Die Kölner trotzen dem „verflixten siebten Jahr“
Das letzte Auswärtsspiel der Saison führt die Alemannia nach Köln. Für die dort heimische Viktoria stand bereits früh fest, dass sie auch in der kommenden Saison wieder in der 3. Liga antreten wird und das obwohl es wieder einen großen Umbruch im letzten Sommer gab. Wir haben, wie gewohnt, einen näheren Blick auf den kommenden Konkurrenten der Schwarz-Gelben geworfen.
Saïd El Mala und Sidny Lopes Cabral sind nur zwei der prominenten Abgänge, die Viktoria Köln im letzten Sommer hinnehmen musste. Während El Mala in der Bundesliga sowie der deutschen Nationalmannschaft angekommen ist, spielte Cabral in der laufenden Saison mit Benfica Lissabon in der Champions League gegen Real Madrid. Und die Kölner? Sie mussten neben zahlreichen Abgängen von Leistungsträgern auch den Abgang ihres Erfolgstrainers, Olaf Janßen, hinnehmen. Marian Wilhelm, der bisherige Co-Trainer, übernahm und machte seine Aufgabe gut. Er machte sie sogar so gut, dass bereits im März sein Vertrag vorzeitig verlängert wurde. Denn trotz aller Umstände steht die Viktoria derzeit bei 50 Punkten – erneut eine solide Saison ohne Abstiegsängste. Umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass sich der Kölner Top-Torjäger Lex-Tyger Lobinger im Winter zu Ligakonkurrent MSV Duisburg wechselte.
Dass der rechtsrheinische Verein frühzeitig den Klassenerhalt sowie das Minimalziel von 45 Punkten erreichte, liegt an mehreren Faktoren. Auf der einen Seite profitierten die Kölner von einem starken Saisonstart: Nach sechs Spielen hatten sie bereits zwölf Punkte auf dem Konto und knüpften somit an ihre starke letzte Saison an.Am Ende des Jahres 2025 stand somit die zweitbeste Hinrunde in ihrer Drittligageschichte auf der Habenseite. Auf der anderen Seite hat das Scouting der Viktoria ebenfalls wieder hervorragend funktioniert. Spieler wie Meiko Sponsel, Leonhard Münst, Benjamin Zank und vor allem David Otto leisteten ihren Beitrag zu einer sorgenfreien Saison. Die Viktoria verpflichtete sie – aus den Regionalligen, von Absteigern. Lediglich Münst hätte wohl auch ohne den Wechsel zur Viktoria weiterhin in der 3. Liga gespielt. Beim VfB Stuttgart II zählte er allerdings nicht zu den Stammspielern.
Kölner Saisonhighlight erst nach den Drittligaspielen
So trudelt die Saison für die Kölner langsam ihrem Ende entgegen. Gegen die Alemannia werden zudem Kapitän Christoph Greger, Benjamin Zank und Lucas Wolf ausfallen. Auch Innenverteidiger Sponsel ist fraglich. Das wichtigste Spiel für den kommenden Gegner der Kaiserstädter steht allerdings erst nach der letzten Liga-Begegnung an. Dann treffen sie im Finale des Bitburger-Pokals im Stadtduell auf Fortuna Köln. Der Spielort – sowohl für das Finale des Landespokals als auch für das kommende Ligaspiel – ist der Sportpark Höhenberg. Das Stadion der Kölner ist aber nicht mehr die Festung, die es in der vergangenen Saison noch war. Damals feierten die rechtsrheinischen Kölner 12 Heimsiege und damit die meisten aller Vereine in der 3. Liga. In dieser Spielzeit sieht dies allerdings anders aus. Sie haben vier Spiele weniger auf ihre Seite gezogen und insgesamt 27 Punkte im eigenen Stadion geholt. In der Heimtabelle könnte die Alemannia also noch an der Viktoria vorbeiziehen.
Ein wichtiger erster Schritt dafür wäre es, im kommenden Duell in Führung zu gehen. Dies würde selbstverständlich nicht direkt einen Sieg bedeuten, allerdings hat keine Mannschaft in der Liga so wenig Punkte nach einem Rückstand geholt wie die Viktoria. 17-mal lagen sie bereits zurück, einzig gegen den FC Ingolstadt holten sie danach noch Punkte.
Spieler im Fokus: David Otto
Und David Otto war in eben jenem Spiel gegen Ingolstadt für den zwischenzeitlichen Ausgleich der Viktoria verantwortlich. Generell ist er der torgefährlichste Spieler seines Vereins und kommt in der Liga bislang auf neun Tore und elf Vorlagen. Vor allem zum Saisonende präsentiert sich der Stürmer in Topform: Zwischen dem 29. und 33. Spieltag war Otto in jedem der fünf Spiele an mindestens einem Tor beteiligt und sammelte in diesem Zeitraum insgesamt sieben Scorerpunkte.
Auch in Sachen Verlässlichkeit gehört der 27-Jährige zu den festen Größen im Kader der Viktoria. In dieser Drittliga-Saison verpasste er bislang nur 372 Minuten, stand 35-mal in der Startelf und ist damit der Aktivposten der Kölner.
Blick in die Historie: Später Siegtreffer sichert Auswärtssieg
Die meisten Aufeinandertreffen zwischen den beiden Vereinen fanden in den letzten Jahren in der Regionalliga West statt. So auch in der Saison 2016/17, als die Alemannia am 25. Spieltag als Außenseiter nach Köln Höhenberg reiste. Dort zeigten die Schwarz-Gelben von Beginn an einen couragierten Auftritt. Früh vergab Joy-Lance Mickels – dessen Brüder ebenfalls für die Alemannia aktiv waren – die Führung. Auf der anderen Seite mussten Keeper Mark Depta sowie seine Vorderleute mehrfach in höchster Not retten.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Viktoria Köln den Druck und ging durch Fatih Candan in Führung. Die Alemannia reagierte aber schnell: Daniel Hammel köpfte nach Freistoß von Meik Kühnel zum Ausgleich. In der Schlussminute nutzten die Gäste schließlich einen Konter. Mickels legte quer auf Mergim Fejzullahu, der den umjubelten Siegtreffer erzielte. So traten die Kaiserstädter siegreich mit drei Punkten im Gepäck die kurze Rückreise nach Aachen an.
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