Mehr als nur eine ruhige Saison im Mittelfeld
Mit dem Gastspiel der Alemannia beim Waldhof Mannheim darf sich die 3. Liga auf das Duell zweier großer Traditionsvereine freuen. Wir haben vorab einen genaueren Blick auf den kommenden Gegner der Schwarz-Gelben geworfen.
Zehn Punkte hinter dem Relegationsplatz, zwölf Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge – rein tabellarisch steuern die Mannheimer auf eine Saison im gesicherten Mittelfeld zu. Aktuell rangiert der SVW auf Platz zehn. Eine entspannte Spielzeit also? Das dürfte nicht nur die Verantwortlichen freuen, sondern auch die Fans. Schließlich mussten die Schwarz-Blauen in den vergangenen beiden Jahren lange zittern und belegten in beiden Spielzeiten den ersten Nichtabstiegsplatz.
Dass eine Saison im Mittelfeld dennoch alles andere als langweilig sein kann, beweisen die Waldhöfer in dieser Spielzeit eindrucksvoll. Die Runde 2025/26 ist geprägt von Ausschlägen in beide Richtungen. Bereits nach zwei Spieltagen entschieden sich die Verantwortlichen für einen Trainerwechsel: Auf Dominik Glawogger folgte der ehemalige luxemburgische Nationaltrainer Luc Holtz. Unter ihm gelangen zunächst zwei Ligasiege sowie ein Erfolg im Landespokal – ehe drei Niederlagen in Serie folgten.
Dieses Muster zog sich durch die Saison: Auf mehrere Siege am Stück folgten wieder Rückschläge. Unentschieden sind dagegen eine Seltenheit – erst drei Remis stehen zu Buche. Nur Ulm und Schweinfurt spielten noch seltener unentschieden. Beim Waldhof gilt in dieser Saison meist: Alles oder nichts.
Abgang von Kennedy Okpala im Winter
Einen schmerzhaften Verlust mussten die Mannheimer in der Winterpause verkraften. Mit Kennedy Okpala wechselte einer der formstärksten Offensivspieler der Hinrunde zum SC Paderborn. Sieben Tore und drei Vorlagen standen für ihn zu Buche – damit war er an nahezu einem Drittel aller Waldhof-Treffer in der ersten Saisonhälfte beteiligt.
In den sechs Partien nach seinem Abgang gelangen nur zwei Siege. Den schwächeren Jahresstart allein an seinem Abgang festzumachen, wäre aber zu viel des Guten. Zum Auftakt setzte es eine 2:5-Niederlage beim SC Verl, anschließend folgte ein 0:4 gegen Hansa Rostock.
Es passte ins Bild der Saison, dass danach wieder zwei Siege in Serie gegen Ulm und Viktoria Köln folgten – ehe zuletzt erneut nur ein Punkt aus zwei Spielen heraussprang. Auffällig: In der Rückrunde kassierte der SVW bereits 15 Gegentore.
Gerade beim VfB Stuttgart II gerieten die „Buwe“ in der ersten Halbzeit deutlich unter Druck. Zur Pause stand es 0:3. Trainer Luc Holtz sprach anschließend von einem „kopflosen“ Auftritt seiner Mannschaft. Allerdings fehlten gleich vier gesperrte Spieler – darunter Kapitän Lukas Klünter. Gegen die Alemannia kehren sie allesamt zurück.
Spieler im Fokus. Terrence Boyd
Ein weiterer Spieler, der gegen den VfB Stuttgart II aufgrund seiner fünften Gelben Karte der Saison gesperrt war, war Terrence Boyd. Der sogenannte „Zyklop“ ist auf Abschiedstournee in der 3. Liga – nach der Spielzeit wird er seine Karriere beenden. Der großgewachsene Mittelstürmer darf ab dem Sommer dann auf eine bewegte Fußballerlaufbahn zurückblicken. Er feierte Aufstiege, erzielte Traumtore in der 3. Liga und durfte als Spieler der Regionalliga in der Nationalmannschaft der USA debütieren. In seinem ersten Länderspiel traf er auf Italien und foulte direkt nach seiner Einwechslung die italienische Legende Andrea Pirlo. Postwendend entschuldigte er sich nach dem Foulspiel beim Italiener und erklärte, er sei ein großer Fan.
Boyd kommt in seiner Karriere auf 158 Spiele in der 3. Liga. In diesen erzielte 67 Tore und bereitet 20 weitere vor. Dazu kommen 27 Torbeteiligungen in der 2. Bundesliga sowie 36 in der österreichischen Bundesliga. Und auch in dieser Spielzeit zeigt sich der 35-Jährige vor dem Tor erfolgreich: Sieben Mal schlug er in der Liga zu sowie weitere acht Male im Landespokal. Damit ist er auf die Liga bezogen der zweitbeste Torschütze des Waldhofs – einzig sein Stürmer-Kollege Felix Lohkemper traf häufiger.
Blick in die Historie: Vier Lattentreffer in Mannheim
Es war die erste Saison der Alemannia nach ihrer Rückkehr in die 2. Bundesliga. In der Hinrunde wussten die Kaiserstädter bereits gegen den Waldhof zu überzeugen und sicherten sich einen 2:1-Sieg auf dem alten Tivoli. In der Rückrunde waren es aber zunächst die Mannheimer, die den Ton angaben und dem Spiel ihrem Stempel aufdrückten. So brachte Otto Vincze die Hausherren kurz vor der Pause vom Elfmeterpunkt aus in Führung – vorausgegangen war ein Handspiel.
Nach der Pause waren es dann aber die Alemannen, die mit aller Macht auf den Ausgleich drückten. Gleich vier Lattentreffer verbuchten die Kaiserstädter. Für die Erlösung sorgte schließlich Xie Hui in der 75. Minute. Am Ende stand ein leistungsgerechtes 1:1 auf der Anzeigetafel. Die Alemannia beendete die Saison 1999/2000 auf einem guten achten Tabellenplatz.
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