Do, 22. April 2010

Stadtrat beschließt Bürgschaft

Der Rat der Stadt Aachen hat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig bei zwei Enthaltungen die Übernahme einer Ausfallbürgschaft zugunsten der Alemannia Aachen Stadion GmbH in Höhe von maximal 5,5 Millionen Euro beschlossen. Grundlage des Beschlusses war ein von der Alemannia vorgelegtes Sanierungskonzept. Dieses hatten die von der Stadt beauftragten Wirtschaftsprüfer als „logisch und plausibel“ bezeichnet.

„Wir danken dem Stadtrat und insbesondere dem Oberbürgermeister für das Vertrauen, das sie der Alemannia mit der Entscheidung entgegenbringen“, sagt Frithjof Kraemer, Geschäftsführer der Alemannia Aachen GmbH. „Die Stadt gibt damit ihrem größten Verein, der nach der größten Investition seiner 110-jährigen Geschichte mitten in einer Weltwirtschaftskrise in Schwierigkeiten geraten ist, wichtige Rückendeckung.“ Kraemer schloss auch die Verwaltung und die Fraktionen in seinen Dank ein: „Sie alle haben an diesem Ergebnis großen Anteil.“

Auch Oberbürgermeister Marcel Philipp zeigte sich erleichtert. Er begrüßte den Beschluss des Rates. „Jetzt ist der Weg frei für die Sanierung. Neben dem dazu notwendigen sportlichen Erfolg ist ein wesentlicher Punkt die Treue der Fans. Jede verlängerte oder neu gekaufte Dauerkarte für den Tivoli ist jetzt wichtiger denn je.“

Eine der Bedingungen, an die die Erteilung der Bürgschaft geknüpft ist, lautet: Die über die Bürgschaft zu erzielenden liquiden Mittel dürfen nicht zur Finanzierung des Spielbetriebes eingesetzt werden. „Die Stadt hat mit der Gewährung der Bürgschaft die Voraussetzung geschaffen, an den Kapitalmarkt zu treten, um Lücken zu schließen, die durch den Stadionbau entstanden sind. Nur für diesen Zweck werden wir das Geld aufnehmen bzw. verwenden“, sagt Kraemer. Parallel dazu wird die Alemannia Gespräche mit Banken und Kreditgebern aufnehmen, um die Belastungen aus dem Stadionbau dauerhaft zu senken. Darüber hinaus sollen weitere Einsparungen zur positiven Entwicklung des Klubs beitragen. „Wir haben mit dem Stadionbau die Weichen für eine positive Zukunft der Alemannia gestellt, denn strukturell sind wir damit besser aufgestellt als die große Mehrheit unserer Konkurrenten. Aber das Tivoli-Projekt hat natürlich auch außergewöhnliche Anstrengungen mit sich gebracht. Unsere Aufgabe ist es jetzt, die Finanzierung weiter zu optimieren, um den Klub langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen. In unserem Sanierungskonzept konnten wir darlegen, dass wir durch die finanzielle Unterstützung für die kommenden Jahre finanziell gut aufgestellt sind.“ Darin eingeschlossen sei auch die Rückzahlung der Tivoli-Anleihe, mit der die Zeichner den Stadionbau unterstützt haben.

Neben den Vertretern der Politik dankt Kraemer Fans, Mitgliedern und Sponsoren der Alemannia. „Wir haben viel Zuspruch erfahren, unseren Weg fortzusetzen. Das zeigt, dass die Alemannia viel mehr ist als nur ein Aachener Unternehmen. Wir sind immer noch ein Verein, der für die Menschen da ist. Unsere Sponsoren, allen voran die AachenMünchener, sind die Basis dafür“, so der Geschäftsführer, der ankündigte auf der Jahreshauptversammlung im Juni die finanzielle Lage detailliert aufzuzeigen. Viel Zeit zum Zurücklehnen bleibe nicht: „Die nächsten Schritte sind zwar jetzt geklärt, aber wir müssen sie auch gehen.“

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