Sa, 19. März 2016

Eine Legende feiert runden Geburtstag

Jupp Martinelli wird 80 Jahre alt

Am Samstag (19. März) wird Josef „Jupp“ Martinelli 80 Jahre alt. Martinelli ist Ehrenmitglied, Rekordtorschütze und einer der Rekordspieler der Alemannia.

Der Kohlscheider begann seine Fußballkarriere beim dortigen KBC, der es in Kriegszeit mit mehreren Akteuren aus der Familie Martinelli bis in die höchste Spielklasse geschafft hatte.  1951 wechselte Jupp Martinelli von seinem Heimatverein in die B-Jugend der Alemannia. 1954 wurde er aus der A-Jugend in die erste Mannschaft übernommen, die damals in der Oberliga West spielte. Am 8.8.1954 bestritt Martinelli, der zu diesem Zeitpunkt nebenbei noch als Leichtathlet aktiv war, sein erstes Freundschaftsspiel für die Alemannia gegen Feijenoord Rotterdam (3:3). Zwei Wochen später gab er im Heimspiel gegen Schalke 04 sein Ligadebüt und steuerte gleich ein Tor zum 4:3-Sieg bei.

Es war das erste von 141 Toren, die Jupp Martinelli bis 1970 alleine in Meisterschaftsspielen für die Alemannia erzielte (je nach Statistik sind es zwischen 140 und 146, die Genauigkeit der Spielberichte der 50er-Jahre entsprach nicht heutigen Standards). Damit ist Martinelli mit großem Abstand vor Sepp Schnitzler und Reinhold Münzenberg Rekordtorschütze der Alemannia. Martinellis 484 Einsätze in Liga- und Relegationsspielen werden lediglich von Jo Montanes übertroffen. Inklusive Freundschaftsspielen, Jugend und Traditionself lief er weit über 1.000 Mal im schwarz-gelben Trikot auf.

Martinellis aktive Zeit war gleichzeitig die erfolgreichste Ära der Alemannia. Bis 1963 spielte die Alemannia (als einzige Mannschaft neben Schalke und Dortmund) ununterbrochen in der Oberliga West und verpasste 1956 und 1958 die Endrundenteilnahme jeweils erst auf der Zielgeraden. Die größte Enttäuschung seiner Karriere folgte mit der Einführung der Bundesliga 1963, als die Bewerbung der Alemannia vom Bundesligaausschuss nicht berücksichtigt wurde. Zu dieser Zeit wurde die Läuferreihe um Martinelli, Christian Breuer und Branko Zebec als die beste im deutschen Fußball bezeichnet. Martinelli war nebenbei der wahrscheinlich vielseitigste Spieler der Alemannia - neben der Läuferposition lief er auch als Stürmer und Verteidiger auf, bei Verletzungen der Stammtorhüter stand er sogar aushilfsweise zwischen den Pfosten.

1963/64 schoss Martinelli die Alemannia mit 33 Toren zur Meisterschaft, eine bis heute bei der Alemannia unerreichte Marke. 1964 und 1965 scheiterte die Alemannia jeweils in der Bundesligaaufstiegsrunde. Der größte Erfolg war zu dieser Zeit das Erreichen des Pokalfinals 1965 (0:2 gegen Borussia Dortmund), das durch eines der denkwürdigsten Spiele am Tivoli erreicht wurde: Im strömenden Regen wurde Schalke 04 nach 1:3-Rückstand mit 4:3 niedergerungen, Martinelli hatte zum zwischenzeitlichen 3:3 getroffen. 1967 gelang der Mannschaft mit Trainer Michel Pfeiffer schließlich der Aufstieg in die Bundesliga. Dort bestritt Martinelli in drei Jahren 84 Spiele, Höhepunkt war der Gewinn der Vizemeisterschaft 1969, der bis heute größte Erfolg der Fußballabteilung.

Nach dem Abstieg ein Jahr später wurde der Neuanfang ohne Martinelli geplant. Dieser spielte noch ein Jahr bei Roda JC Kerkrade und den Rest der 70er-Jahre bei der DJK Westwacht Aachen. In den 80er-Jahren engagierte sich Martinelli neben seiner Tätigkeit als Verwaltungsbeamter bei der Stadt Aachen als Jugendtrainer für die Alemannia. In der Saison 1981/82 sprang er kurzzeitig als Interimstrainer der 1. Mannschaft in der 2. Bundesliga ein. Erst 2012, im Alter von 76 Jahren, feierte er seinen Abschied aus der Traditionsmannschaft. Zwei Jahre später wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft von Alemannia Aachen verliehen. Bis heute ist Jupp Martinelli, der nach wie vor in Kohlscheid lebt, Mitglied des Ehrenrates sowie regelmäßiger Tivoli-Besucher.

Die gesamte Alemannia-Familie wünscht Jupp Martinelli nur das Beste zum Geburtstag und viel Gesundheit für das neue Lebensjahr!

 

 

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