2. Bundesliga - Saison 2010/2011 - 34. Spieltag - Sonntag 15.05.2011  - 13:30 Uhr
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Zum Abschluss soll ein Sieg her

Alemannia will im letzten Heimspiel gegen Bielefeld (Sonntag, 13.30 Uhr) die 50 Punkte vollmachen

Traditionell wird das letzte Heimspiel der Saison von vielen Aktionen begleitet, so auch am Sonntag auf dem Tivoli. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den 90 Minuten, in denen die Schwarz-Gelben mit einem Sieg die 50 Punkte vollmachen und damit Saisonziel 1b erreichen wollen.

Eigentlich war ein einstelliger Tabellenplatz angepeilt worden, dieses Ziel kann das Team von Peter Hyballa nicht mehr erreichen. Bleibt die 50-Punkte-Marke, die mit einem Dreier geknackt wäre. „Dieses Ziel wollen wir noch erreichen“, sagt der Chef-Trainer. „Der schönste Saisonabschluss ist doch, sich mit einem Sieg von den eigenen Fans zu verabschieden. Wir wollen spielerisch und kämpferisch noch einmal alles zeigen.“

Für Gegner Bielefeld geht es seit Wochen um nichts mehr, der Abstieg in die Dritte Liga steht längst fest. Allerdings hat sich das Team von Ewald Lienen zuletzt stabilisiert und schlug am Sonntag den Karlsruher SC mit 2:1. „Sie haben in den letzten Spielen guten Fußball gezeigt. Sportlich wird das für uns eine Herausforderung“, weiß Hyballa, der sich rückblickend über die Niederlage in Düsseldorf ärgerte. „Ein langer Ball hat nicht zum ersten Mal gereicht, um unsere Innenverteidigung in die Bredouille zu bringen“, kritisiert der Coach. Aus solchen Unachtsamkeiten resultierten der Platzverweis für David Hohs und zwei Elfmeter-Gegentore. Für den gesperrten Keeper wird am Sonntag Tim Krumpen zwischen den Pfosten stehen. Auch Thomas Stehle ist gesperrt (10. Gelbe Karte), Mirko Casper fällt mit einer Zerrung aus. Ob Shervin Radjabali-Fardi wieder einsatzbereit ist, entscheidet sich erst kurzfristig. Der Linksfuß hat muskuläre Probleme im Oberschenkel.

Vor dem endgültigen Abschluss der Saison zog Hyballa Bilanz. „Die Top 4 waren die besten Mannschaften der Liga. Ich finde, wir hätten auch die Chance gehabt, Fünfter, Sechster oder Siebter zu werden – das hätte sich besser angehört“, trauerte der Coach diversen verpassten Chancen hinterher. Mit sechs Punkten oder zwei Siegen Rückstand ist dieser fünfte Platz nicht allzu weit entfernt. „Jeder hier im Raum weiß, wie ehrgeizig ich bin und wie ehrgeizig der Sportdirektor ist. Natürlich hätten wir uns ein bisschen mehr erwünscht. Wir akzeptieren diesen Platz und wissen, woran wir arbeiten müssen“, erklärt Hyballa. Ansatzpunkt wird sicherlich die Defensive sein. „Größter Knackpunkt waren die vielen Gegentore. Wir hatten oft nicht die nötige Stabilität gegen den Ball. Wenn wir 20 Gegentore weniger bekommen und genauso viele schießen, dann sind wir oben dabei“, sagt der Trainer. Losgelöst von der Endabrechung sei es ein gutes Jahr gewesen: „Wir haben diese junge Mannschaft wertvoll gemacht, haben einzelne Spieler wertvoll gemacht und diesen Klub mit einem guten Image und einem guten Spielstil versehen“, so Hyballa. All das sollen die Fans am Sonntag noch einmal zu sehen bekommen.

Für das Spiel wurden bislang rund 17.600 Karten verkauft. Für alle, die noch keine Karte für die Partie am Sonntag haben, gibt es wie gewohnt die Möglichkeit, Tickets in den Alemannia-Shops im Tivoli und in der Pontstraße, über die Hotline 01805 / 018011 (14 Cent pro Minute aus dem dt. Festnetz, Mobilfunkpreis maximal 42 ct/min), im Internet bis vier Stunden vor Spielbeginn unter www.alemannia-tickets.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen zu kaufen.

Die Partie wird geleitet von Frank Willenborg. Ihm assistieren Arne Aarnink und Dirk Wijnen. Vierter Offizieller ist Marcel Pelgrim.

Spieldaten

Aufstellung

Alemannia Aachen: Krumpen (46. Stuckmann) – Demai (82. Korte), Olajengbesi, Feisthammel, Achenbach – Höger, Kratz, Uludag – Radu (46. Arslan), Auer, Stieber / Trainer: Peter Hyballa

Arminia Bielefeld: Platins – Kaiser, Appiah, Bollmann, Schuler – Demme – Denneboom (74. Sako), Kerr (46. Müller), Abelski (46. Touré) – Vidosic, Berisha / Trainer: Ewald Lienen

Tore

1:0 Auer (33.), 1:1 Müller (72.)

Verwarnungen

  Müller (0.),   Kratz (51.),   Kaiser (61.),   Denneboom (71.)

Ecken

5 / 13

Schiedsrichter:

Frank Willenborg (Osnabrück) – Arne Aarnink, Dirk Wijnen, Marcel Pelgrim

Zuschauer:

19.986 (davon ca. 700 aus Bielefeld)

Wetter:

bedeckt, 14 Grad

Am Ende ist die Luft raus

Alemannia und Arminia Bielefeld trennen sich 1:1

Am Ende reichte es nicht für einen Dreier zum Abschied. Die Alemannia hat sich am Sonntag beim Saisonabschluss nach 90 recht kraftlosen Minuten mit 1:1 von Arminia Bielefeld getrennt. In einer höhepunktarmen ersten Hälfte sorgte Benny Auer mit seinem 20. Saisontreffer für die 1:0-Halbzeitführung. Nach der Pause spielte lange Zeit fast nur die Arminia, die sich Chance um Chance erarbeitete. Christian Müller gelang nach 72 Minuten schließlich der verdiente Ausgleich.

Peter Hyballa war zum Saisonabschluss vor 19.986 Zuschauern am heimischen Tivoli gezwungen, umzustellen. David Hohs war Rot-gesperrt, Thomas Stehle fehlte wegen der Zehnten Gelben Karte. Vor Keeper Tim Krumpen begann daher die Viererkette mit Aimen Demai, dem wiedergenesehnen Tobias Feisthammel, Seyi Olajengbesi und Timo Achenbach. Die Mittelfeldachse bildeten Marco Höger, Kevin Kratz und Alper Uludag. Im Angriff sollten Zoltán Stieber, Benny Auer sowie Sergiu Radu für die nötige Offensivgefahr sorgen.

Während es für die absteigende Arminia aus Bielelfeld am letzten Spieltag darum ging, sich anständig aus der Zweiten Liga zu verabschieden, wollte die Hyballa-Elf ihren treuen Zuschauern zum Abschluss nochmals drei Punkte bescheren. Doch die Alemannia benötigte im neuen Trikot einige Zeit, um Arminias Hintermannschaft ernsthaft unter Druck zu setzten. Zoltán Stieber scheiterte in der 13. Minute nach schönem Zuspiel von Uludag an Keeper Platins, ansonsten neutralisierten sich beide Teams weitestgehend.

Die Alemannia wollte den Sieg mehr als Bielefeld, doch die letzte Entschlossenheit fehlte im Spiel nach vorne. Radu hatte nach 22 Minuten die Führung auf dem Schlappen, doch seine Direktabnahme nach Ecke von Kratz konnte Abelski gerade noch von der Linie kratzen. In der 32. Minute dann die Führung für Schwarz-Gelb: Platins faustete eine Flanke von Stieber frontal auf Kapitän Auer, von dem die Kugel abprallte und zum 1:0 ins Tor kullerte – Auer 20. Saisontreffer.

Die Tivoli-Jungs waren nicht drückend überlegen, doch die Führung ging in Ordnung.  Die Gäste aus Ostwestfalen zeigten sich vor dem Gehäuse von Tim Krumpen meist doch sehr harmlos. Einen Eckball wuchtete Berisha per Kopf an den Außenpfosten, viel mehr war von der Arminia nicht zu sehen. Nach 45 Minuten mittelmäßigem Zweitligafußball ging es in die Pause.

Das Heimdebüt war für Tim Krumpen nach 45 Minuten bereits beendet, Alemannias junger Keeper hatte sich im ersten Durchgang die Schulter ausgerenkt, für ihn kam Thorsten Stuckmann beim Abschied zum Einsatz. Zusätzlich durfte sich Tolgay Arslan nochmal persönlich von den Fans verabschieden, er kam für Radu in die Partie. Stuckmann durfte sich gleich auszeichnen, nachdem Demai einen Freistoß der Gäste per Hinterkopf gefährlich abfälschte, „Stucki“ war hellwach und parierte zur Ecke (51.). Ganz hellwach schien hingegen Alemannias Viererkette nicht ganz zu sein, Berisha tauchte plötzlich freistehend vor Stuckmann auf, doch zielte Zentimeter neben den Pfosten (53.).

Es spielte nur die Arminia, Aachens Hintermannschaft hatte alle Hände voll zu tun. Kaiser kam wenige Minuten später zum Abschluss, doch Stuckmann lenkte den Ball stark zur Ecke, auch als es Müller im Anschluss versuchte (57.). Über den Ausgleich hätten sich die Hausherren mittlerweile nicht beschweren dürfen, die besseren Chancen hatten klar die Gäste. Stieber verfehlte in der 62. Minute das Gehäuse knapp nach einer Hereingabe von Achenbach, doch gleich im Gegenzug wieder die Arminia: Arslan rettete einen Kopfball von Bollmann in letzter Not auf der Linie (67.).

Thorsten Stuckmann konnte sich in seinem Abschiedsspiel am Tivoli nochmal von seiner besten Seite präsentieren. Schuler kam am kurzen Pfosten zum Kopfball, Stuckmann war da und klärte zur Ecke (68.). Vier Minuten später war Aachens Schlussmann allerdings geschlagen: Christian Müller enteilte den Schwarz-Gelben nach einem Ballverlust von Demai und traf zum Ausgleich – 1:1 (72.).

Die Alemannia tat nach der Pause eindeutig zu wenig, über den Gegentreffer konnte sich niemand beschweren. Doch die Tivoli-Jungs traten nun noch mal aufs Gaspedal: Platins ließ einen Schuss von Arslan nur abprallen, Stieber scheiterte alleinstehend im Nachschuss (74.). Drei Minuten später war es nach Zuspiel von Uludag wieder der Ungar, diesmal ging die Kugel knapp rechts vorbei. Den Torschrei hatten die schwarz-gelben Anhänger auch in der 80. Minute auf der Zunge, doch zunächst scheiterte Höger per Kopf an der Latte, ehe Auer im Nachsetzen in Platins seinen Sieger fand.

Der zweite Durchgang sparte trotz schwachen Niveaus nicht mit Torchancen, es war fast schon ein wenig verwunderlich, dass es nur 1:1 hieß. Beide Teams wollten in letzter Sekunde noch den Sieg einfahren. Auer ging in der Schlussminute im Strafraum zu Boden, trotz lautstarker Proteste blieb der Pfiff des Unparteiischen aus. Danach war Schluss: Mit einem Remis verabschiedete sich die Alemannia vor heimischer Kulisse in die Sommerpause.

Zum Spiel

Zoltán Stieber: Das war eine tolle Saison für mich. Ich bedanke mich beim ganzen Verein und allen Fans für dieses schöne Jahr. Gerne hätte ich mich heute mit einem Treffer verabschiedet, zumindest hätte ich gerne noch mal gewonnen. Der Alemannia wünsche ich für die Zukunft alles Gute. Ich hoffe, die Alemannia möglichst schnell in der ersten Liga begrüßen zu dürfen, um dann wieder in diesem tollen Stadion spielen zu können.

Thorsten Stuckmann: Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, heute nochmal auf dem Platz stehen zu dürfen, aber ich habe immer betont, dass ich da bin, wenn man mich braucht. Ich nehme viele schöne Erinnerungen vom Tivoli mit auf meinen künftigen Weg. Es war eine tolle Zeit hier am Tivoli. Danke dafür!

Erik Meijer: Mit dem Spiel heute kann man nicht zufrieden sein, das war zu wenig von der Mannschaft. Aber insgesamt können wir zufrieden auf diese Saison zurückblicken. Wir sind ein hohes Risiko mit dieser jungen Mannschaft eingegangen, doch es hat sich ausgezahlt. Offensiv haben wir sehr guten, aggressiven Fußball gezeigt. In der Defensive hatten wir allerdings teils große Löcher, deswegen sind wir auch nur Zehnter geworden. In der neuen Saison wollen wir besser sein. Das heißt mehr Siege, weniger Gegentore und ein paar Plätze nach oben klettern. Die rechte Abwehrseite war in dieser Saison unsere Achillesferse, das hat man heute auch beim Gegentor gesehen. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir Kim Falkenberg überzeugen konnten, zu uns zu kommen.

Peter Hyballa: Zum Spiel heute muss ich sagen, dass es ein sehr kraft- und saftloser Auftritt war. Im ersten Durchgang verlief unser Spiel im 4-3-3 nicht nach unseren Vorstellungen. Nach der Pause war Bielefeld ganz klar besser, das muss man so deutlich sagen. Sie sind gelaufen wie die Wildhasen, während wir nur ab und zu noch ein paar Nadelstiche setzen konnten. Wir haben die Saison heute nur austrudeln lassen, was sehr schade ist. Doch unser Blick geht schon wieder auf die neue Spielzeit. Ich bedanke mich bei allen Zuschauern in dieser Saison, die uns immer toll unterstützt haben. Besonders die, die uns auf weiten Auswärtsfahrten begleitet haben, verdienen ein Lob. Mit nach Augsburg oder Ingolstadt zu fahren, ist keine Selbstverständlichkeit. Wir werden in der nächsten Saison wieder Vollgas geben, und uns in der Tabelle verbessern.

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