HolzScherf
DFB-Pokal - Saison 2008/2009 - 2. Spieltag - Mittwoch 24.09.2008  - 19:00 Uhr
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Alemannia will im Pokal überwintern

„Wir haben ein k.o.-Spiel vor Augen, in dem es nur einen Gewinner gibt - und der wollen wir sein“, gab Cheftrainer Jürgen Seeberger nach dem letzten Training vor der Abreise zum DFB-Pokalspiel beim SV Wehen Wiesbaden die Marschroute vor. Am Mittwoch um 19 Uhr geht es für die Alemannia um den Einzug in die dritte Runde im deutschen Vereins-Pokal.

Was erfolgreiches Abschneiden in einem solchen Wettbewerb bewirken kann, weiß der Trainer aus seinen eigenen Erfahrungen in der Schweiz, und diese erfreulichen Gesichtspunkte hat er klar vor Augen: „Es gibt viele positive Aspekte beim Weiterkommen im Pokal. Da sind das Erreichen der dritten Runde an sich, natürlich finanzielle Aspekte und Prestige. Mit zwei, drei Siegen kann man im Pokal mit etwas Losglück weit kommen. Das ist gut für die Moral - und man kann vor dem Start der Rückrunde ein zusätzliches Pflichtspiel bestreiten.“ Um das zu erreichen, hat Seeberger im Übrigen keine Elfmeter trainieren lassen. „Wir haben es angesprochen, aber die psychische Belastung, von der Mittellinie zum Punkt zu gehen, kann man ohnehin nicht simulieren.“

Dass sein Team nach dem Ligaspiel vergangenen Freitag bereits am Mittwoch wieder im Einsatz ist, sieht der Coach nicht als Nachteil. Im Gegenteil: „Das ist ein schöner Rhythmus. Da hat man genug, aber nicht zu viel Zeit dazwischen.“ Auch dass das Spiel gegen Duisburg am Freitag verloren wurde, spiele für das Pokalspiel keine Rolle mehr. Schließlich sei ein k.o.-Spiel immer etwas anderes und „es gehört zur Qualität einer Mannschaft, Dinge hinter sich zu lassen und sich auf neue zu konzentrieren. Das ist die Kunst. Etwas abhaken, sich neu mit Energie laden und brennen“, fordert Seeberger deshalb von seiner Elf. Personell muss der 43-Jährige weiterhin auf Mirko Casper verzichten, der nach seinem Kreuzbandriss bald wieder am Mannschaftstraining teilnehmen kann. Aus der Defensiv-Abteilung steht auch Thomas Stehle nach leichten Knieproblemen in der letzten Woche für das Spiel gegen Wehen noch nicht zur Verfügung. „Stehls“ bleibt in Aachen und schiebt Extra-Schichten. Hinzu kommt der Ausfall von Faton Popova. Der 23-Jährige zog sich beim Einsatz bei Alemannias Reserve am Wochenende einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu und muss operiert werden.

Den Gegner Wehen Wiesbaden hat Seeberger nach dem Aufeinandertreffen zum Saisonstart noch in zwei weiteren Ligaspielen persönlich beobachtet. Hierbei hat der Trainer zwei Gesichter des Teams von Christian Hock ausgemacht: „Gegen Nürnberg war ich dort, da haben sie taktisch sehr sauber gespielt, wie es ihre Art ist. Da konnten sie mit den zwei Toren sehr erfolgreich starten. Beim 0:5 am letzten Sonntag gegen Freiburg war ich auch, und da haben sie eigentlich keinen Zugriff gekriegt, da hat die Aggressivität gefehlt.“ Für Mittwoch erwartet der Coach eine Reaktion der Gastgeber auf die hohe Niederlage gegen die Freiburger. „Bei den Standards müssen wir deshalb aufpassen und wenn sie den spielerischen Ansatz finden, über Orahovac oder auch Diakité dann müssen wir schauen, dass wir die Räume verdichten, die Kopfballduelle gewinnen, vor allem auch die zweiten Bälle und dann selbstverständlich unsere Angriffe nach vorne tragen“, erklärte der Coach vor der Abfahrt nach Wiesbaden am Dienstagmittag.

Der Ticketverkauf für das Pokalspiel ist in Aachen bereits abgeschlossen. Rund 300 Fans werden die Mannschaft auf ihrer Auswärtsfahrt nach Wiesbaden begleiten. Es sind jedoch noch Busfahrttickets erhältlich. Diese kosten 25 Euro und sind noch bis zur Abfahrt am Mittwoch um 15 Uhr im Fanshop an der Krefelder Straße erhältlich.

Die Partie wird geleitet von Peter Gagelmann. Ihm assistieren Matthias Anklam und Sascha Thielert.

Spieldaten

Aufstellung

SV Wehen Wiesbaden: Walke – Panandetiguiri, Kopilas, Jeknic, Glibo – Schwarz, Amstätter – Siegert, Orahovac, Diakité (87. Ziegenbein) – König / Trainer: Christian Hock

Alemannia Aachen: Stuckmann – Vukovic, Szukala, Olajengbesi, Achenbach – Plaßhenrich (78. Lehmann) – Lasnik (74. Daun), Lagerblom (15. Fiel), Holtby – Nemeth, Auer / Trainer: Jürgen Seeberger

Tore

1:0 König (72.)

Verwarnungen

  Plaßhenrich (18.),   Fiel (27.),   Vukovic (56.),   Panandetiguiri (71.),   Lehmann (82.),   Daun (89.)

Schiedsrichter:

Peter Gagelmann (Bremen) – Matthias Anklam, Sascha Thielert

Zuschauer:

4.016 (davon ca. 400 aus Aachen)

Wetter:

bewölkt, 12 Grad

Pokal-Aus nach desolater Vorstellung

Alemannia Aachen hat den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals verpasst. Mit 0:1 musste sich das Team von Jürgen Seeberger am Mittwochabend nach einer sehr schwachen Leistung dem SV Wehen Wiesbaden geschlagen geben. Der Treffer von Ronny König in der 72. Minute besiegelte das Pokal-Aus der enttäuschenden Schwarz-Gelben in der zweiten Runde.

Im Vergleich zur Startformation beim verlorenen Ligaspiel in Duisburg hatte Chef-Trainer Jürgen Seeberger drei Änderungen vorgenommen. In der Abwehr vor Schlussmann Thorsten Stuckmann agierte Hrvoje Vukovic, der auf der rechten Seite den Vorzug vor Jérôme Polenz erhielt. Lukasz Szukala und Seyi Olajengbesi bildeten die Innenverteidigung und Timo Achenbach verteidigte links. Vor Kapitän Reiner Plaßhenrich kam für offensive Akzente über rechts Andreas Lasnik anstelle von Florian Müller zum Einsatz. Pekka Lagerblom ersetzte Matthias Lehmann, um den offensiveren Part im Mittelfeld einzunehmen. Lewis Holtby komplettierte über links das Mittelfeld. Benjamin Auer und Szilard Nemeth bildeten das Sturmduo der Schwarz-Gelben.

In der Wiesbadener BRITA-Arena sahen 4.016 Zuschauer eine einseitige erste Hälfte, in denen sich die Gastgeber zahlreiche Torchancen erspielten. Die erste Möglichkeit für die Hausherren hatte Sanibal Orahovac. Seinen Freistoß wenige Minuten nach dem Anpfiff durch Schiedsrichter Peter Gagelmann wehrte Stuckmann jedoch mit der Faust ab. Die folgenden Minuten waren durch Verletzungsunterbrechungen auf Aachener Seite gekennzeichnet - nicht ohne Folgen für die Schwarz-Gelben. Denn für Lagerblom war die Partie aufgrund einer Schulterverletzung, die er sich ausgerechnet beim Zusammenprall mit Auer zugezogen hatte, bereits nach 15 Minuten beendet. Cristian Fiel kam für den Finnen ins Spiel. Die Mannschaft von Christian Hock bestimmte die Partie. So wurde es in der 18. Minute im Strafraum der Aachener brenzlig. Ein Torschuss von Bakary Diakité wurde von einem Aachener Spieler abgefälscht und ging nur wenige Zentimeter neben dem Pfosten ins Aus. Und die Wehener legten nach: Orahovac legte für Ronny König auf, der mit seinem strammen Schuss aus 15 Metern den Kasten der Schwarz-Gelben nur knapp verfehlte (21.). Nur eine Minute später war es wieder Diakité, der den Aachener Keeper prüfte. Dieser konnte den Ball aber sicher abfangen. Großchancen für die Wehener gab es dann auch in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte. In der 37. Minute wehrte Stuckmann erst einen abgefälschten Schuss von Diakité ab und im Nachschuss traf Benjamin Siegert nur das Außennetz. Nach dieser Doppelchance für den SV Wehen konnte in der 40. der Aachener Schlussmann in letzter Sekunde vor dem frei gespielten Orahovac retten. Den Offensivaktionen der Wehener hatten die Alemannen in Hälfte eins nichts entgegenzusetzen. Lediglich ein Torschuss von Plaßhenrich ging auf das Tor von Alexander Walke (13.) und zahlreiche Fehlpässe und verlorene Zweikämpfe waren kennzeichnend für das Spiel der Seeberger Elf.

Die Ideenlosigkeit der Schwarz-Gelben und die Dominanz der Heimmannschaft der ersten 45 Minuten sollten auch die zweite Hälfte bestimmen. So stand bereits in der 54. Minute wiederum Stuckmann im Fokus, als er einen strammen Schuss von Ronny König, der sich an der Strafraumgrenze gegen Olajengbesi durchsetzte, mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte. In der 58. Minute steckte dann der starke Orahovac die Kugel für König durch, doch wieder warf sich Stuckmann in die Schussbahn und verhinderte den Rückstand. Einzig nennenswerte Szene für Alemannia: Auer legte für Holtby ab, der links am Tor vorbei schoss (68.).

Die Gefahr im Aachener Strafraum sollte danach nicht abnehmen: Einen Schuss vom freistehenden König konnte Szukala in der 70. noch im letzten Augenblick vor Diakité zur Ecke entschärfen, ehe der Ball in der 72. Minute im Aachener Tor zappelte. Nach Flanke von Diakité von der linken Grundlinie hatte König die Kugel unhaltbar zur 1:0 Führung verwandelt. Auch die Einwechslungen von Markus Daun und Matthias Lehmann für Lasnik und Plaßhenrich konnten nicht für Belebung im Aachener Spiel sorgen. Vielmehr waren die Wehener dem zweiten Treffer näher. In der 88. legte Oharovac auf Björn Ziegenbein auf, dessen Schuss Aachens Keeper mit den Fingerspitzen an die Latte lenkte. So blieb es beim 1:0 für den SV Wehen Wiesbaden, der damit hoch verdient ins Achtelfinale des DFB-Pokals einzog.

Zum Spiel

Es herrschte Redebedarf in der Brita-Arena. Die Alemannia-Fans machten ihrem Unmut nach dem Spiel völlig zurecht Luft, die Mannschaft stellte sich nach ihrem desolaten Auftritt den Anhängern. "Sie haben ihren Frust abgelassen, das ist doch ihr gutes Recht nach diesem Spiel", erklärte der Kapitän Reiner Plaßhenrich. Sportdirektor Jörg Schmadtke fand die deutlichsten Worte. "Das genügte heute mit ganz wenigen Ausnahmen nicht unseren Ansprüchen. Diese Leistung können wir als Arbeitgeber nicht hinnehmen", sagte der Manager und meldete seinerseits Redebedarf an. "Ich habe das Gefühl, die Mannschaft möchte mich in den nächsten Tagen öfter in der Kabine sehen. Das kann sie haben." Kein Einsatz, keine Laufbereitschaft, er sei sich wie bei einem Testspiel vorgekommen, so der Manager. "Wenn ich den Ball will, kann ich nicht darauf hoffen, dass meine Gegenspieler tot umfallen. Da muss ich mich auch mal ein paar Schritte bewegen." Trainer Jürgen Seeberger war bewusst darum bemüht, die Contenance zu bewahren. "Ich mache jetzt hier keine großen Ankündigungen. Wir werden das Spiel intern analysieren und darüber reden, was zu dieser Leistung geführt hat", so der Coach, der nichts beschönigte. "Wir sind mit dem 0:1 gut bedient. Wehen war in allen Belangen überlegen. Heute hat nur eine Mannschaft mit Vehemenz und Power gespielt."

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