Der TSV 1860 München im Gegnercheck
Am morgigen Samstag ist die Alemannia beim TSV 1860 München gefordert. Wir haben den Traditionsverein aus Giesing vorab genauer unter die Lupe genommen.
Die Münchner Löwen haben vor der Saison hochklassig aufgerüstet. Mit Neuzugängen wie Florian Niederlechner und Kevin Volland galten die Blau-Weißen für viele Beobachter als der Aufstiegsfavorit schlechthin. Doch die 3. Liga schreibt bekanntlich ihre eigenen Geschichten: Aktuell rangiert 1860 auf dem 8. Tabellenplatz – sechs Punkte hinter dem Relegationsrang.
Angesichts der Umstände ist es aber durchaus bemerkenswert, dass der Rückstand nur sechs Punkte beträgt. Seit Beginn der Rückrunde plagt die Münchner nämlich eine massive Verletzungsmisere. Zum Jahresauftakt 2026 gegen Rot-Weiss Essen fehlten gleich elf Spieler, eine Woche später beim VfL Osnabrück waren es erneut zehn. In beiden Partien geriet die Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski in Rückstand, erkämpfte sich jedoch jeweils noch einen Punkt. Die Löwen wissen also, wie man sich zurückbeißt.
Ein Grund dafür ist die enorme Erfahrung im Kader: Die 33 Spieler bringen es zusammengerechnet auf 2.400 Einsätze in der 3. Liga – der zweitbeste Wert der Liga. Hinzu kommen bei zahlreichen Akteuren viele Spiele in der Bundesliga sowie in der 2. Bundesliga.
Die lange Verletztenliste des TSV 1860 München
Auch gegen die Alemannia wird sich das Lazarett in Giesing nur geringfügig lichten. Maximilian Wolfram könnte wieder eine Option sein. Stürmer Sigurd Haugen ist nach seinem Kieferbruch mit Maske ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, ein Einsatz gegen die Alemannia gilt jedoch als eher unwahrscheinlich. Ähnlich verhält es sich bei Morris Schröter. Zwar steht auch er wieder auf dem Trainingsplatz, doch sein Rückstand dürfte noch zu groß sein.
Darüber hinaus fehlen voraussichtlich Tunay Deniz (Kreuzbandriss), Max Christiansen (Hüft-OP), Kapitän Jesper Verlaat, Sean Dulic, Manuel Pfeifer (alle Muskelfaserriss), Samuel Althaus (muskuläre Probleme am Hüftbeuger) sowie Florian Niederlechner (Muskelverletzung). Trainer Markus Kauczinski bleibt dennoch pragmatisch: „Es ist mein Job, mit allem, was gerade los ist, einfach das Beste daraus zu machen.“
Eine zentrale Rolle im Sturmzentrum könnte erneut Patrick Hobsch einnehmen. Der 31-Jährige spielt mit neun Torbeteiligungen eine starke Saison. Seit dem 15. Spieltag steht er durchgehend in der Startelf und absolvierte zuletzt beide Partien über die volle Distanz.
Zuhause im Grünwalder Stadion
In der vergangenen Saison gehörten die Löwen noch zu den schwächsten Heimteams der Liga. In dieser Spielzeit präsentiert sich 1860 im eigenen Stadion jedoch deutlich stabiler. Mit 21 Punkten ist die Mannschaft das viertbeste Heimteam der Liga, punktgleich mit Rot-Weiss Essen, das lediglich die bessere Tordifferenz aufweist.
Einen großen Anteil daran hat Markus Kauczinski, der seit dem 11. Spieltag an der Seitenlinie steht. Unter seiner Leitung mussten sich die Löwen erst am Jahresende gegen Verl erstmals im eigenen Stadion geschlagen geben. Zuvor entschied er sämtliche Heimspiele für sich.
Aktuell wartet 1860 allerdings seit drei Ligaspielen auf einen Sieg – die längste sieglose Serie in Kauczinskis Amtszeit bei den Münchnern.
Spieler im Fokus: Kevin Volland
Mit seinem Treffer gegen den VfL Osnabrück sicherte Kevin Volland seinem Jugendclub zuletzt einen Punkt. Gleichzeitig beendete er damit eine längere Torflaute – zuvor hatte er am 14. September letztmals getroffen.
In der aktuellen Verletztenmisere übernimmt der erfahrene offensive Mittelfeldspieler Verantwortung. Auch gegen Rot-Weiss Essen war er entscheidend beteiligt, indem er die Ecke zum späten Ausgleich servierte. Zudem stand er in den vergangenen beiden Spielen jeweils über die volle Distanz auf dem Platz.
Volland, der 277 Bundesligaspiele und 17 Einsätze in der Champions League vorweisen kann, kommt in der laufenden Saison auf insgesamt acht Torbeteiligungen. Zwei davon sammelte er im Hinspiel gegen die Alemannia, als er mit zwei Assists kurz vor Schluss die bittere 0:2-Niederlage der Schwarz-Gelben einleitete.
Blick in die Historie: Alemannias bisher einziger Sieg bei den Löwen
In der Gesamtbilanz hat die Alemannia die Nase vorn – doch in München selbst gelang bislang nur ein einziger Sieg. Beim 2:1-Erfolg am 34. Spieltag reisten tausende Aachener in die Allianz-Arena, wo die Löwen damals noch ihre Heimspiele austrugen.
Die Alemannia benötigte zwingend einen Sieg und holte ihn dank der Treffer von Albert Streit und Alper Uludag. Da zeitgleich jedoch der KSC gegen den bereits feststehenden Aufsteiger Eintracht Frankfurt gewann, musste Aachen dennoch den Gang in die 3. Liga antreten.
Es ist also an der Zeit für den nächsten Alemannia-Sieg beim TSV 1860 und diesmal einen, den man am Ende auch wirklich feiern kann.
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