Mi, 11. Februar 2026

Rückblick auf den Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau

Am Freitag vor dem Auswärtsspiel der Kaiserstädter beim TSV 1860 München organisierte Alemannia Aachen eine Fahrt zur KZ-Gedenkstätte Dachau. 20 Anhänger der Schwarz-Gelben nahmen an der rund zweieinhalbstündigen Führung über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers teil, im Anschluss folgte ein einstündiger Besuch der Ausstellung. Im Mittelpunkt dieser stand das Schicksal der Häftlinge – von der Ankunft im Lager über den entwürdigenden Alltag bis hin zu Krankheit, Gewalt und Tod.

Das Konzentrationslager Dachau wurde im März 1933 errichtet und war eines der ersten Lager des nationalsozialistischen Regimes. Zehntausende Menschen aus ganz Europa wurden hier inhaftiert, entrechtet und misshandelt. Die heutige historische Forschung geht von etwa 41.500 Todesopfern aus. Heute ist Dachau ein zentraler Ort der Erinnerung und Mahnung.

Mit der gemeinsamen Fahrt setzte die Alemannia bewusst ein Zeichen für Erinnerungskultur und gesellschaftliche Verantwortung. Der Verein steht klar dafür ein, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht vergessen werden und sich niemals wiederholen dürfen.

Eindrücke vor Ort

Organisiert wurde die Fahrt in Zusammenarbeit mit dem Aachener Fanprojekt sowie dem Verein Zweitzeugen, der für alle Teilnehmenden eine inhaltliche Vor- und Nachbereitung anbot. Im Vorbereitungstreffen wurden historische Hintergründe vermittelt und Erwartungen an den Besuch besprochen.

Anderthalb Wochen später folgte dann der Besuch der Gedenkstätte. Der Rundgang über das weitläufige Gelände machte die Dimension des Ortes eindrücklich spürbar. Bei kühlen Temperaturen, Schneedecke und dichtem Nebel wirkte das ehemalige Lager besonders beklemmend. Die erhaltenen Gebäude, die Weite des Appellplatzes und die stillen Wege zwischen den ehemaligen Baracken vermittelten eine Atmosphäre, die viele der Teilnehmenden nachhaltig bewegte.

Diese unmittelbare Erfahrung beschreibt auch das Aachener Fanprojekt: „Die Realität dieser Verbrechen vor Ort zu erleben, macht betroffen und weckt Empathie für das Leben und Leiden der vielen Menschen an diesem grausamen Ort.“

Austausch und Verantwortung

Im anschließenden Nachbereitungstreffen stand der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Die Zweitzeugen fragten unter anderem, wie der Besuch wahrgenommen wurde und wie man Antisemitismus und Diskriminierung heute in Deutschland begegnen könne. Ein Teilnehmer schilderte dabei, dass man zwar keine persönliche Schuld an den Ereignissen von damals trage. Gerade deshalb sei es wichtig, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, eigene Schlüsse zu ziehen und Verantwortung dafür zu übernehmen, damit solche Verbrechen niemals wieder geschehen können.

Auch Präsidiumsmitglied André Beckers nahm an den Treffen teil und ordnete die Erfahrungen ein: „Die Workshops mit Zweitzeugen e.V. und der Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau machen deutlich, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist. Sie lebt davon, dass wir erinnern, Haltung zeigen und Diskriminierung konsequent entgegentreten: im Stadion, im Verein und in unserer Gesellschaft.“

Fanbeauftragter Stephan Braun betont zudem die Bedeutung des Formats für die Vereinsarbeit: „Ich bedanke mich bei allen Fans, die das Angebot zum Besuch der KZ-Gedenkstätte in Dachau in Verbindung mit dem Auswärtsspiel bei 1860 München angenommen und sich darüber hinaus in den Vor- und Nachbereitungstreffen intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Mit unserem Arbeitskreis ‚Nie wieder‘ werden wir auch weiterhin verschiedene Formate zu diesem Thema anbieten.“

Alemannia Aachen bedankt sich beim Aachener Fanprojekt für die Unterstützung bei der Fahrt sowie beim Verein Zweitzeugen für die Organisation und Begleitung der Bildungsarbeit.

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