Do, 23. November 2006

Heimstark und mannschaftlich geschlossen

Gegner im Visier: Hertha BSC Berlin

 „Wir sind eine Mannschaft, mit vielen jungen Spielern. Da muss das Wir-Gefühl wieder ausgeprägter sein“, fordert der Manager von seinem Team. Dieses geforderte „Wir-Gefühl“ erhielt gleich zu Saisonbeginn einen Dämpfer. Marcelinho überzog zum vierten Mal in Folge eigenmächtig seinen Sommerurlaub, die Berliner reagierten und transferierten ihren exzentrischen Spielmacher in die Türkei, zum Wohle der Mannschaft. In seine Fußstapfen soll der quirlige Türke Yildiray Bastürk schlüpfen, der jedoch die letzten Wochen aufgrund einer Wadenbeinprellung fehlte.

Ein weiterer Grund auf mannschaftliche Geschlossenheit zu setzen ist die fehlende Liquidität. 48,9 Millionen Euro Verbindlichkeiten belasten den Club aus der Hauptstadt. Während andere Teams im Sommer rekordverdächtig investierten, verstärkten sich die Berliner hauptsächlich aus der zweiten Reihe bzw. der eigenen Jugend. Es sollte aber noch ein Stürmer her. Nachdem Jan Koller, Diego Klimowicz und Nelson Valdez einfach zu teuer waren, verpflichtete man Christian Gimenez von Olympique Marseille. Wie sich bald herausstellen sollte, ein absoluter Volltreffer für die Berliner, bildet der Argentinier mit Marco Pantelic doch eins der erfolgreichsten deutschen Sturmduos. Zusammen haben die beiden schon zwölf Tore erzielt. „Mit einem starken Mann wie Christian an meiner Seite ist es leichter“, lobt der Serbe seinen neuen Sturmpartner. Der argentinische Angreifer wird im Heimspiel gegen Alemannia nicht von der Partie sein. Ihn plagt eine Venenentzündung in der Wade. Pantelic selber spielt eine Riesensaison. Der 28-Jährige blüht nach Marcelinhos Weggang auf, hat schon acht Tore dieses Jahr erzielt. Der Brasilianer nahm bei all seiner Brillanz den Stürmern Räume und verschleppte das Tempo. „Seit er weg ist, übernimmt Pantelic mehr Verantwortung“, meint Erich Beer, ehemaliger Berliner Nationalspieler. Das Konzept ist trotzdem deutlich zu erkennen. Weg von den teuren Stars, hin zu talentierten Jugendspielern. Spieler wie Bastürck und Josip Simunic sollen langfristig gebunden werden. „Wir wollen eine starke Mannschaft aus Korsettstangen und talentierten Nachwuchskickern formen“, so Hoeneß.

Zu den Korsettstangen zählen Christian Fiedler, Arne Friedrich, Josip Simunic, Dick van Burik, Gilberto, Yildiray Bastürck, Marco Pantelic und Christian Gimenez. Zu den hoffnungsvollen Nachwuchsspielern gehören Kevin-Prince Boateng, Malik Fathi, Ashkan Dejagah, Sofian Chahed, Solomon Okoronkwo, Patrick Ebert und seit dem letzten Auswärtssieg in Dortmund wohl auch Chinedu Edu. Der 19-Jährige bereitete das Siegtor von Gilberto vor.

Zusätzliche Einnahmen versprachen sich die Berliner vom internationalen Geschäft. Nach einer enttäuschenden Vorstellung im UEFA-Cup verpassten die Berliner bei Odense BK jedoch die Gruppenphase und somit auch finanzielle Zusatzquellen. Nachdem man in Berlin 2:2-Unentschieden spielte, verlor man in Dänemark mit 0:1. In der Bundesliga läuft es da mittlerweile besser. In Dortmund feierte man am Wochenende den ersten Auswärtssieg der Saison und kletterte mit 21 erzielten Punkten auf den fünften Tabellenplatz. Im heimischen Olympiastadion verlor die Hertha diese Saison noch kein Spiel. 14 der erzielten 21 Punkte konnte man zuhause verbuchen. Das die Berliner zuhause aber nicht unantastbar sind, zeigte Bochum im letzten Heimspiel auf. Der VfL führte in der Hauptstadt schon mit 3:1, musste dann aber noch ein 3:3-Unentschieden in Kauf nehmen.

Die Bilanz gegen Hertha BSC Berlin sieht positiv aus. Bei 19 gespielten Partien gingen die Aachener achtmal als Sieger vom Platz, spielten siebenmal Unentschieden und verloren nur vier Partien. In Berlin ist die Bilanz fast ausgeglichen. Neunmal spielte man in Berlin gegeneinander, zweimal gewannen die Schwarz-Gelben, dreimal die Berliner. Vier Aufeinandertreffen endeten Unentschieden. Das letzte Spiel der beiden Mannschaften fand am 2. Mai 1990 in der Zweiten Bundesliga zuhause auf dem Aachener-Tivoli statt. Vor 14.000 Zuschauern trennte man sich 1:1-Unentschieden. Das Tor der Aachener erzielte Rousajew.

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