Hansa Rostock im Gegnercheck
Kaum zu glauben, aber für die Alemannia steht bereits das vorletzte Heimspiel der laufenden Drittligasaison an. Die Schwarz-Gelben empfangen am Samstag mit Hansa Rostock einen Traditionsverein aus dem Nordosten der Republik. Die Rostocker wollen im Aufstiegskampf noch einmal angreifen, allerdings droht ihnen gegen Ende der Spielzeit die Luft auszugehen.
Nach dem hart erkämpften 1:0-Auswärtssieg in Wiesbaden am 30. Spieltag deutete vieles auf einen möglichen Aufstieg der Hanseaten in die 2. Bundesliga hin. Seitdem mussten sie jedoch einige Rückschläge hinnehmen – gleich drei an der Zahl, um genau zu sein. Gegen Viktoria Köln setzte es eine 2:3-Heimniederlage im Ostseestadion, beim 1. FC Schweinfurt 05 kamen sie nicht über ein torloses Remis hinaus. Am vergangenen Spieltag folgte schließlich mit dem 2:5 die höchste Niederlage in dieser Drittligasaison. In der Folge beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz vier Punkte.
Auch Trainer Daniel Brinkmann zeigte sich nach der jüngsten Partie entsprechend unzufrieden und bezeichnete die Leistung seiner Mannschaft als „beschämend und peinlich“. Vor allem die sonst so stabile Defensive – mit 42 Gegentoren immerhin die zweitbeste der Liga – offenbarte ungewohnte Schwächen im Aufbauspiel, die konsequent bestraft wurden. Zudem agierten die Verteidiger in manchen Situationen nicht körperlich genug und boten den Gegenspielern zu viel Platz an.
Holten übernimmt Verantwortung in der Offensive
Ähnlich wie bereits in der Vorsaison liefen die Rostocker auch in dieser Spielzeit lange einem schwachen Saisonstart hinterher. Ab dem 11. Spieltag fand die Mannschaft aber zur Konstanz eines Spitzenteams. Besonders in der Fremde wussten die Norddeutschen zu überzeugen. 32 Punkte sammelte Hansa bislang auswärts – drei mehr als im eigenen Stadion. Zudem datiert die letzte Auswärtsniederlage aus dem Februar. Insgesamt haben die Rostocker erst zwei Auswärtsspiele verloren, was kein anderer Verein der Liga unterbieten kann.
Großen Anteil am Aufschwung in der Hinrunde hatte Offensivspieler Ryan Naderi, der jedoch nach den ersten Rückrundenspielen nach Glasgow wechselte. Für die Rekordablösesumme von rund 5,5 Millionen Euro zog es ihn nach Schottland. Zuvor hatte er mit acht Treffern und fünf Vorlagen maßgeblich auf sich aufmerksam gemacht.
In seine Fußstapfen trat der zu Beginn der Saison aus Schweden ausgeliehene Stürmer Emil Holten, der seitdem zuverlässig für Torgefahr sorgt. Zuletzt musste er allerdings aufgrund von Rückenproblemen passen.
Spieler im Fokus: Andreas Voglsammer
Der 34-Jährige ist der älteste Spieler im Kader des FC Hansa Rostock. Der erfahrene Offensivspieler bringt eine beeindruckende Laufbahn mit, in der er unter anderem in der Bundesliga aktiv war und internationale Einsätze in der Conference League sammelte.
Im vergangenen Sommer zog es ihn schließlich an die Ostsee, wo er seitdem eine wichtige Rolle innerhalb der Mannschaft einnimmt. Auch sportlich weiß Voglsammer zu überzeugen: In der laufenden Ligasaison kommt er bislang auf sechs Tore sowie vier Vorlagen und unterstreicht damit seine Bedeutung für das Offensivspiel der Kogge. Hinzu kommen neun Torbeteiligungen im Landespokal – so auch am letzten Dienstag, als er spät den entscheidenden Treffer im Halbfinale des Pokals gegen den Greifswalder FC erzielte.
Blick in die Historie: Torspektakel auf dem Tivoli
Am 24. Spieltag der Saison 2005/06 trafen die beiden Teams erstmals auf dem Tivoli aufeinander. Die Alemannia erwischte einen Traumstart. Marius Ebbers köpfte nach Flanke von Laurentiu Reghecampf bereits in der 4. Minute zum 1:0 ein. Tobias Rathgeb glich zwar schnell aus, doch Schwarz-Gelb antwortete prompt. Reghecampf traf per indirektem Freistoß zum 2:1, Emil Noll erhöhte kurz vor der Pause nach einer Ecke von Cristian Fiel auf 3:1.
Nach dem Seitenwechsel tat sich Hansa Rostock zunächst schwer, während Aachen mehrere Chancen zum 4:1 vergab. Kevin Hansen brachte die Gäste per Freistoß wieder heran, anschließend drängte Rostock auf den Ausgleich. Die Alemannia verteidigte jedoch stabil und brachte den 3:2-Heimsieg verdient über die Zeit.
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