Alemannia.

Eine Vorreiterin – die Trainerin: Über Wittmann wurde in den vergangenen Monaten viel geschrieben, aus einem einfachen Grund: Sie ist die erste Cheftrainerin im deutschen Männer-Profifußball. Nach der Entlassung von Ex-Coach Michael Köllner Anfang Mai hatte die 33-Jährige bisherige U19-Trainerin die Profis zunächst interimsweise übernommen, aus vier Spielen acht Punkte geholt und dazu noch den Landespokal gewonnen. Die Klubführung ernannte Wittmann daraufhin auch für die neue Saison zur Hauptverantwortlichen für die Erste Mannschaft – eine historische Entscheidung, zu der sicherlich auch beitrug, dass Wittmann den Verein und die Stadt bestens kennt: Sie ist gebürtige Ingolstädterin, arbeitet seit vielen Jahren beim FCI. Genauer trainierte sie bereits verschiedenste Männer-Jugendteams im NLZ, dazu fungierte sie als Sportliche Leiterin der Jugend und Entwicklungsdirektorin. Ihre ersten Schritte an der Seitenlinie ging Wittmann übrigens 2008 in den USA als Co-Coach eines Middle-School-Teams. 

Vorsicht, wenn der einwirft – der Spieler im Fokus: Innenverteidiger (!) Ryan Malone ist mit sechs Torvorlagen in sieben Einsätzen nicht nur bei weitem bester Assistgeber der Ingolstädter, sondern auch der gesamten 3. Liga. Das Ganze ist nicht zuletzt seinen weiten, präzisen Einwürfen zu verdanken: Erst gegen Hansa gelang ihm mit seiner Wurfkraft wieder ein direkter Assist, der zum entscheidenden 2:1 führte. Pikanterweise war der US-Amerikaner erst im Vorjahr aus Rostock zum FCI gewechselt. Wie dem auch sei: Aufgepasst, Alemannia! Malones Einwürfe sind eine echte Waffe.

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