HolzScherf
2. Bundesliga - Saison 2007/2008 - 34. Spieltag - Sonntag 18.05.2008  - 14:00 Uhr
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„Mit einer guten Leistung die Saison beenden“

Coach Jürgen Seeberger hofft auf den letzten Dreier. Emotionaler Abschied erwartet.

Es war nicht mehr die Zeit der großen Worte auf der abschließenden Pressekonferenz vor dem letzten Saisonspiel gegen die TuS Koblenz. „Wir wollen uns mit einer guten Leistung und einem Sieg von unseren Fans verabschieden“, lautete das knappe Fazit von Jürgen Seeberger.

Der positive Nebeneffekt liegt für Aachens Cheftrainer auf der Hand. „Wir bleiben in der Rückrundentabelle über dem Strich und können vielleicht wir ja noch auf den sechsten Platz vorrücken“, äußerte sich Seeberger zu „den kleinen Zielen“. Die personelle Situation könnte vor den letzten 90 Minuten kaum besser sein, da lediglich Cristian Fiel auf Grund eines Muskelfaserrisses fehlt. Szilárd Nemeth laboriert noch an den Folgen seiner Fußverletzung aus dem Pauli-Spiel. „Wir werden das Spiel ein bisschen zukunftsorientiert angehen“, kündigte Seeberger an. Neben den Profis könnten die Nachwuchsspieler Lewis Holtby und Faton Popova zum Kader stoßen, die in den vergangenen Wochen zur Qualifikation der Amateure für die NRW-Liga beigetragen haben.

Die Ausgangslage für die Gäste aus Koblenz ist ebenfalls entspannt, da sie bereits am vergangenen Spieltag den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen konnten. „Es ist mit Sicherheit eine Riesenlast von ihnen gefallen, als sie von der Rettung erfahren haben. Ich hoffe, dass wir ein schönes und faires Spiel zu sehen bekommen.“ Das hätten sich die sechs Abgänge auch redlich verdient: Marius Ebbers, Todor Kolev, Emmanuel Krontiris, John Jairo Mosquera, Luboš Pecka und Nico Herzig werden am Sonntag offiziell mit einer Uhr und einem Blumenstrauß verabschiedet. „Das wird mit Sicherheit ein sehr emotionaler Moment“, vermutet Seeberger.

Auf eine emotionale Achterbahnfahrt verzichteten die Schwarz-Gelben in den letzten Wochen jedoch weitestgehend. Den Grund dafür kennt Seeberger: „Die Konstanz hat sich eingependelt. Nach den Niederlagen gegen Freiburg und Kaiserslautern haben wir die richtige Reaktion gezeigt und jeweils die nächsten drei Partien gewonnen.“ Dass sein Team auch im letzten Saisonspiel nicht als Verlierer den Platz verlassen will, daran hat Seeberger keine Zweifel: „In den letzten Spielen hat man der Mannschaft die Geilheit nach Siegen angemerkt. Deshalb wollen wir die Saison mit einem positiven Ergebnis beenden.“

Spieldaten

Aufstellung

Alemannia Aachen: Holtby / Trainer: Jürgen Seeberger

TuS Koblenz / Neuendorf: Fernandez (53. Dzaka) / Trainer: Uwe Rapolder

Tore

1:0 Sukalo (47.Eigentor), 1:1 Djokaj (56.), 1:2 Bajic (59.), 1:3 Djokaj (84.)

Verwarnungen

  Sukalo (43.),   Lehmann (44.)

Schiedsrichter:

Knut Kircher, Marco Fritz, Robert Kempter

Zuschauer:

21.019 (davon ca. 2000 aus Koblenz)

Wetter:

bewölkt, 11 Grad

Unglückliche Niederlage zum Abschluss

Alemannia unterliegt der TuS Koblenz mit 1:3

Die tolle Rückrunde der Alemannia endete mit einer unglücklichen Niederlage: Mit 1:3 mussten sich die Aachener der TuS Koblenz geschlagen geben. In einer munteren Partie gingen die Schwarz-Gelben unmittelbar nach der Pause durch ein Eigentor von Goran Sukalo in Führung. Zwischen der 56. und 59. Minute drehten die Gäste die Partie durch die Treffer von Adrian Djokaj und Branimir Bajic. Fortan drückte die Seeberger-Elf auf den Ausgleich, aber Djokaj setzte sechs Minuten vor dem Ende den Schlusspunkt. Dadurch belegt die Alemannia im Gesamtklassement den siebten Tabellenplatz.

Wie bereits im Vorfeld der Partie angekündigt, setzte Trainer Jürgen Seeberger ein klares Signal Richtung Zukunft: So durfte das Nachwuchstalent Lewis Holtby erstmalig an der Seite von Marius Ebbers im Sturm auflaufen. Darüber hinaus nahm der Alemannen-Coach noch zwei weitere Änderungen gegenüber dem 2:0-Erfolg beim FC St. Pauli vor: Für Pekka Lagerblom kam Reiner Plaßhenrich im zentralen Mittelfeld zum Einsatz. Der Kapitän bildete zusammen mit Matthias Lehmann, Daniel Brinkmann und Patrick Milchraum den Viererblock im Mittelfeld. Zudem rutschte Jeffrey Leiwakabessy für Nico Herzig in die Anfangsformation. Dafür rückte Thomas Stehle von der linken Seite in die Innenverteidigung. Die Viererkette komplettierten Seyi Olajengbesi und Jérôme Polenz und Thorsten Stuckmann hütete wie gewohnt das Tor.

Auch TuS-Trainer Uwe Rapolder stellte seine Startelf auf mehreren Positionen um: Vor Torhüter Dennis Eilhoff verteidigte die Viererkette um Martin Forkel, Matej Mavric, Branimir Bajic und Frank Wiblishauser. Im Mittelfeld durfte der Ex-Aachener Goran Sukalo an der Seite von Tayfun Pektürk, Rüdiger Ziehl, Gabriel Fernandez und Alassane Quedraogo ran. Einzige nominelle Spitze stellte Ardian Djokaj dar.

Schon vor dem Anpfiff der Partie gab es den ersten lautstarken Applaus von den Rängen. Es wurden sechs Alemannen offiziell verabschiedet: Marius Ebbers, Todor Kolev, Emmanuel Krontiris, John Jairo Mosquera, Luboš Pecka und Nico Herzig erhielten zum Dank für ihre sportliche Leistung eine Uhr und einen Blumenstrauß. Kurze Zeit später rollte auch das Leder und die Gäste sorgten für das erste Ausrufezeichen: Mit einem starken Reflex gegen Ardian Djokaj konnte Keeper Thorsten Stuckmann den ersten Treffer der Partie verhindern. Fünf Minuten später hätte jedoch die Seeberger-Elf in Führung gehen können: Nach einer tollen Flanke von Lewis Holtby kam Sturmpartner Marius Ebbers freistehend an den Ball. In letzter Sekunde konnten TuS-Keeper Eilhoff und Verteidiger Branimir Bajic im Verbund klären. Auch an der nächsten Aktion war Aachens Jüngster maßgeblich beteiligt: Holtby setzte Daniel Brinkmann geschickt in Szene, der aus rund zwölf Metern an Eilhoff scheiterte (15.).

Die Schwarz-Gelben, die mit dem Schriftzug „Tivoli ist. Tivoli wird. Mit Dir.“ statt dem Logo des Sponsors AachenMünchener aufliefen, blieben weiter am Drücker und immer wieder stand Lewis Holtby im Mittelpunkt. So auch in der 25. Minute als der Nachwuchsspieler nach schöner Vorarbeit von Ebbers knapp über das TuS-Gehäuse zirkelte. Auch die Koblenzer blieben immer wieder durch Konter gefährlich. Aber es waren die Aachener, die weiterhin das Spielgeschehen diktierten: Nach schöner Vorarbeit von Matthias Lehmann kam Lewis Holtby an den Ball. Diesmal schoss der junge Angreifer das Leder denkbar knapp am linken Pfosten vorbei (33.). In der 37. Minute hatten die Schwarz-Gelben dann allerdings das Glück auf ihrer Seite: Nach einem Drop-Kick von Alassane Quedraogo knallte der Ball gegen die Latte und wieder zurück ins Spielfeld. Dadurch ging es mit dem torlosen Remis in die Kabine.

Die zweite Hälfte begann mit einem absoluten Paukenschlag: Noch keine 100 Sekunden waren gespielt, als Matthias Lehmann von der linken Seite einen Eckball in den Sechzehner der Gäste schlug. In der Mitte lauerten mehrere Alemannen, aber es war ausgerechnet Goran Sukalo, der den Ball an alter Wirkungsstätte unglücklich mit dem Kopf ins eigene Tor beförderte (47.). Die Aachener spielten auch in der Folgezeit munter nach vorne und der nächste Treffer lag förmlich in der Luft. Dieser sollte in der 56. Minute auch fallen, nur leider auf der falschen Seite: Nach einem Konter flankte Quedraogo den Ball in den Aachener Sechzehner, wo Ardian Djokai lauerte und mit einem wuchtigen Kopfball Keeper Thorsten Stuckmann keine Chance ließ. Die Schwarz-Gelben bewiesen Moral, denn im direkten Gegenzug hätten sie erneut in Führung gehen können: Wieder war es der quirlige Holtby, der in die Mitte geflankt hatte. Mit einem Flugkopfball warf sich Marius Ebbers in den Ball und Dennis Eilhoff konnte nur mit einer Glanzparade den erneuten Rückstand seines Teams verhindern (57.). Machtlos war allerdings sein Gegenüber zwei Minuten später: Nach einer Ecke kam der Ball über Umwege zu Branimir Bajic. Der Bosnier ließ Jeffrey Leiwakabessy mit einer Körpertäuschung aussteigen und mit einem Sonntagsschuss erzielte er den Treffer zum 2:1.


Dass die Alemannen sich auch am letzten Spieltag nicht kampflos ergeben würden, bewiesen sie Sekunden später: Der Kopfball von Daniel Brinkmann sollte das TuS-Gehäuse jedoch knapp verfehlen (60.). In den weiteren Spielminuten versuchte die Seeberger-Elf alles, um den Ausgleich zu erzielen. Die Abwehr der Gäste stand jedoch sicher, so dass gute Chancen weitestgehend ausblieben. Vor allem im Abschluss ließen die Schwarz-Gelben immer wieder die notwendige Konzentration vermissen. Die beste Möglichkeit vergab der eingewechselte Faton Popova, dessen Schuss knapp über den Querbalken ging (74.). Obwohl die Aachener sichtlich bemüht waren, sollten sie in der letzten Viertelstunde der Saison kaum noch gefährlich vor das Tor der Gäste kommen. Den unglücklichen Schlusspunkt der Partie setzte Ardian Djokai in der 84. Minute: Aus kürzester Distanz erzielte der Serbe das 3:1.

An der Feierstimmung der Fans konnte aber auch die Niederlage nichts enden: Unzählige Minuten nach dem Abpfiff feierten sie ihre Idole für eine tolle Rückrunde, die auf dem vierten Platz endete. Im Gesamtklassement der Saison 2007/2008 belegten die Schwarz-Gelben den siebten Rang.

Zum Spiel

„Jede Serie bricht einmal“


Die Saison 2007/2008 ist Geschichte. Für die Alemannia endete sie mit einer Niederlage, das Rückrundenfazit fiel aber dennoch positiv aus. „Wir haben uns in den letzten Wochen sehr gut präsentiert, auch wenn es heute leider nicht so gut geklappt hat. Aber jede Serie bricht leider einmal“, erklärte Kapitän Reiner Plaßhenrich. Auch Thorsten Stuckmann schlug in dieselbe Kerbe: „Das war nicht der Abschluss, den wir uns gewünscht haben. Dennoch konnten wir uns in den letzten Spielen gut rehabilitieren“, so der Keeper. Lobende Worte fanden fast alle Mitspieler für die Leistung ihres Jüngsten. „Lewis Holtby hat sich seinen Einsatz redlich verdient. Auf seine gezeigt Leistung kann er aufbauen“, befand Plaßhenrich. Dass Holtbys Debüt in der Startelf mit einer Niederlage änderte, lag für Seeberger auf der Hand. „Wir haben nicht so konzentriert gespielt, wie in den letzten Wochen“, bilanzierte Aachens Cheftrainer. Trotz alledem kann sich die Bilanz der Rückrunde sehen lassen: 30 Punkte und Platz vier holten die Schwarz-Gelben aus den vergangenen 17 Spielen. „Wir haben uns im Laufe der Rückrunde in allen Bereichen kontinuierlich verbessert“, lautete das versöhnliche Urteil von Jürgen Seeberger. Und sein Kapitän war „einfach nur froh darüber, dass die Saison jetzt vorbei ist und ich nach zwei Jahren endlich in Urlaub fahren kann.“

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