HolzScherf
2. Bundesliga - Saison 2004/2005 - 22. Spieltag - Sonntag 20.02.2005  - 15:00 Uhr
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Spieldaten

Aufstellung

1. FC Köln: Bade, Bilica Alves Da Silva, Cullmann, Podolski, Rahn, Scherz, Schindzielorz, Sinkala, Sinkiewicz, Streit, Voigt / Trainer: Huub Stevens

Alemannia Aachen: Brinkmann, Gomez, Michalke, Noll, Pinto, Plaßhenrich, Rolfes, Scharping, Sichone, Stehle, Straub / Trainer: Dieter Hecking

Tore

1:0 Lukas Podolski (88.)

Verwarnungen

  Thomas Stehle (28.),   Carsten Cullmann (38.),   Sergio Pinto (52.),   Thomas Stehle (57.),   Sebastian Schindzielorz (74.),   Christian Springer (88.),   Moses Sichone (90.),   Albert Streit (90.)

Ecken

3 / 4

Abseits

4 / 5

Schiedsrichter:

Dr. Wack Franz - Xaver, Hofmann Walter, Aetykin

Zuschauer:

50.374 davon ca. 6.000 aus Aachen)

Wetter:

bewölkt, 0°

Packendes Derby in Köln - nur gewonnen hat der Falsche

Es herrschte eine verkehrte Welt in Köln. Die Aachener lieferten ein Riesenspiel, fighteten bis zum Schluss, waren spielerisch besser, doch die Punkte holte mal wieder der andere. So auch in Köln beim Spitzenspiel der 2. Bundesliga zwischen dem 1.FC Köln und Alemannia Aachen.

Tolle Fans - schlechter Rasen

Die Rahmenbedingungen hätten nicht besser sein können, blickte man sich kurz vor Anpfiff einmal im Stadium um: 50.000 Menschen hatten um kurz vor 15.00 Uhr den Weg ins RheinEnergieStadion gefunden - allein 8.000 waren aus Aachen angereist; der Weg war ihnen ja bestens bekannt. Zwar war es für sie eine etwas ungewohnte Situation, mal auf der anderen Seite zu stehen und als Gäste in diesem Stadion ihre Mannschaft anzufeuern, doch ihre Leistung war wieder einmal - auch nicht von den 40.000 Kölner Fans - zu übertreffen. Mit verbalen Duellen behielten die lautstarken Schwarz-Gelben meistens, bis zur 88. Spielminute, die Oberhand. Blickte man allerdings ein wenig tiefer, so sträubten sich den Befürwortern des gepflegten Kurz-Pass-Spiels die Haare zu Berge. Der Platz war in einem katastrophalen Zustand. Drei Spiele in sechs Tagen und steter Wechsel zwischen Schnee und Regen waren für den frisch nach der Winterpause verlegten Rasen eindeutig zuviel. So kam in der Partie "sicher kein "Fußballfest" (Hecking) zustande - Einsatz und Kampf bestimmten das Spiel.

Glück mit dem Tüchtigen

"Von der Intensität her, war das Spiel auf einem Riesenniveau, da muss ich meiner Mannschaft ein großer Kompliment ausstellen", befand der Aachener Coach, der dem FC wie ein Sportsmann zu den drei Punkten gratulierte: "Huub hat taktisch alles richtig gemacht. Das Glück ist mit den Tüchtigen und heute hat der FC gewonnen." Blickt man allerdings auf den Spielverlauf, dann hätte der Tüchtige Alemannia Aachen heißen müssen und folglich als Sieger vom Platz gehen müssen. Die Enttäuschung der Aachener bringt Präsident Professor Horst Heinrichs auf den Punkt: "Ich bin so enttäuscht, ich bin enttäuschter als nach dem verlorenen DFB-Pokalendspiel gegen Bremen". Der Grund ist allen bekannt: "Wir waren eindeutig die bessere Mannschaft. Ich bin stolz auf die Leistung, vor allem so kurz nach dem UEFA-Cup Spiel."

Viele Zweikämpfe

In den ersten Minuten begannen beide Mannschaften mit großem Engagement. Viele Zweikämpfe im Mittelfeld und Standardsituationen prägten die Partie - Aachen versteckte sich als Gast im normalerweise "heimischen Wohnzimmer" keineswegs. In der 15. Minute hätte allerdings der heutige Gastgeber aus Köln in Führung gehen können. Voigt flankte von links in den Strafraum. Cullmann legte sich den Ball im Sechzehner zurecht und schoss, an Alemannen-Keeper Straub vorbei, die Kugel aufs Tor, wo Emil Noll mit dem Kopf auf der Linie klären konnte.

Kracher von Rolfes

Mit Schüssen aus der zweiten Reihe konnten die Kicker vom Tivoli noch keine echte Gefahr darstellen - in der 23. Minute versuchte es Rolfes aus 25 Metern. In der 28. Minute kam es dann zu einer kniffligen Situation, die für viele hinterher als die Spiel entscheidende Szene gewertet wurde. Zwei Aachener grätschen in einen Ball und brachten damit einen Kölner zu Fall. Schiedsrichter Wack gab Stehle daraufhin die Gelbe Karte.

"Erste Gelbe Karte war ein Witz"

"Die Gelbe Karte für Stehle ist ein Witz. Vorher wird Scharping klar umgerissen", kommentierte der Aachener Trainer diese Entscheidung. "Entweder muss er allen drei Spielern die gelbe Karte geben, oder keinem". Auch Stehle selbst hält die Entscheidung für fragwürdig: "Die erste Gelbe Karte war keine, so ist das natürlich bitter, weil wir sonst fast nichts zugelassen haben." Die Aufregung im Nachhinein ist verständlich, denn nach einem Foul an der Mittellinie an Podolski sah Stehle in der 57. Minute die zweite Gelbe und muss den Rest des Spiels von der Tribüne verfolgen.


Bade kratzt Ball aus dem Winkel

Ein bisschen unglücklich, denn nach der Pause veränderte sich das Geschehen im Vergleich zur ersten Hälfte kaum. Die Aachener kämpften viel und versuchten trotz des schlecht zu bespielenden Rasens mit Kombination gefährlich vor das Kölner Tor zu kommen. Zunächst war es Michalke, der aus 20 Metern auf das Kölner Tor schoss - Bade, als bester Kölner an diesem Tag, kratzte den Ball noch gerade so aus dem Winkel. Die von Pinto anschließend getretene Ecke landete auf dem völlig freistehenden Stehle, der seinen Meister wieder in glänzenden Kölner Keeper fand. Stehle bekam keine weitere Möglichkeit - denn er musste ja zwei Minuten später zum Duschen. In der Folgezeit verstanden es die Kölner zunächst nicht den numerischen Vorteil auszunutzen. Die Angriffe der Kölner wurden meist viel zu umständlich vorgetragen und die Fehlpässe, vor allem im Mittelfeld, häuften sich. Zu großen Torchancen kamen die Kölner nicht, bis der eingewechselte Ebbers nach einem Kopfball zum Glück nur die Latte traf (65.). Die Alemannia stellte aber auch klug die Räume zu und schaffte es mit großer läuferischer Leistung das Spiel der Kölner grundlegend zu behindern.

Vermeintliches Abseitstor

Doch die Elf von Trainer Dieter Hecking beschränkte sich nicht nur darauf das eigene Tor frei zu halten. In der 81. Minute tauchte der flinke Daniel Gomez alleine vor Bade auf und versenkte den Ball im Netz. Doch Schiedsrichter Wack erkannte den Treffer trotz der Proteste der Aachener nicht an. "Die TV-Bilder klären die Situation nicht hundertprozentig auf. Aus meiner Sicht war es kein Abseits. Ich hatte das Gefühl, dass Cullmann noch einen Schritt tiefer als Daniel stand", sagte Hecking. Zwei Minuten vor Spielende traf Podolski zum glücklichen 1:0 für die anderen Domstädter. Christian Springer konnte aus 16 Metern unbedrängt abziehen und Podolski fäschte unfreiwillig den Ball unhaltbar ab. Die Freude war bei den Geißböcken dementsprechend groß, wobei Trainer Huub Stevens von Glück nichts wissen wollte. "Das war ein kampfbetontes Spiel von allen 22 Akteuren auf dem Platz. Es war ein richtiges Derby und dass wir dann am Ende gewonnen haben - das ist dann halt so."

Über eine unglückliche Ansetzung der Partien sind sich alle einig, lassen es aber nicht als Entschuldigung gelten. "Natürlich kosten solche UEFA-Cup-Spiele wie gegen Alkmaar Kraft, aber wir waren einfach mal wieder die Dummen", stellt Kai Michalke ernüchtert fest. Auch Sportdirektor Jörg Schmadtke sieht die Situation so: "Man darf nicht nonchalant darüber hinwegsehen, dass wir am Donnerstag in einem internationalen Wettbewerb vertreten waren. Natürlich ist es dann immer schwer, vor allem wenn wir dann ein so wichtiges Spiel zu bestreiten haben."

Vorentscheidung in Sachen Aufstieg

Mit acht Punkten zum dritten Aufstiegsplatz (Duisburg spielt am Montagabend noch; bei einem Sieg wären es neun Punkte) werden die Chancen, den Anschluss wieder herzustellen, natürlich immer geringer. Das sieht auch Trainer Dieter Hecking so: "Es ist schon eine kleine Vorentscheidung gefallen. Die Tabellensituation ist nicht so, dass wir Halleluja schreien." Dennoch gibt man am Tivoli nie auf: "Ich sehe die Gefahr für die drei Teams, dass sie sich irgendwann zu sicher fühlen. Dann müssen wir sehen, dass wir nicht leichtfertig Punkte liegen lassen", so der Coach. Dass Schwächephasen kommen können, wenn der Aufstieg fast perfekt ist, hat der 1. FC Köln vor zwei Jahren schon einmal gezeigt. Hier sieht auch Christian Springer die Gefahr: "Heute war es ein ganz wichtiger Sieg Richtung Aufstieg, doch die Fehler wie vor zwei Jahren dürfen sich nicht wiederholen".

Donnerstag in Alkmaar

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel - nichts trifft nach dem Köln-Spiel mehr zu als dieser Satz, denn die Alemannia muss sich nach dem Derby in Köln schon am Donnerstag auf internationaler Bühne beweisen. Die personelle Situation sieht vor dem Rückspiel wieder ein kleines bisschen besser aus. Alexander Klitzpera und Willi Landgraf, die in der Liga gegen Köln ihre Sperre absitzen mussten, können ebenso wie Moses Sichone in Alkmaar wieder auflaufen.

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