Sa, 8. August 2026

Mit einem Umbruch in die neue Spielzeit

Der SC Verl im Gegnercheck

Mit dem SC Verl wartet auf Alemannia Aachen direkt zum Saisonauftakt eine der interessantesten Mannschaften der 3. Liga. Die Ostwestfalen haben in der Sommerpause einen großen personellen Umbruch vollzogen und gehen mit einem deutlich veränderten Gesicht in die neue Spielzeit. Wie schnell sich das neu formierte Team findet, dürfte eine der spannendsten Fragen der kommenden Saison sein. Wir werfen einen Blick auf den ersten Pflichtspielgegner der Schwarz-Gelben.

Mit 82 Treffern stellte der SC Verl in der vergangenen Saison die beste Offensive der 3. Liga. Seit Jahren steht der Sportclub für mutigen Ballbesitzfußball, hohes Tempo und eine klare Spielidee. Allerdings musste der Verein im Sommer zahlreiche Leistungsträger ziehen lassen.

Allen voran schmerzt der Abgang von Berkan Taz. Der kreative Mittelfeldspieler gehörte zu den prägenden Akteuren der vergangenen Drittligasaison und war an beeindruckenden 38 Treffern direkt beteiligt. Künftig läuft er in der 2. Bundesliga auf.

Doch Taz ist längst nicht der einzige Verlust. Auch Rechtsverteidiger Oualid Mhamdi, die Innenverteidiger Martin Ens und Fynn Otto, Mittelfeldspieler Timur Gayret sowie Torhüter Philipp Schulze haben den Verein verlassen. Hinzu kommt Stürmer Alessio Besio, der nach seiner Leihe den Sportclub wieder verlassen hat. 

Veränderungen auch neben dem Platz

Nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf der Trainerbank hat sich beim SC Verl einiges getan. Erfolgstrainer Tobias Strobl, der die Ostwestfalen in der vergangenen Saison lange vom Aufstieg träumen ließ, wechselte zum VfL Wolfsburg.

Sein Nachfolger heißt Orest Shala. In Deutschland ist der 39-Jährige bislang weitgehend unbekannt. Zuletzt trainierte er den portugiesischen Drittligisten CD Mafra, mit dem er nach dem Abstieg aus der zweiten Liga die Aufstiegsrunde erreichte, den direkten Wiederaufstieg allerdings verpasste.

Mit Shala setzt der SC Verl seinen eingeschlagenen Weg fort: intensiver Fußball, mutige Spielweise und die konsequente Entwicklung junger Spieler. Dass die Verantwortlichen in Verl bei der Trainerwahl häufig ein glückliches Händchen bewiesen haben, zeigen die vergangenen Jahre. Mit Guerino Capretti, Mitch Kniat, Alexander Ende und zuletzt Tobias Strobl gelang es dem Sportclub immer wieder, erfolgreiche Trainer zu verpflichten. Nun soll Orest Shala diese Entwicklung fortsetzen.

Spieler im Fokus: Niko Kijewski

Zwar haben einige Leistungsträger den Club im letzten Sommer Richtung Ausland oder 2. Bundesliga verlassen, aber nicht so Niko Kijewski. Der Kapitän des SC Verl geht in seine 3. Spielzeit in Ostwestfalen. Bereits nach seiner ersten Saison bekam er die Kapitänsbinde überreicht.

Der Linksverteidiger blickt auf bislang 72 Pflichtspiele für den SC Verl zurück. Den Großteil seiner Karriere hat der 30-Jährige allerdings bei Eintracht Braunschweig absolviert – 152 Spiele, zahlreiche davon ebenfalls in der 3. Liga.

Blick in die Historie: Der erste Heimsieg 2026

Die Erinnerungen an das letzte Heimspiel gegen den SC Verl am 25. Spieltag der Vorsaison sind noch frisch – und es sind schöne Erinnerungen. Nach einer unbefriedigenden Hinrunde kam die Alemannia immer besser in Schwung und wollte den Fans den ersten Heimsieg des Jahres 2026 schenken. Die Kaiserstädter starteten dementsprechend in die Partie und pressten intensiv. Die Gäste aus Verl hatten ihre Probleme mit dem Druck der Alemannia und mussten früh den Rückstand hinnehmen. Lars Gindorf marschierte durch den Strafraum des SCV und vollendete platziert unten links. Wenige Minuten später folgte der zweite Streich: Der an diesem Tag überragende Mehdi Loune eroberte im Verbund mit Gindorf den Ball kurz vor dem Sechzehner der Gäste und musste nach Vorlage von Gindorf nur noch ins verwaiste Tor einschieben.

Vor der Pause kam der Sportclub aber zu eigenen Gelegenheiten. Eine dieser Chancen nutze Alessio Besio aus und erzielte nach einem Eckball den Anschlusstreffer. In der zweiten Halbzeit entwickelte sich zunächst ein offener Schlagabtausch, mit Großchancen auf beiden Seiten. Schließlich war es erneut Loune, der den Tivoli zum Beben brachte. Vor dem Strafraum tanzte er sehenswert zwei Gegenspieler aus und vollendete wuchtig. Knapp 20 Minuten vor dem Ende dezimierten sich die Verler nach einer Notbremse an Mika Schroers selbst. Die Alemannia spielte in der Folge die Partie sicher runter und durfte am Ende den ersten Heimsieg des Jahres feiern.

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