HolzScherf
Testspiele - Saison 1908/1909 - 9. Spieltag - Sonntag 24.01.1909
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Spieldaten

Aufstellung

MVV Maastricht: u.a. Dumoulin (Tor) – Dresen, L. Batta, P. van Kan, G. van Kan

Alemannia Aachen: Laumen – Bechhoff, Emunds – Holtsträter, Pohlmann, Essers – Wolff, T. Boeven, Tillmanns, E. Pullen, Cl. Baurmann

Besondere Vorkommnisse:

kombinierte Mannschaft Alemannia I / II

24.1.1909: Maastrichter VV - Alemannia Aachen I / II 2:0

Spiele mit sogenannten kombinierten Mannschaften sind vom Übel. Man unterschätzt dabei in der Regel den Gegner, während man die eigene Mannschaft immer noch für stark genug hält, um "mit denen fertig zu werden." Der Gegner dagegen, dem man oft die Zusammensetzung der anderen Mannschaft verschwiegen hat, oder der einfach an die vielen Ersatzleute gar nicht glaubt, nimmt sich zusammen, spielt mit Aufopferung und gewinnt nicht selten mit seinen feuereifrigen Leuten gegen den nachlässig und zerfahren spielenden Mischling. Gewinnen die Kombinierten, so ist ein Pyrrhussieg; keine der beteiligten Mannschaften kann den Sieg für sich in Anspruch nehmen, obwohl jede ihn herbeigeführt zu haben glaubt. Gewinnt aber der Gegner, so wird der Sieg meist in schamloser Weise ausgeblendet. Einen neuen Beweis für diese alte Tatsache bildet ein Bericht über das vorliegende Spiel, der in La Vie Sportive, der verbreiteten belgischen Sportzeutung erschienen ist. Ich will nicht versäumen, ihn dem geneigten Leser und der freundlichen Leserin im Originaltext zu Gemüte zu führen.

Un match des plus intéressants s'est joué dimanche 24 janvier, à Maastricht, entre l'équipe I de l'Alemannia d'Aix-la-Chapelle et l'équipe I du Maestrichtsche V.V.

Ce match, qui avait attiré une foule énorme, fut de toute beauté. Chacune des équipes avant un ardent désir de vaincre jouèrent jusqu'au bout avec beaucoup d'entrain et de courage tout en montrant un jeu d'une correction remarquable.

Maestricht domina cependant plus que son adversaire et s'assura la victoire par 2 goals à 0, marquant un goal dans chaque time.

Out particulièrement bien joué:
A Maestricht V.V., G. van Kan, P. van Kan, L. Batta, Dresen et surtout le keeper Dumoulin.
A l'Alemannia, l'extrême-gauche et Wolfs, le center-half, et le back gauche.

Soweit der Bericht. Von der Zusammensetzung der Aachener Mannschaft, von den näheren Umständen u.s.w. kein Wort. Sehr richtig bemerkt dazu unser belgischer Berichterstatter Wilhelmi, dem wir den Bericht verdanken: Ce n'est pas comme ça que l'on se crée une renommée auprés des clubs belges de valeur, chose infiniment plus importante que l'on ne croit dans les cercles sportifs de la vénérable ville de Charlemagne.

Zum Spiele selbst übergehend will ich zunächst unsere Aufstellung verraten: [...]

Der hartgefrorene Boden hatte zur Folge, dass unsere Mannschaft vorsichtiger und langsamer spielte als sonst. Maastricht, das nichts zu verlieren hat, zieht dagegen alle Register auf und ist zunächst mehr im Angriff. Nach einiger Zeit senkt sich ein hoher Ball des gegnerischen Linksinnen in die rechte untere Ecke. Bis zur Pause wird trotz mannigfacher Gelegenheit hüben und drüben nichts Vernünftiges mehr zuwege gebracht. Nachher wird unsere Mannschaft munterer und hat während der zweiten Hälfte mehr vom Spiel. Aber das gute Spiel der holländischen Verteidigung, daneben auch etwas Pech im Schuss, lassen es zu keinem Erfolge für uns kommen. Maastricht kann dagegen, als unsere beiden Verteidiger einmal am Boden liegen und Laumen herauslaufen muss, zum zweiten Male einsenden, d.h. erst dann als Essers, der wie so oft im letzten Augenblick retten wollte, den Ball infolge des glatten Bodens verfehlte.

Kritik: Die Stürmerreihe unserer II. Mannschaft bestätigte meine neulich schon festgelegte Erfahrung, dass sie gegen körperlich spielende Gegner nicht die Hälfte wert ist. Wolff, der als einziger Erstklassiger vorne doch unbedingt auffallen musste, spielte noch etwas schlechter als die andern und stand zudem drei Viertel der Zeit abseits. Die Läufer waren gut; bei Essers und Pohlmann fiel wieder das direkte genaue Abgeben auf, während Holsträter die Bälle zu lange hielt. Bechhoff überraschte mich;  er war ein stets aufmerksamer und sicherer Partner. Laumen hielt in der ersten Hälfte einige Male sicher; in der zweiten hatte er Zeit und Gelegenheit zu interessanten Studien.

Maastricht hat sich in der Spielstärke entschieden verbessert; auch gesellschaftlich scheint sich der Verein gegen früher sehr gehoben zu haben. Nur eins scheint man in Maastricht noch immer nicht zu kennen: Wort halten. Nachdem man uns das Rückspiel in Aachen für den 14. Februar fest zugesagt hatte, kam am 13. abends die Absage. So kamen alle, die sich gefreut hatten, einmal die ganze erste Mannschaft gegen Maastricht spielen zu sehen, um das billige Vergnügen. Doch schliesslich geschah uns recht. Genau denselben Scherz hat sich Maastricht schon vor einigen Jahren mit uns geleistet. Man sollte grundsätzlich nicht gegen Vereine spielen, die keinem Verbande angehören und die man infolgedessen für ihre Flegeleien nicht fassen kann.

(Josef Emunds; Nachrichtenblatt d. F.C. Alemannia, No. 5 / 1. März 1909)

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