Regionalliga West - Saison 2020/2021 - 18. Spieltag - Sonntag 29.11.2020  - 14:00 Uhr
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Klassiker mit ungleichen Vorzeichen

Alemannia empfängt den Spitzenreiter als Außenseiter

Die Vorfreunde auf das Traditionsduell zwischen Alemannia Aachen und Rot-Weiss Essen war sicherlich schon mal größer. Das liegt in erster Linie daran, dass die 86. Auflage des Westschlagers nicht wie gewohnt vor fünfstelliger Kulisse über die Bühne gehen kann. Zudem geht die Alemannia am Sonntag um 14.00 Uhr auch personell angeschlagen als klarer Außenseiter in die Partie.

Es kam einiges zusammen am vergangenen Mittwoch in Lotte. Fast noch härter als die unglückliche Niederlage schmerzt sicher der umstrittene Platzverweis gegen Kapitän Alexander Heinze, da die Szene auch als Stürmerfoul hätte ausgelegt werden können. Trotz Unterzahl dominierte die Alemannia das Spiel, ohne sich am Ende für einen engagierten Auftritt zu belohnen. Zu allem Überfluss sah Robin Garnier noch die fünfte gelbe Karte und der gerade erst genesene Oluwabori Falaye zog sich nach seiner Einwechslung einen Muskelfaserriss zu. Bereits vor der Partie hatten sich Oguzhan Aydogan (krank) sowie Vincent Boesen und Nils Blumberg (angeschlagen) abgemeldet, deren Einsatz auch am Sonntag fraglich ist.

Mit Rot-Weiss Essen gastiert nun ausgerechnet der bislang unbesiegte Tabellenführer am Tivoli, der bereits vor der Saison als Top-Favorit auf den Aufstieg gehandelt wurde. Alleine Neuzugang Simon Engelmann traf bereits 14-mal ins Schwarze – so viele Treffer gelangen den Alemannen bislang als Mannschaft nicht. „Die Vorzeichen sind ungleich. Essen ist im Rhythmus und konnte trotz Corona frühzeitig einen Kader mit enorm hoher Qualität zusammenstellen“, kennt Stefan Vollmerhausen die Ausgangslage. Dennoch zeigt sich sich der 47-Jährige kämpferisch. „Man kann gegen jede Mannschaft punkten und wir haben die Chance, Essen als Erster in dieser Saison zu schlagen“, sieht Aachens Trainer auch einen gewissen Reiz in der Rolle des „Underdogs“.

Die Alemannia bietet allen Fans unter www.airtango.live erneut einen Live-Stream an, der für Dauerkarteninhaber und Sponsoren kostenlos ist. Weitere Zugänge können für 7,90 € erworben werden. Alternativ gibt es wie gewohnt einen Live-Ticker auf der Vereinshomepage (www.alemannia-aachen.de/ticker). Schiedsrichter der Partie des 18. Spieltags ist Tobias Severins aus Rheda-Wiedenbrück. Die umfangreiche Bilanz der beiden DFB-Pokalfinalisten von 1953 weist einen Vorteil für die Gäste aus, die aus 39 Duellen als Sieger hervorgingen. Neben 15 Unentschieden sind bislang 31 Aachener Erfolge gelistet.

Spieldaten

Aufstellung

Alemannia Aachen: Mroß – Uchino, Müller, Wallenborn, Galle – Zahnen, Seferings – Rüter (22. Boesen), Bösing (74. Arifi), Batarilo (86. Baum) – Dahmani (90. Rakk) / Trainer: Stefan Vollmerhausen

Rot-Weiss Essen: Golz – Plechaty, Heber, Hahn, Herzenbruch (72. Weber) – Grote – Endres (72. Platzek), Kehl-Gomez, Kefkir (86. Young), Harenbrock (82. Condé) – Engelmann / Trainer: Christian Neidhart

Tore

0:1 Grote (58.), 1:1 Dahmani (83.)

Verwarnungen

  Dahmani (53.),   Zahnen (88.),   Baum (90.+1)

Ecken

3 / 5

Schiedsrichter:

Tobias Severins (Rheda-Wiedenbrück) – Waldemar Stor, Jonathan Lautz

Wetter:

3 Grad, sonnig

Ein Punkt für die Moral

Alemannia bietet dem Tabellenführer beim 1:1 Paroli

Die Alemannia ist am 18. Spieltag der Regionalliga West zu einem Achtungserfolg gekommen. Gegen Spitzenreiter Rot-Weiss Essen kamen die Schwarz-Gelben trotz zahlreicher personeller Ausfälle zu einem verdienten 1:1 (0:0). Ausgerechnet Hamdi Dahmani war es, der acht Minuten vor dem Ende gegen seinen Ex-Club den Aachener Ausgleich markierte.

Während die noch unbesiegten Essener mit der Empfehlung von 10:1-Toren aus den beiden letzten Spielen mit breiter Brust an den Tivoli reisten, waren die Alemannen im Vorfeld nicht frei von Sorgenfalten. Insgesamt standen Stefan Vollmerhausen gleich zehn verletzte, erkrankte oder gesperrte Akteure nicht zur Verfügung. Im 17er-Aufgebot fand sich daher auch Aldin Dervisevic aus der U19 wieder. Essen versuchte das Spielgeschehen in den ersten Minuten an sich zu reißen, den ersten Warnschuss feuerten allerdings die Kaiserstädter ab. Der Versuch von Zahnen aus der Distanz flog aber einen knappen Meter über den Kasten (8.). Auf der Gegenseite probierte es auch RWE aus der zweiten Reihe. Der Schuss von Grote verfehlte das Aachener Tor aber knapp (16.). Die Alemannen versteckten sich keineswegs und hatten durch Dahmani sogar den Führungstreffer auf dem Fuß. Der Ex-Essener zielte aber aus zwölf Metern über die Querlatte (17.). Wenig später musste die Alemannia den nächsten Nackenschlag verkraften. Rüter konnte aufgrund von Adduktoren-Problemen nicht weitermachen und musste durch Boesen ersetzt werden (22.). In einer umkämpften Partie mit insgesamt wenigen Torraumszenen setzte die Alemannia das nächste Ausrufezeichen. Batarilo zog einen Freistoß aus gut und gerne 30 Metern wuchtig Richtung rechten Torwinkel, wo Gästekeeper Golz mit einer Glanzparade einen Einschlag verhindern konnte (27.). Zwei Minuten später musste auch Alemannia-Schlussmann Mroß die Handschuhe auspacken, als er einen Drehschuss von Harenbrock aus acht Metern prächtig parierte (29.). In einem Duell auf Augenhöhe ging es torlos in die Kabine.

Die erste gute Szene nach Wiederbeginn gehörte dem Tabellenführer. Ein Schuss von Top-Torjäger Engelmann wurde abgeblockt, den Nachschuss platzierte Plechaty unbedrängt aus 14 Metern rechts am Tor vorbei (46.). Die Schwarz-Gelben antworteten mit einem Angriff über die linke Seite. Batarilo flankte auf Boesen, dessen Direktabnahme knapp neben das Tor abgefälscht wurde (47). Die anschließende Ecke bot Seferings eine gute Kopfballchance, der Startelf-Debütant traf die Kugel aber freistehend nicht richtig. Effektiver präsentierten sich die Essener beim Führungstreffer. Endres passte von rechts an die Strafraumgrenze zurück, Harenbrock ließ für Grote passieren, der mit einem platzierten Flachschuss aus 25 Metern zum 0:1 traf (58.). Die Alemannia ließ sich durch den Rückstand nicht aus der Fassung bringen. Boesen verpasste eine scharfe Hereingabe von Batarilo nur knapp (62.). Die Gäste reagierten und stellten sich in den letzten 20 Minuten mit einer 5-3-2-Formation etwas kompakter auf. Zehn Minuten vor dem Ende forderten die Alemannen vehement einen Elfmeter, als Batarilo der Essener Abwehr nach einem langen Ball von Wallenborn enteilt war und im Strafraum von Heber zu Fall gebracht  wurde. Schiedsrichter Severin konnte zum Entsetzen allerdings kein Vergehen feststellen. Zwei Minuten später fiel der verdiente Ausgleich dann doch. Wieder schlug Wallenborn einen langen Ball, Dahmani erlief eine zu kurze Kopfballrückgabe von Heber und vollendete zum 1:1 (82.). Bevor der verdiente Punktgewinn aktenkundig wurde, mussten die Aachener in der Nachspielzeit noch eine letzte Schrecksekunde überstehen. Engelmann setzte die Kugel aus spitzem Winkel aber am langen Pfosten vorbei.

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