HolzScherf
2. Bundesliga - Saison 2007/2008 - 2. Spieltag - Montag 20.08.2007  - 20:15 Uhr
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Vorfreude auf „ein richtig heisses Spiel“

Alemannia gastiert am Montagabend beim 1. FC Köln

Die Faszination des Derbys zwischen dem 1. FC Köln und Alemannia Aachen bleibt auch dem Schwaben Guido Buchwald nicht verborgen: „50.000 Fans, prickelnde Stimmung - das wird ein richtig heißes Spiel“, weiß der Coach der Schwarz-Gelben. Trotz der unumstrittenen Offensivqualitäten der Kölner mit Milivoje Novakovic, Nemanja Vucicevic und Nationalspieler Patrick Helmes geht Buchwald optimistisch in die Partie gegen den Aufstiegskandidaten Nr. 1. „Der FC ist sicherlich Favorit. Wenn wir unsere Qualitäten aber ausspielen, werden wir nicht mit leeren Händen nach Hause kommen“, ist Buchwald zuversichtlich.

In Sachen Personal hat der Alemannen-Coach schon jetzt allen Grund zum Optimismus, da sich sein Lazarett deutlich gelichtet hat. Sowohl Cristian Fiel, der seinen Faserriss auskuriert hat, als auch Hrvoje Vukovic, der sich im vergangenen Spiel eine Gehirnerschütterung zugezogen hat, stehen ihm wieder zur Verfügung. Darüber hinaus kehrt Pekka Lagerblom nach seiner abgesessenen Sperre pünktlich zum Duell gegen seinem Ex-Club in den Kader zurück. „Endlich kann ich wieder 18 Mann auf den Spielberichtsbogen schreiben“, freut sich Buchwald über die Rückkehr einiger seiner Schützlinge. Einziger Wehrmutstropfen: Jérôme Polenz muss auf die Partie in der Domstadt verzichten, da er sich einen Muskelfaserriss zugezogen hat. „Das ist schon ein Verlust für uns, weil er in der letzten Woche eine sehr gute Partie abgeliefert hat“, beklagt der 46-Jährige den Ausfall seines Jungstars. Zudem werden Reiner Plaßhenrich (Knie-Operation) und Emmanuel Krontiris weiterhin fehlen. Der Stürmer absolviert derzeit ein umfassendes Reha-Programm, um seine anhaltenden Probleme in der Oberschenkelmuskulatur endlich in den Griff zu bekommen.

Um seine Spieler optimal auf die Montagspartie vorzubereiten, hat Buchwald am Samstagabend eine zusätzliche Einheit unter Flutlicht einberaumt. Dabei attestierte er vor allem Cristian Fiel eine hervorragende Trainingsleistung. „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass er so schnell wieder eine Alternative ist“, so der Alemannen-Coach. Ob der gebürtige Spanier auch in der Anfangsformation wieder zu finden ist, darauf wollte sich der Trainer am Sonntag noch nicht festlegen. Weichen müsste dafür möglicherweise ein Offensivspieler. „Wenn dem so ist, wären Patrick Milchraum oder Cristian Fiel die ersten Nachrücker“, erklärt Buchwald. Eine Änderung ist bereits beschlossene Sache: Den Platz auf der linken Abwehrseite wird der wieder genesene Jeffrey Leiwakabessy anstelle von Benjamin Weigelt einnehmen. Zweiter Torwart wird auch in Köln Thorsten Stuckmann sein. „Für Stephan Straub käme eine Berufung in den Kader noch zu früh, weil er bis jetzt sehr wenig Spielpraxis hat sammeln können. Wir werden während der Landerspielpause Anfang September zwei Freundschaftsspiele absolvieren und ihn dabei testen“, erklärt Buchwald.

Den Charakter eines Freundschaftsspiels hat das Derby am Montag mit Sicherheit nicht. „Wir freuen uns alle schon sehr auf das Spiel. Die Begegnung kommt fast schon einer Erstligapartie gleich“, sagt Buchwald und fügt hinzu: „Und dass wir schon lange nicht mehr in Köln gewonnen haben, wollen wir ändern.“ Mittlerweile liegt der letzte Sieg der Schwarz-Gelben in der Domstadt fast vierzig Jahre (Saison 1968/69) zurück. Insgesamt gab es in den bisherigen 14 Partien zwischen der Alemannia und dem FC drei Siege für die Aachener, zweimal trennten sich die Teams unentschieden und neunmal gewannen die Kölner. Zwar ist das Prickeln vor der Begegnung am Tivoli greifbar, überbewerten will Buchwald den Lokalknaller aber doch nicht. „Ohne Zweifel wäre es ein positives Signal, wenn wir etwas mitnehmen könnten. Aber wir spielen auswärts bei einem absoluten Aufstiegsfavoriten. Am Ende geht es auch in Köln nur um drei Punkte“, sagt Buchwald.
Noch Tickets für den Entlastungszug

Das Derby ist natürlich ausverkauft, in Aachen wurde das komplette Kontingent von knapp 4500 Tickets abgesetzt. Bis Montagnachmittag sind im Fanshop am Tivoli noch Tickets für den zweiten Entlastungszug nach Köln erhältlich. Die Fahrkarten kosten 5 Euro. Der Zug fährt um 17.35 Uhr ab Aachen Hauptbahnhof, voraussichtlich ab Gleis 2.

Schiedsrichter der Partie ist der 39-Jährige FIFA-Referee Florian Meyer aus Burgdorf. Ihm assistieren an der Seitenlinie Kai Voss und Mark Borsch.

Infos

Bilanz gegen Köln
Infos zu Köln

Spieldaten

Aufstellung

1. FC Köln: Antar, Broich, Chihi, Helmes, McKenna, Mitreski (46. Ehret), Mondragon, Nickenig, Novakovic (69. Scherz), Schöneberg (62. Gambino), Vucicevic / Trainer: Christoph Daum

Alemannia Aachen: Casper, Ebbers, Klitzpera (33. Herzig), Lagerblom, Lehmann, Leiwakabessy, Nemeth, Nicht, Pecka (69. Fiel), Reghecampf (46. Stehle), Vukovic / Trainer: Guido Buchwald

Tore

0:1 Ebbers (23.)

Verwarnungen

  Casper (9.),   Reghecampf (24.),   Fiel (90.)

Ecken

10 / 5

Abseits

3 / 2

Schiedsrichter:

Florian Meyer, Kai Voss, Mark Borsch

Zuschauer:

50.000 (davon ca. 8000 aus Aachen)

Wetter:

Heiter bis wolkig, 17 Grad

Ebbers sorgt für historischen Sieg

Aufopferungsvoller Kampf wird mit drei Punkten belohnt

Die Alemannia hat das Derby beim 1. FC Köln mit 1:0 für sich entschieden. Vor 50.000 Zuschauern im restlos ausverkauften RheinEnergie-Stadion war Marius Ebbers in der 23. Minute für die Schwarz-Gelben erfolgreich. Es war der erste Erfolg der Alemannia in Köln seit fast 40 Jahren.

Auf Grund einiger Rückkehrer stellte Alemannen-Coach Guido Buchwald sein Team im Gegensatz zur Vorwoche auf drei Positionen um. Die Innenverteidigung bildeten erneut Alex Klitzpera und Dede Vukovic. Der Kroate konnte trotz Gehirnerschütterung, die er sich im Spiel gegen Jena zugezogen hatte, spielen. Auf der linken Abwehrseite musste Benjamin Weigelt für den wieder genesenen Jeffrey Leiwakabessy weichen und auf der rechten Seite kam Mirko Casper für Thomas Stehle zum Einsatz. Die doppelte Sechs bildeten Matze Lehmann und Pekka Lagerblom, der nach seiner abgesessenen Sperre pünktlich zum Duell gegen seinen Ex-Club in die Startelf rutschte. Auf den Flügeln sollten Laurentiu Reghecampf und Lubos Pecka für Unruhe sorgen. Zentral lief Szilárd Nemeth auf, während im Sturmzentrum Marius Ebbers den Alleinunterhalter gab. Den Kasten der Schwarz-Gelben sollte Kristian Nicht sauber halten.

Kölns Trainer Christoph Daum musste seine Startelf verletzungsbedingt ändern. Für Linksverteidiger Ümit Ozat rückte Tobias Nickenig in die Viererkette. Kevin Schöneberg, Alexander Mitreski und Kevin McKenna komplettierten die Abwehrreihe des FC. Im Mittelfeld kamen Thomas Broich, der in der letzten Woche noch auf der Bank Platz nehmen musste, und Roda Antar zum Einsatz. Die Offensivabteilung bildeten Nemanja Vucicevic, Adil Chihi, Milivoje Novakovic und Nationalspieler Patrick Helmes. Das Tor hütete der Kolumbier Faryd Mondragon.

Von Beginn an merkte man den Akteuren auf dem Platz an, dass das Derby sie in ihren Bann gezogen hatte. Kein Ball wurde kampflos hergegeben, um jeden Zentimeter wurde gefightet. Einen Blitzstart wie gegen Jena gab es für die Schwarz-Gelben zwar nicht, dennoch waren es die Aachener, die für den ersten Aufreger in der Partie sorgten. Unser Kapitän Laurentiu Reghecampf, der vor Saisonbeginn auch auf dem Wunschzettel der Kölner stand, wurde von Lubos Pecka auf der linken Seite geschickt. In letzter Sekunde kam FC-Keeper Faryd Mondragon vor dem Rumänen an den Ball (3.). In der siebten Minute hatten die Kölner ihre erste gute Aktion: Nach einer Ecke war Milivoje Novakovic mit dem Kopf zur Stelle. Der Versuch des Slowenen verfehlte das Gehäuse der Schwarz-Gelben jedoch deutlich. Gefährlich wurde es erst in der nächsten Szene, als Nationalspieler Patrick Helmes frei zum Schuss kam. Der Ball flog knapp am Kasten unseres Keepers Kristian Nicht vorbei (11.).

Im weiteren Spielverlauf dominierten die Abwehrreihen beider Teams das Spiel, so dass Chancen zunächst Mangelware blieben. Das änderte sich in der 23. Minute allerdings drastisch: Nach einem tollen Doppelpass zwischen Laurentiu Reghecampf und Szilárd Nemeth passte der Rumäne den Ball mustergültig auf Marius Ebbers. Der Angreifer ließ sich nicht lange bitten und erzielte den 1:0-Führungstreffer gegen den Favoriten. Die Kölner fanden nur selten den Weg in die Spitze. Endstation war dann meistens in der gut postierten Abwehr der Gäste. So auch in der 30. Minute, als die Schwarz-Gelben nach dem Ballgewinn blitzschnell umschalteten und den Gegenangriff einleiteten. Der Vorstoß von Szilárd Nemeth blieb allerdings erfolglos.

Vier Minuten später musste Alemannen-Coach Guido Buchwald unfreiwillig eingreifen. Alex Klitzpera wurde mit Verdacht auf Oberschenkelzerrung ausgewechselt. Für ihn kam Nico Herzig ins Spiel. Vom Gastgeber war in dieser Phase des Spiels nicht viel zu sehen, so dass unser Keeper Kristian Nicht nahezu beschäftigungslos blieb. Stattdessen ließ die Alemannia immer wieder ihr Können aufblitzen: In der 39. Minute musste FC-Keeper Mondragon sich richtig lang machen, um das Geschoss von Matze Lehmann zu entschärfen. Die Kölner wurden jetzt wacher und nach einer schönen Einzelaktion des Serben Nemanja Vucicevic flog der Ball nur knapp am Aachener Tor vorbei (41.). Auch die letzte nennenswerte Aktion vor der Pause - ein Eckball für die Kölner, an dem sowohl Freund, als auch Feind vorbeirutschten - änderte nichts mehr am Ergebnis, so dass es mit einer 1:0-Führung in die Pause ging.

Mit einer Auswechslung kamen die Schwarz-Gelben zurück aufs Feld: Für Laurentiu Reghecampf, der über Probleme im Adduktorenbereich klagte, kam Thomas Stehle in die Partie. Dieser rückte auf die rechte Abwehrseite und Mirko Casper nahm den Platz von Reghecampf auf dem rechten Flügel ein. Dass die Kölner vor heimischem Publikum nicht als Verlierer vom Platz gehen wollten, zeigten sie bereits in den Anfangsminuten der zweiten Halbzeit. Keine drei Minuten waren gespielt und der Ball zappelte bereits im Netz. Nach einem Schuss von Roda Antar ließ Kristian Nicht die Kugel abprallen. Adil Chihi bugsierte das Spielgerät über die Linie, aber Schiedsrichter Florian Meyer entschied auf Abseits. Im Nachhinein erwies sich diese Entscheidung allerdings als falsch. Die Aachener zeigten sich unbeeindruckt und kamen ihrerseits zu einer hochkarätigen Chance. Nach schönem Pass von Matze Lehmann kam Marius Ebbers aus rund 13 Metern zum Schuss. Da der Stürmer den Ball nicht richtig traf, wurde er zur leichten Beute für Faryd Mondragon (52.).

Das Spiel ging nun hin und her. Nach einer Ecke war es erneut Milivoje Novakovic, der mit einem Kopfball auf den Aachener Kasten zielte. Jedoch ging der Ball über das Gehäuse von Keeper Kristian Nicht. Die Kölner machten jetzt mehr Druck. In der 64. Minute hatte Patrick Helmes den Ausgleich auf dem Fuß. Sein strammer Schuss von der halbrechten Seite ging aber knapp am Tor von Kristian Nicht vorbei. Mit etwas Glück und einer soliden Abwehrleistung überstanden die Buchwald-Schützlinge die erste Angriffswelle der Kölner unbeschadet. In der Folgezeit kamen die Aachener nur durch gelegentliche Entlastungsangriffe vor den FC-Kasten, ohne jedoch wirklich Torgefahr zu entwickeln.

Der Gastgeber schnürte die Schwarz-Gelben dagegen immer mehr in der eigenen Hälfte ein, aber unsere Spieler hielten bravourös dagegen. Ab der 70. Minute herrschte Hochbetrieb im Strafraum der Alemannia. Eine Ecke nach der nächsten prasselte auf Kristian Nicht herein. Allerdings wurde es selten richtig gefährlich für unseren Keeper. Dennoch war die Spannung auf den Rängen deutlich zu spüren. Noch zehn Minuten galt es für die Aachener zu überstehen. Vor allem nach Standardsituationen sorgte die Daum-Elf immer wieder dafür, dass die Zuschauer die Luft anhielten. Brenzlig wurde es aber nie. In der 87. Minute noch mal eine Aktion aus dem Spiel. Der Schuss von Nemanja Vucicevic ging aber am Tor vorbei. Der Strafraum der Aachener brannte nun lichterloh. Den Ball von Patrick Helmes blockte Nico Herzig mit vollem Einsatz (88.). Der Abwehrverbund der Schwarz-Gelben überstand auch die letzten Spielminuten unbeschadet, so dass Guido Buchwald seinen ersten Sieg feiern konnte.

Durch einen wahren Kraftakt hat sich die Alemannia den ersten Sieg der Saison gesichert. Am kommenden Sonntag steht bereits das nächste Spiel auf dem Programm. Zu Gast auf dem Tivoli sind die Kickers aus Offenbach.

Zum Spiel

Guido Buchwald:
Ich glaube, wir haben uns mit der 1. Halbzeit den Sieg verdient. Wir haben aus der Kompaktheit zügig nach vorne gespielt und uns Torchancen erarbeitet. Deshalb haben wir auch völlig verdient mit 1:0 zur Pause geführt. In der zweiten Halbzeit war klar, dass es ein anderes Spiel werden wird. Wir haben gut gestanden, manchmal aber ein bisschen zu tief. Um bessere Konter fahren zu können, fehlte die Passgenauigkeit. Der FC hat viel Druck gemacht, aber sich keine klaren Chancen erspielt. Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Wir waren in den Zweikämpfen besser, hatten die Lufthoheit und ich glaube wir haben vielleicht ein bisschen glücklich, aber nicht unverdient gewonnen. Das war einfach eine tolle Mannschaftsleistung.

Christoph Daum:
Wir haben in der 1. Halbzeit ganz gut gespielt, aber nicht genug Durchschlagskraft entwickelt. Deshalb haben wir in der Pause umgestellt und deutliche Worte gefunden. Dann haben wir nur wenige Minuten gebraucht um tatsächlich den Ausgleich zu erzielen, aber bereits zum x-ten Mal mussten wir erleben, wie der 1. FC Köln durch eine Fehlentscheidung benachteiligt wird. Der Linienrichter hatte freie Sicht und stand gut, so dass ich mir die Entscheidung nicht erklären kann. Wird das Tor von Chihi gegeben, dann nimmt das Spiel einen ganz anderen Lauf.

Marius Ebbers:
Ich glaube, besser kann man ein solches Tor nicht herausspielen. Wir haben über vier, fünf Stationen mit einem Kontakt gespielt, bis ich frei vor dem Tor war. Dass ich hier in Köln das Siegtor mache ist natürlich schön, aber man sollte auch keine allzu große Sache daraus machen. Mich freut es besonders für die Mannschaft, weil wir hier als Team gut gearbeitet haben.

Patrick Helmes:
Das haben wir uns alle heute ganz anders vorgestellt. Wir haben nicht schlecht gespielt, aber uns hat einfach die Durchschlagskraft gefehlt. Ich glaube, wir müssen das Spiel abhaken und nach vorne schauen.

Alex Klitzpera:
Ein Sieg gegen Köln ist immer ein schönes Gefühl. Es war einfach toll, wie uns die Fans vor allem in der zweiten Halbzeit unterstützt haben. Ich denke, dass es heute eine tolle Mannschaftsleistung war. Wir haben während der Drangphase der Kölner gut dagegen gehalten und wurden dafür mit drei Punkten belohnt.

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