Do, 7. Februar 2019

Stolpersteine in Aachen

Am Donnerstag, 6.2.2019, erinnerte Vereinspräsident Dr. Martin Fröhlich an die ermordeten oder ohne Wiederkehr verschleppten TSV-Mitlieder aus der NS-Zeit. Zusammen mit der Fan-IG, des TSV Alemannia Aachen e.V. und der Stadt Aachen wurden fünf Stolpersteine unter anderem in der Thomashofstraße eingeweiht. Dort war der letzte bekannte Wohnort des ehemaligen Alemannia Funktionärs Erich André und von Max Salomon. Salomon war an der Seite von Reinhold Münzenberg Stürmer im Alemannia-Team, das 1931 die Rheinbezirksmeisterschaft gewann.

Im Frühjahr 1933 war der jüdische Fußballer aus rassistischen Gründen im Verein nicht mehr erwünscht. Er musste vor der nationalsozialistischen Verfolgung aus seiner Heimatstadt fliehen. Er wurde 1940 in Frankreich interniert. 1942 sollte Max Salomon ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau verschleppt werden. Auf dem Transport musste er zum Zwangsarbeitereinsatz den Zug verlassen, hier verlieren sich seine Spuren. Es wird angenommen, dass er bei diesem Einsatz in Oberschlesien zu Tode gekommen ist.

Weitere Nazi-Opfer aus dem Kreise der Alemannia sind Fritz Moses aus der Jülicher Straße, Robert Salomon aus der Bismarckstraße und Hans Silberberg aus der Aretzstraße. Auch vor ihren ehemaligen Wohnhäusern wurden Stolpersteine verlegt. Dem ebenfalls ermordeten Dagobert Pintus kann leider kein Stein gewidmet werden, weil seine letzte Adresse nicht bekannt ist. Der Stolperstein für Eduard Levy konnte trotz Ankündigung derzeit nicht verlegt werden, da der letzte Wohnort umstritten ist.

Der international bekannte Kölner Künstler Gunter Demnig kam nach Aachen kommen, um Stolpersteine in Erinnerung an sechs Alemannia-Mitglieder zu legen, die Opfer der Nationalsozialisten geworden sind.