Rot-Weiss Essen im Gegnercheck
Wenn am Sonntag um 16:30 Uhr der Anpfiff ertönt, ist alles angerichtet für ein echtes Traditionsduell: Alemannia Aachen empfängt Rot-Weiss Essen. Der Rivale von der Hafenstraße reist mit reichlich Selbstvertrauen an den Tivoli und mit klaren Ambitionen. Wir haben den kommenden Gegner vorab genauer unter die Lupe genommen.
Es gab Redebedarf nach dem letzten Spiel der Essener auf dem Tivoli. Die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat hatte den Rückrundenauftakt mit 0:2 bei den Schwarz-Gelben verloren. Zu diesem Zeitpunkt standen die Essener mit 17 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Ein Abstieg und die damit verbundene Rückkehr in die Regionalliga West drohten.
Doch statt im Abstiegskampf unterzugehen, startete Rot-Weiss Essen einen bemerkenswerten Siegeslauf. 21 Siege im Kalenderjahr 2025, insgesamt 73 Punkte – kein Team der 3. Liga war erfolgreicher. Großen Anteil daran hatte Cheftrainer Uwe Koschinat, der kurz vor der Rückrunde übernahm. Der emotionale Fußballlehrer kommt nach 48 Spielen als RWE-Trainer auf einen starken Punkteschnitt von 1,83 – Bestwert seiner bisherigen Laufbahn.
Mittlerweile ist aus dem Abstiegskandidaten ein ernsthafter Aufstiegsanwärter geworden. Mit 39 Punkten belegt RWE Rang vier – nur einen Zähler hinter dem Relegationsplatz. Der große Wurf scheint möglich. Zum Rückrundenstart ließ Essen allerdings Punkte liegen, vor allem wegen mangelnder Chancenverwertung. Fünf Zähler aus drei Spielen sind solide, aber aus Essener Sicht wohl ausbaufähig.
Torwart Jakob Golz fehlt verletzt
Generell sind die Essener schwer zu besiegen: Sie haben erst drei Niederlagen in der bisherigen Saison kassiert – Bestwert der Liga. In den letzten sieben Spielen blieb Rot-Weiss ebenfalls ungeschlagen.
Ein Grund dafür ist, dass sie mit Jakob Golz einen der besten Torhüter der Liga als sicheren Rückhalt haben. In den nächsten Wochen wird er RWE allerdings nicht zur Verfügung stehen. Im Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden zog sich der Keeper nämlich einen Teilriss des Innenbandes im Knie zu. Für ihn wird der 23-jährige Felix Wienand auflaufen, der sich gegen Ende der vergangenen Spielzeit bereits beweisen durfte und dies auch erfolgreich tat.
Zudem wird Rechtsverteidiger Jannik Hofmann aufgrund einer Roten Karte aus dem Spiel gegen den TSV Havelse gesperrt fehlen.
Spieler im Fokus: Marek Janssen
Im Angriff sorgt derzeit Marek Janssen für Furore. Der 1,95 Meter große Mittelstürmer meldete nach seinem Jokertor beim TSV 1860 München selbstbewusst Ansprüche auf einen Startelfplatz an und lieferte prompt. Drei Treffer erzielte er gegen den TSV Havelse, ein weiteres Tor folgte zuletzt gegen den SV Wehen Wiesbaden.
Fünf Rückrundentore machen Janssen nicht nur zum treffsichersten Essener im neuen Jahr, sondern auch zum erfolgreichsten Torschützen der 3. Liga im Jahr 2026. Im Schnitt trifft er alle 47 Minuten – ein Wert, der die Alemannia-Defensive besonders wachsam machen dürfte.
Blick in die Historie: Der letzte Heimsieg gegen Rot-Weiss Essen
Der letzte Heimsieg gegen Rot-Weiss Essen ist noch in bester Erinnerung. Beim 2:0-Erfolg zum Rückrundenauftakt dominierte die Alemannia das Geschehen von Beginn an. Schon vor der Pause hätten die Schwarz-Gelben führen können, doch Kevin Goden ließ zwei gute Möglichkeiten liegen.
Nach dem Seitenwechsel war es dann Anas Bakhat, der den ausverkauften Tivoli zum Beben brachte. Nach einer Ecke verschätzte sich der Essener Schlussmann und Bakhat köpfte zum 1:0 ein. Lange blieb es spannend, ehe Anton Heinz nach Vorlage von Niklas Castelle mit dem 2:0 für die Entscheidung sorgte.
Ein Nachmittag voller Emotionen und ein Gefühl der Glückseligkeit, das auch heute wieder auf Seiten der Schwarz-Gelben herrschen soll.
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