HolzScherf
I. Bezirk 1. Klasse - Saison 1905/1906 - 2. Spieltag - Sonntag 15.10.1905  - 16:00 Uhr
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Spieldaten

Aufstellung

Bonner FV: Kentenich – Frömbling, Brewer II – Gross, Seidenberg, Linn – Strömer, Dhein, Forth, Schikowsky, Brewer I

Alemannia Aachen: Segnitz – Riechert, M.? Breuer – K.? Baurmann, Roolf, Commer – Cornely, Emunds, H. Wollgarten, Lebrun, Geilenkirchen

Tore

1:0 Forth, 2:0 Strömer, 3:0 Brewer I, 4:0 Forth, 5:0 Dhein, 6:0 Dhein, 7:0 Schikowsky, 8:0 Linn

Schiedsrichter:

Streck

Zuschauer:

"stattliche Anzahl" (auf dem Platz an der Richard-Wagner-Straße)

Besondere Vorkommnisse:

Forth verschießt Handelfmeter (nach dem 8:0)

15.10.1905: Bonner FV - Alemannia Aachen 8:0

Entschieden erfreulicher in den Leistungen, aber desto trauriger im Resultat war unser Spiel der I. in Bonn am 15. d. Mts. Ich würde mich nicht bemühen, die horrende Niederlage zu entschuldigen, wenn ich es nicht für meine Pflicht hielte, Einiges zur Ehrenrettung nachstehender Mannschaft anzuführen. [...]

Gegen den starken Wind spielend verlieren wir beim Anstoss den Ball, der zur rechten Bonner Flanke geht. Beim Centern streift der Ball Riechert am Arm und der schiedsrichter giebt unbegreiflicherweise Elfmeterstoss, der den Bonnern das erste Tor bringt. Es war noch keine Minute seit Beginn verflossen. In der zweiten Minute schiesst Bonn ein ganz klares Abseitstor. Wir protestieren, aber der Schiedsrichter bleibt hartnäckig. Nach 5 Minuten kommt das erste verdiente Tor für Bonn. Man kann sich vorstellen, welchen Eindruck ein solcher Anfang auf uns Aachener machen musste, besonders wenn ich noch bemerke, dass jedes Tor von eienm ohrenbetäubenden Geheul der Bonner Jugend begleitet wurde; wie denn überhaupt Beleidigungen und Geschimpf die freundliche Begrüssung seitens des ausserhalb der Schranken stehenden Publikums darstellten.

Bis zur Pause genossen wir noch dreimal das Bonner Siegesgeheul. Von diesen 3 Toren kommt eines auf das Konto von Segnitz, zwei waren gut und nicht zu halten.

Nach dem Wechseln waren wir etwas im Vorteil, aber schlechter Schuss und die aufmerksame Bonner Verteidigung liessen es nur zu einigen schwierigen Situationen vor dem Bonner Tor, aber nicht zu irgend einem positiven Erfolge für uns kommen. Dass wir noch 2 Tore verlieren mussten, war ein unglücklicher Zufall. Einmal blieb Segnitz untätig stehen, statt dreinzutreten, und das zweite Mal fiel ein von uns abgewehrter Eckball einem Bonner Läufer in die Fänge; der Schuss ging mitten durch die vor dem Tore stehende Menge, ohne irgend jemand zu streifen, was ein Wunder war.

Fassen wir zusammen, so sehen wir, dass 2 Tore direkt regelwidrig vom Schiedsrichter gegen wurden, 2 auf Fehler unseres Torwächters beruhen, während die übrigen wohlverdient waren.

Von unserer Mannschaft versagte niemand; auch was Segnitz verschuldete, machte er an anderer Stelle gut. Hätten unsere Leute gegen Köln so gespielt, wäre ich auf das Resultat neugierig gewesen.

Bei den Bonnern klappte alles vorzüglich; vor Allem wurde früh genug geschossen und das war, im Verein mit den merkwürdigen Ansichten des Schiedsrichters, unser Verderb.

(Nachrichtenblatt des F.C. Alemannia, No. 10 / 1. November 1905)

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