Mi, 8. April 2026

Turbulente Saison im Saarland

Der 1. FC Saarbrücken im Gegnercheck

Für die Alemannia steht am Mittwochabend ein Flutlichtspiel beim 1. FC Saarbrücken an. Der kommende Gegner der Kaiserstädter erlebt eine sportlich herausfordernde Saison, dennoch stehen die Chancen auf den Klassenerhalt gut. Wir haben vor der Partie einen Blick auf den FCS geworfen.

Es ist ein turbulentes letztes Jahr für den 1. FC Saarbrücken gewesen. Nachdem die Saarländer in der abgelaufenen Saison noch die Relegation erreichten, scheiterten sie nur knapp an Eintracht Braunschweig. Viele haben von der erfahrensten Mannschaft der 3. Liga erwartet, dass es genau so weitergehen würde und es sah auch zunächst so aus: Nach sieben Spieltagen stand die damals noch von Alois Schwartz trainierte Mannschaft auf dem zweiten Platz.

Es folgte allerdings nicht der Angriff auf die Spitze, sondern eine Serie von 16 Ligaspiele ohne Sieg. Es gab nur drei Teams in der Geschichte der 3. Liga, die noch länger auf ein Erfolgserlebnis warten mussten: Der SV Meppen (17 Spiele in der Saison 2022/2023), die SpVgg Unterhaching (19 Partien in der Spielzeit 2024/2025) und die U23 des SV Werder Bremen (28 Begegnungen in der Saison 2017/2018) – sie mussten alle am Ende den Gang in die jeweiligen Regionalligen antreten.

In dieser längeren sieglosen Phase mussten sowohl Schwartz als auch der für ihn eingesprungene Jürgen Luginger jeweils ihren Hut nehmen. Mittlerweile ist der ehemalige 1860-Trainer Argirios Giannikis neuer Übungsleiter in der saarländischen Landeshauptstadt. Mit drei Siegen in den letzten acht Spielen ist es ihm tatsächlich gelungen, den Verein wieder zu stabilisieren. Zudem sorgte er dafür, dass der FCS acht Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz liegt. Ein Vorsprung der bei der fehlenden Konstanz der Kellerkinder zum Klassenerhalt reichen könnte. Dennoch ist die Stimmung im Saarland angespannt. So skandierten die Fans nach der 0:3-Pleite am vorletzten Spieltag beim SC Verl „Außer Manu (Manuel Zeitz; d. Red.) könnt ihr alle gehen“. Das Selbstbewusstsein der Mannschaft dürfte hierdurch nicht größer geworden sein. Dennoch gelang ihnen nach der Länderspielpause ein 1:0-Erfolg gegen den FC Ingolstadt – auch Dank starker Paraden ihres Torhüters Phillip Menzel.

Mittelstürmer in der Krise

Ein großes Problem bei den Saarländern ist ihre Chancenverwertung. Bereits im Hinspiel auf dem Tivoli vergaben die Blau-Schwarzen zahlreiche Hochkaräter. Es ist ein Muster, das sich durch die gesamte Spielzeit zieht. Ein Blick auf die Torschützenliste des Vereins zeigt, dass nur zwei ihrer Spieler mehr als zwei Tore in der Liga erzielt haben. Einer davon ist Mittelstürmer Kai Brünker. In den letzten vier Monaten gelang ihm jedoch nur ein Treffer – allerdings verpasste er aufgrund einer Bänderdehnung, einer Magen-Darm-Grippe sowie einer Gelbsperre auch fünf Spiele.  So kommt er insgesamt auf acht Tore.

Bei Dominic Baumann, der im Sommer verpflichtet wurde, will es auch noch nicht richtig klappen. Der bei seinen vorherigen Stationen treffsichere Stürmer kommt bislang auf erst einen Treffer. Auch Patrick Schmidt, der zuletzt aufgrund einer Handverletzung ausfiel, ist bislang alles andere als zielsicher: Zwei Tore stehen in dieser Saison auf seinem Konto.

Spieler im Fokus: Florian Pick

Umso mehr lastet die offensive Verantwortung auf einem Spieler: Florian Pick. Der beste Torschütze der Saarländer kommt bereits auf zwölf Tore und neun Vorlagen. Damit ist er an über der Hälfte aller 41 erzielten Tore des FCS beteiligt. Es ist somit keine Untertreibung, wenn man sagt, dass Pick die Lebensversicherung des FCS ist.

Zu Beginn der laufenden Saison präsentierte Pick sich bereits in Topform und traf in den ersten acht Spielen gleich siebenmal. Anschließend folgte jedoch die sieglose Phase, in der auch seine persönliche Torausbeute zurückging. Trotzdem hat der 30-Jährige noch die Chance, seine bislang beste Saison zu übertreffen: In der Spielzeit 2019/20 erzielte er in der 3. Liga für den 1. FC Kaiserslautern 13 Tore und bereitete 11 weitere vor.

Blick in die Historie: Torreicher Auswärtssieg

In der Saison 2005/06 kam es zum Nachholspiel des 21. Spieltags gegen den 1. FC Saarbrücken – die Alemannia ging als Tabellenführer der 2. Bundesliga in das Spiel. Schwarz-Gelb erwischte einen perfekten Start und ging früh durch Marius Ebbers in Führung. Im weiteren Verlauf bauten die Kaiserstädter diese Führung aus, als Ebbers auf Jan Schlaudraff auflegte, der souverän vollendete. Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde Saarbrücken jedoch stärker und kam zum Anschlusstreffer. Ein Abpraller landete bei Matthias Hagner, der aus sieben Metern Keeper Kristian Nicht überwindete. Kurz vor der Pause fiel sogar der Ausgleich, nachdem Henrich Bencik einen Abwehrfehler eiskalt ausnutzte und zum 2:2 traf.

Nach der Halbzeit verlief das Spiel zunächst ausgeglichen, doch die Alemannia ging nach einem Standard erneut in Führung. In der 71. Minute erhöhte Schlaudraff mit seinem zweiten Treffer des Tages auf 4:2. Die Gastgeber hatten die Chance, noch einmal heranzukommen, doch Mustapha Hadji verschoss einen Elfmeter. In der Schlussphase behielt Schwarz-Gelb die Kontrolle über das Spiel und setzte in der Nachspielzeit mit dem Treffer von Sascha Rösler zum 5:2 den Schlusspunkt. Mit diesem Sieg festigte Alemannia Aachen die Tabellenführung und machte einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Bundesliga.

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