1. Bundesliga - Saison 2006/2007 - 9. Spieltag - Sonntag 29.10.2006  - 17:00 Uhr
5
(2)
1
(0)

Einsatz von Sascha Dum ist fraglich

Sergio Pinto fehlt in Bielfeld wegen der fünften Gelben

Vor dem Sonntagsspiel bei Arminia Bielfeld steht ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Sascha Dum, dessen Knöchelprobleme nach dem Pokalspiel wieder schlimmer geworden sind. Zudem muss Coach Michael Frontzeck auf den gelb-gesperrten Sergio Pinto verzichten.

„Sascha hat gegen Aue wieder einen Schlag auf den Knöchel bekommen“, berichtete Michael Frontzeck bei der Pressekonferenz am Freitag. „Bei ihm wird es eng.“ Als Alternativen stehen Cristian Fiel und Emil Noll bereit. Für den gesperrten Sergio Pinto könnte wie in Mainz Thomas Stehle auf der rechten Seite verteidigen. Apropos Mainz: Eine ähnlich geschlossene Leistung wie beim Erfolg am Bruchweg mahnt Frontzeck auch in der Schüco Arena an. Auch das vorletzte Auswärtsspiel in München dient als Anschauungsmaterial. „Wenn wir an diese Leistungen anknüpfen, werden wir in Bielefeld unsere Chancen bekommen.“

Arminia Bielefeld hat sich nach mäßigem Saisonstart gefangen und besonders auf der heimischen Alm Punkte eingefahren. Die letzten drei Auftritte vor heimischem Publikum wurden gewonnen. Eine Qualität, die auch den Aachener Beobachtern natürlich nicht entgangen ist. „Bielefeld ist sehr heimstark, sie spielen sehr variabel und haben großes Offensivpotenzial. Wir müssen uns reinhängen, um da zu bestehen“, warnt Frontzeck folgerichtig.

Den jeweiligen Leistungsabfall nach der Pause in den beiden Spielen gegen Cottbus und Aue will Frontzeck nicht überbewerten: „Ich möchte das, was in den letzten beiden Spielen passiert ist, nicht zum Problem ausrufen. Es zeigt mir aber, dass noch eine Menge Arbeit vor uns liegt.“ Der Coach vermutet weder ein physisches Problem noch eine Art von Überheblichkeit bei seinen Spielern. „Ich glaube nicht, dass die Jungs die Sache unterschätzen. Wir müssen auch mal die Kirche im Dorf lassen. Wir sind Aufsteiger und haben eine junge Mannschaft. Zuhause ist es natürlich auch immer ein anderes Spiel, weil du das Spiel meist selber machen musst“, so der 42-Jährige. Es ist also vielleicht gar nicht so schlecht, dass die Alemannia jetzt mal wieder auswärts ran darf.

Geleitet wird das Spiel von Schiedsrichter Babak Rafati. Ihm assistieren an der Seitenlinie Tobias Welz und Christoph Bornhorst, Vierter Offizieller ist Stefan Schempershauwe.

Infos

Bilanz gegen Bielefeld
Infos zu Bielefeld

Spieldaten

Aufstellung

Arminia Bielefeld: Böhme (81. Ndjeng), Gabriel, Hain, Kamper, Kauf, Korzynietz, Kucera, Schuler, Westermann, Wichniarek (84. Eigler), Zuma (74. Masmanidis) / Trainer: Thomas von Heesen

Alemannia Aachen: Ebbers, Fiel, Herzig, Leiwakabessy, Nicht, Plaßhenrich (72. Lehmann), Reghecampf (46. Ibišević), Rösler, Schlaudraff, Sichone, Stehle / Trainer: Michael Frontzeck

Tore

1:0 Kamper (11.), 2:0 Kucera (19.), 2:1 Plaßhenrich (47.), 3:1 Wichniarek (50.), 4:1 Kamper (68.), 5:1 Eigler (85.)

Verwarnungen

  Ebbers (54.),   Stehle (65.),   Rösler (67.)

Ecken

3 / 3

Schiedsrichter:

Babak Rafati, Christoph Bornhorst, Tobias Welz

Zuschauer:

23.538 (davon ca. 2000 aus Aachen)

Wetter:

bewölkt, 14 Grad

Alemannia mit schwarzem Tag in Bielefeld

Unnötige individuelle Fehler leiten Niederlage ein - Plaßhenrich trifft kurz nach der Pause

Alemannia Aachen hat das Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld mit 1:5 verloren. Nach einem 0:2-Pausenrückstand durch Treffer von Jonas Kamper und Radim Kucera konnte Reiner Plaßhenrich kurz nach der Pause zwar noch verkürzen, doch die Ostwestfalen konnten das Spiel mit drei weiteren Toren letztendlich deutlich für sich entscheiden.

Im Vergleich zum 4:2-Pokalsieg gegen Erzgebirge Aue war Michael Frontzeck gezwungen, die Startformation gleich auf drei Positionen umzustellen. Da Sergio Pinto aufgrund seiner fünften gelben Karte zuschauen musste, kam Thomas Stehle für ihn zum Einsatz. Auch Sascha Dum, der unter der Woche über Knöchelprobleme klagte, konnte nicht mitwirken. Cristian Fiel begann an seiner Stelle im linken Mittelfeld. Für Matthias Lehmann kehrte Kapitän Reiner Plaßhenrich ins Team zurück.

Arminen-Trainer Thomas von Heesen änderte seine siegreiche Elf vom 1:0-Erfolg gegen Mainz nur auf der Torwartposition. Kapitän Mattias Hain kehrte nach auskurierter Wadenverletzung für Ersatzmann Marc Ziegler zwischen die Pfosten zurück. In der Viererabwehrkette spielten Bernd Korzynietz, Heiko Westermann, Petr Gabriel und Markus Schuler. Das Mittelfeld bekleideten Jonas Kamper, Rüdiger Kauf, Radim Kucera und Jörg Böhme. Im Sturm gingen Sibusiso Zuma und Artur Wichniarek an den Start.

Der erste Schuss aufs Tor kam von der Arminia - doch Bernd Korzynietz zielte auf das Eigene. Nach Kopfballverlängerung durch Marius Ebbers konnte sich Jan Schlaudraff am gegnerischen Strafraum durchsetzen. Korzynietz versuchte zu retten und beförderte den Ball ins Aus. Sein Schuss striff nur Zentimeter am Kasten von Matthias Hain vorbei (2.).

In der siebten Minute wieder Gefahr vor dem Kasten der Arminia: Laurentiu Reghecampf bediente Schlaudraff mit einem langen Pass in die Spitze, der mit den Kopf den Ball an dem herausstürmenden Keeper vorbeilegt, aber dann zu weit nach Außen gedrängt wurde.

Obwohl die ersten guten Gelegenheiten auf Seiten der Alemannia lagen, gingen die Bielefelder fünf Minuten später in Führung: Einen Schuss von Jonas Kamper aus 25 Metern ließ Keeper Nicht unter sich hindurch gleiten (11).
In der Folgezeit versuchten die Alemannen das Spiel besser in den Griff zu bekommen, während sich die Arminia in die eigene Hälfte zurückzog und auf Konter lauerte. Bis auf einen Weitschuss von Schlaudraff, der über das Tor ging, sprang aber nichts Zählbares heraus (18.).

Noch in der gleichen Minute kamen die Bielefelder: Wichniarek stand nach einem Pass von Böhme nicht im Abseits. Doch Nico Herzig konnte noch sein Bein an den Ball bekommen und lenkte das Leder so über den Kasten. Eine Minute später musste Nicht schon zum zweiten Mal hinter sich greifen: Ein Schuss von Böhme kam zu Reghecampf, der den Ball aus der Gefahrenzone klären wollte, aber Wichniarek anschoss. Von dort sprang die Kugel zu Radim Kucera, der keine Mühe hatte das Leder aus zehn Metern ins Tor zu schieben.

Nach dem zweiten Tor wirkte die Alemannia etwas verunsichert: Im Spiel nach vorne wurden viele Fehlpässe gespielt und so die Arminia zu schnellen Gegenangriffen praktisch eingeladen. Nach einer knappen halben Stunden fingen sich die Schwarz-Gelben wieder, spielten munter mit und kamen auch zu Torchancen: Fiels Drehschuss aus 16 Metern blieb jedoch noch harmlos (24.).

In der 28. Minute hätte der Anschlusstreffer für unser Team fallen müssen - und schon wieder war ein Armine Absender des Schusses: Reghecampf flankte schön von Rechts in die Mitte und Plaßhenrich legte sich den Ball im Sechzehner vor. Westermann spitzelte ihm den Ball von Fuß und zwang Keeper Hain so zu einer Glanzparade. Jetzt gingen die Schwarz-Gelben mehr Risiko ein: Nach einer strammen Fiel-Flanke von der linken Seite kam Ebbers an die Kugel - doch seine Direktabnahme aus der Drehung verfehlte das Tor deutlich (31.).

In den folgenden zehn Minuten ging auf beiden Seiten nicht viel zusammen: Die Arminia ließ die letzte Konsequenz nach Vorne vermissen, während unser Team mit der eng stehenden Hintermannschaft der Ostwestfalen nicht zurechtkam.

Kurz vor der Pause kamen die Bielefelder noch einmal gefährlich vor den Kasten von Nicht: Böhme setzte sich auf der rechten Seite gegen Herzig und Leiwakabessy durch. Seine Flanke konnte Schuler zum Glück für unser Team nicht verwerten. Nach zwei unglücklichen Aktionen ging die Alemannia mit einem 0:2-Rückstand in die Pause, obwohl sich das Spiel recht ausgeglichen gestaltete.

Mit einer Änderung kamen die Schwarz-Gelben aus der Kabine: Für Reghecampf kam Vedad Ibisevic ins Team. Und prompt gelang der Anschlusstreffer: Fiel, der jetzt auf Rechts gewechselt war, schickte Ebbers, der in die Mitte flankte. Hain wehrte die Flanke ab, doch ließ den Ball in die Mitte klatschen, wo Plaßhenrich den Ball unter die Latte zimmerte (48.). Als sich das Spiel wieder offen gestaltete, schlug die Arminia erneut zu: Wichniarek ließ mit einer Körpertäuschung Herzig ins Leere laufen und schoss den Ball aus 20 Metern ins obere linke Eck. Nicht konnte die Finger noch an den Ball bringen, war aber gegen diesen Hammer machtlos (50.) Die Schwarz-Gelben zeigten sich kämpferisch, doch die Arminia wollte das Spiel jetzt entscheiden: Kucera kam nach einem Freistoß von Böhme mit dem Kopf an den Ball - köpfte diesen aber Nicht in die Arme (55.).

Zehn Minuten lang passierte nichts, bevor Schlaudraff an den Ball kam: Vorbei an Gabriel drang der schnelle Stürmer in den Strafraum ein, konnte den Ball jedoch nicht mehr auf die mitgelaufenen Plaßhenrich und Rösler passen (64.).
Die Arminia überließ jetzt der Alemannia das Spiel im Mittelfeld und kam nur noch bei Standards gefährlich vors Aachener Tor. So auch in der 68. Spielminute als Jonas Kamper mit seinem zweiten Treffer das Spiel entschied: Nach einer Ecke von Böhme kam der Ball in den Strafraum, den Herzig vor die Füße von Kamper köpfte. Der hielt direkt drauf und traf zum 4:1 ins linke untere Eck.

Jetzt passte bei den Arminen alles zusammen: Zuma wurschtelte sich am Strafraum durch und passte den Ball auf Wichniarek. Sein Schuss ging nur knapp am Kasten der Aachener vorbei (70.).

Zum Spiel

Michael Frontzeck: Wir haben heute eine auch in der Höhe verdiente Niederlage kassiert. Nach dem Spiel in Mainz waren wir Tabellenführer, da kannst du als Trainer erzählen was du willst. Für mich sind wir erst heute in der Liga angekommen. Jetzt sollte jedem in Aachen klar sein, dass unser Ziel nur der Klassenerhalt sein kann.

Sascha Rösler: Es gibt so Tage, da läuft es einfach nicht. Ich denke man hat gesehen, dass wir am Mittwoch ein schweres Pokalspiel gehabt haben und 120 Minuten arbeiten mussten. Bielefeld musste hingegen nicht spielen und konnte sich die ganze Woche auf das Spiel vorbereiten. Wir haben uns in der ersten Halbzeit die zwei Dinger selber rein gehauen. Die Beine waren wegen dem Pokalspiel schon schwer genug und dann wurden diese im Laufe des Spiels noch schwerer, aber wir haben es in der zweiten Halbzeit noch mal versucht. Aber bei Bielefeld hat heute einfach alles geklappt und bei uns gar nichts. Ganz so schwarz dürfen wir die Situation nach zwei verlorenen Spielen jetzt nicht malen, denn wir sind Aufsteiger. Jetzt gilt es sich die Woche auszuruhen und dann am Samstag Stuttgart zu schlagen.

Jan Schlaudraff: Im Moment ist es natürlich ein bisschen schwierig. Nach dem Pokal wollten wir hinten erstmal gut stehen und so lange wie möglich die Null halten. Aber nach 20 Minuten liegen wir dann schon mit zwei Toren hinten, weil wir uns die Tore selber rein schießen und dann ist es immer schwer wieder zurückzukommen. Es war uns von Anfang an klar, dass schwierige Phasen auf uns zukommen werden. Natürlich war die Euphorie sehr groß nach den ersten Spielen, in denen wir gut gepunktet haben. Jetzt haben wir zwei Spiele nicht gepunktet, aber ich glaube nicht, dass uns das aus der Bahn werfen wird.

.