2. Bundesliga - Saison 2007/2008 - 13. Spieltag - Sonntag 11.11.2007  - 14:00 Uhr
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Heimgesicht gegen Rote Teufel

Vor dem Spiel gegen Lautern macht Coach Guido Buchwald nicht viele Worte

Viele Worte wollte Aachens Trainer Guido Buchwald gar nicht verlieren, um die Zielsetzung vor dem Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern zu verdeutlichen: „Wir haben ein Heimspiel und wollen gewinnen. Punkt.“ So lautete das kurze Statement des 46-Jährigen am Freitag. Die Journalisten entlockten dem Coach dann aber doch noch weitere Aussagen zur Partie am kommenden Sonntag.

Die Niederlage gegen Aue in der Vorwoche sei verarbeitet, auch wenn der Coach der Alemannia keinen Grund sieht, die Leistung seiner Kicker zu beschönigen. „Das Spiel in Aue war sicherlich ein Rückschlag. Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen und standen zu weit weg von den Gegenspielern. Das ist aber abgehakt, jetzt zählt nur der Sieg gegen Kaiserslautern“, sagt Buchwald.

Dass es schwer genug wird gegen die Pfälzer drei Punkte einzufahren, weiß Aachens Trainer: „Sie stehen hinten sehr kompakt mit zwei Viererblöcken und werden mit Sicherheit auf Konter lauern. Da Kaiserslautern bis jetzt sehr wenige Gegentreffer kassiert hat, dürfte es für uns nicht einfach werden, ihr Bollwerk zu knacken.“ Bei diesem Unternehmen werden ihm einige Spieler fehlen: Neben den Langzeitverletzten (Plaßhenrich, Herzig) muss der Alemannen-Coach auch noch auf Jérôme Polenz und Mirko Casper verzichten. Casper zog sich beim 3:1-Erfolg der Amateure gegen Aufsteiger Dattenfeld eine Bauchmuskelverletzung zu, während Polenz an einem Muskelfaserriss laboriert. „Jérôme ist fast wieder fit, aber das Risiko ist noch zu groß. Deshalb wird er am Sonntag auch noch nicht im Kader stehen“, erklärt sein Trainer. Auf Cristian Fiel kann er jedoch wieder zurückgreifen, obwohl dieser auf Grund einer Erkältung auch am Freitag noch nicht Trainingsbetrieb teilnehmen konnte.

Wie seine Startelf beim Spiel gegen Kaiserslautern genau aussehe, wollte Buchwald nicht verraten. „Sicher ist aber, dass Jeffrey Leiwakabessy nach überstandener Gehirnerschütterung wieder in die Mannschaft zurückkehren wird“, sagt der 46-Jährige. Ansonsten bestehe noch die Möglichkeit, dass es in der Offensive einen Wechsel geben könnte. „Das mache ich dann von den letzten Trainingseindrücken abhängig“, erklärt er. Unabhängig davon wer am Sonntag auf dem Platz stehe, glaubt Buchwald an sein Team: „Die Leistungen, die wir im Oktober gezeigt haben, stimmen mich optimistisch. Nach dem Spiel in Aue habe ich gemerkt, dass die Mannschaft enttäuscht war und jetzt gewillt ist, das wieder gutzumachen. Meine Spieler werden sich zerreißen, um vor unserem tollen Publikum weiter ungeschlagen zu bleiben“, kündigt Aachens Trainer an.

Die Anhänger des krisengebeutelten Klubs aus der Pfalz bleiben ihrem Verein jedenfalls treu, da das Kartenkontingent der „roten Teufel“ für das Spiel auf dem Tivoli schon komplett vergriffen ist. Auch die Fans der Alemannia werden wieder zahlreich vertreten sein, so dass es eine große Kulisse geben dürfte. Für den Coach der Schwarz-Gelben steht dabei ein Aspekt ganz besonders im Vordergrund: „Wir wollen den Kontakt nach oben wieder verringern und dafür müssen wir unser Heimgesicht zeigen“, erklärte Buchwald abschließend. Dieses Gesicht soll die Mannschaft demnächst auch auswärts mal aufsetzen. Ein Erfolg soll die Basis bilden, um künftig auch in der Fremde mal wieder erfolgreich zu sein. „Das muss unser Anspruch sein. Aber zunächst zählt nur das Spiel am Sonntag“, so Buchwald.

Wenn man der Bilanz Glauben schenken will, dann dürfte der kommende Gegner genau richtig sein. Denn gegen die Pfälzer bestritten die Schwarz-Gelben in der Vergangenheit drei Spiele auf dem Tivoli und blieben dabei jedes Mal ungeschlagen (ein Sieg, zwei Unentschieden). Diese Ergebnisse liegen aber mittlerweile fast 40 Jahre zurück. Insgesamt fanden Ende der 60er Jahre sechs Partien zwischen der Alemannia und dem 1. FC Kaiserslautern statt. Die anderen drei Spiele wurden auf dem Betzenberg ausgetragen, wo die Aachener damals allerdings drei Niederlagen kassierten.

Schiedsrichterin der Partie ist die 28-jährige Bibiana Steinhaus aus Hannover. Ihr assistieren an der Seitenlinie Stephan Kammerer und Thomas Gorniak.

Infos

Spieldaten

Aufstellung

Alemannia Aachen: Ebbers, Fiel, Klitzpera, Kolev, Lehmann (61. Vukovic), Leiwakabessy, Milchraum (44. Weigelt), Pecka (89. Krontiris), Reghecampf, Stehle, Straub / Trainer: Guido Buchwald

1. FC Kaiserslautern: Beda, Bellinghausen, Bernier (80. Jendrisek), Bugera, Demai, Kotysch, Müller (72. Reinert), Opara (80. Runström), Schönheim, Simpson, Sippel / Trainer: Kjetil Rekdal

Tore

1:0 Milchraum (6.), 2:0 Reghecampf (70.), 2:1 Jendrisek (90.)

Verwarnungen

  Simpson (12.),   Demai (38.),   Kotysch (59.),   Schönheim (69.)

Ecken

7 / 9

Abseits

4 / 2

Schiedsrichter:

Bibiana Steinhaus, Stephan Kammerer, Thomas Gorniak

Zuschauer:

20.773 (davon ca. 2000 aus Kaiserslautern)

Wetter:

Regenschauer, 6 Grad

Ein Spiel wie das Wetter

Glücklicher 2:1-Erfolg gegen Kaiserslautern - Pfälzer zu schwach im Abschluss

Bei nass-kaltem Wetter hat sich die Alemannia einen glücklichen 2:1-Sieg über den 1. FC Kaiserslautern erkämpft. Das erste Tor erzielte Patrick Milchraum bereits in der sechsten Minute mit einem knallharten Schuss aus rund 18 Metern. Mitte der zweiten Hälfte markierte Laurentiu Reghecampf vor 20.731 Zuschauern per Elfmeter den zweiten Treffer. In der Schlussminute konnten die Gäste, die zahlreiche Torchancen ausließen, durch Erik Jendrisek nur noch Ergebniskosmetik betreiben.

Alemannen-Coach Guido Buchwald änderte seine Startformation nach der Niederlage in Aue auf zwei Positionen: Benjamin Weigelt musste seinen Platz als Linksverteidiger für den wiedergenesenen Jeffrey Leiwakabessy räumen. Zusammen mit Thomas Stehle, Alex Klitzpera und Laurentiu Reghecampf bildete er die Viererkette. Darüber hinaus erhielt Todor Kolev im Angriff den Vorzug gegenüber Szilárd Nemeth. Auf den Flügeln sollten Marius Ebbers und Lubos Pecka ihren Sturmpartner mit Flanken füttern. Im Tor und im Mittelfeld gab es wie schon in den Vorwochen keine Änderung: Vor der Abwehrreihe um Keeper Stephan Straub kam Matze Lehmann auf rechts, Cristian Fiel in der Zentrale und Patrick Milchraum auf der linken Seite zum Einsatz.

Nach dem torlosen Remis in Augsburg in der Vorwoche tauschte Kaiserslauterns Trainer Kjetil Rekdal seinen Sturm komplett aus. Für die Angreifer Björn Runström und Erik Jendrisek rückten Joshua Simpson und Emeka Opara in die Startelf. Alle anderen Positionen blieben unverändert: Vor Torhüter Tobias Sippel verteidigte die Viererkette um Sascha Kotysch, Mathieu Beda, Fabian Schönheim und Alexander Bugera. Im Mittelfeld liefen Sven Müller, Aimen Demai, Patrice Bernier und Axel Bellinghausen auf.


Zu Beginn der Partie schien es, als ob die Gäste aus der Pfalz besser mit den widrigen Bedingungen klar kommen sollten und sie erarbeiteten sich die ersten Chancen. Aber sowohl beim Schuss von Aimen Demai (3.), als auch beim Kopfball von Joshua Simpson (4.) war Stephan Straub zur Stelle. Wie man es auf dem nassen Untergrund richtig macht, zeigten die Schwarz-Gelben nur zwei Minuten später: Nach einer kurz ausgeführten Ecke kam der Ball auf Höhe des Sechzehners zu Patrick Milchraum. Der fackelte nicht lange und mit einem knallharten Schuss ließ er FCK-Keeper Tobias Sippel keine Chance - 1:0 für die Alemannia! Danach passierte zehn Minuten lang nicht viel auf beiden Seiten, bevor Patrice Bernier den Ball auf Axel Bellinghausen durchsteckte. Völlig frei scheiterte dieser aber am Aachener Keeper (16.) - ein weiterer Beleg dafür, warum der FCK in der Liga bis jetzt die wenigsten Treffer erzielen konnte.


Mit einem Schuss aus der zweiten Reihe meldeten sich auch die Schwarz-Gelben zurück: Matze Lehmann prüfte Sippel aus rund 20 Metern, der Torwart der Pfälzer konnte parieren (19.). In der Folgezeit blieb die Buchwald-Elf am Drücker und in der 27. Minute war es wieder eine Ecke, die für Gefahr sorgen sollte: Nachdem Sippel am Ball vorbei gesegelt war, konnte Opara in höchster Not vor Thomas Stehle mit dem Hinterkopf klären. Zehn Minuten vor der Pause brannte es auf beiden Seiten: Nachdem Simpson zwei gute Chancen zum Ausgleich ungenutzt ließ - zuerst klärte Cristian Fiel gegen den Angreifer, danach fand er in Stephan Straub seinen Meister - hatten die Aachener die Riesengelegenheit auf 2:0 zu erhöhen: Nachdem sich Todor Kolev schön den Ball erkämpft hatte, passte der Bulgare den Ball auf Lehmann weiter. Im Rutschen brachte der das Leder auf das Lauterer Gehäuse. Sippel konnte die Kugel nur abprallen lassen und beim Nachschuss unseres Mittelfeldmotors musste er sein ganzes Können abrufen (36.). Schrecksekunde drei Minuten vor dem Pausenpfiff: Nach einem Zweikampf blieb Patrick Milchraum verletzt am Boden liegen. Der Torschütze musste gegen Benjamin Weigelt ausgetauscht werden. Erste Diagnose: Knieprellung. Den sportlichen Schlusspunkt in Halbzeit 1 setzte die Alemannia. Der Schuss von Marius Ebbers aus rund 25 Metern ging allerdings am Tor der Lauterer vorbei.


Wie schon in der ersten Hälfte hatte Kaiserslautern auch im zweiten Spielabschnitt die erste gute Chance: Unter den Augen des neuen Aufsichtsratsmitgliedes Klaus Toppmöller scheiterte Simpson aber erneut am Aachener Schlussmann (48.). Auch in den weiteren Spielminuten stürmten die Gäste, die Aachener versteckten sich tief in der eigenen Hälfte. Die Passivität wäre in der 55. Minute beinahe bestraft worden: Nach einer Ecke drosch Bellinghausen aus rund 20 Metern den Ball denkbar knapp über das Tor. Die Elf von Trainer Guido Buchwald merkte, dass sie mehr tun musste und wurde etwas aktiver. In der 66. Minute hätte der zweite Treffer fallen können: Nach einer schönen Hereingabe von Lubos Pecka rutschte Marius Ebbers in den Ball, dieser ging jedoch über den Querbalken.


Nur drei Minuten später stand eine andere Person im Mittelpunkt: Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus. Nachdem der eingewechselte Hrvoje Vukovic nach einem Dribbling im Strafraum der Gäste in die Zange genommen wurde, entschied die 28-Jährige auf Strafstoß. Mit einem satten Schuss in die Mitte erzielte Laurentiu Reghecampf das 2:0. Nicht nur die Zuschauer, sondern auch der Himmel spendete Applaus und übergoss die Spieler mit einem kräftigen Regen- und Hagelschauer. Aber selbst dieses Wetter konnte der tollen Stimmung auf den Rängen keinen Abbruch bereiten. Die Pfälzer wirkten geschockt und kamen nicht mehr richtig in Tritt. Dafür hätte Todor Kolev in der 77. Minute den Sack endgültig zu machen können, da er den Ball aber nicht richtig traf, blieb es beim 2:0. Noch keine 120 Sekunden waren vergangen, als der Bulgare erneut den dritten Treffer auf dem Fuß hatte. Sein schöner Schuss ging knapp am Gehäuse des FCK vorbei. In den letzten zehn Minuten der Partie war die Luft bei den von Kopf bis Fuß durchnässten Akteuren raus und Chancen waren Mangelware. In der 84. Minute versuchte sich noch einmal Benjamin Weigelt mit einem Aufsetzer, den Lauterns Keeper Sippel jedoch parieren konnte. Als sich die Alemannen gedanklich schon zum Feiern verabschiedet hatten, kamen die Pfälzer noch zum 1:2-Anschlusstreffer durch den eingewechselten Erik Jendrisek (90.). Das war dann allerdings auch die letzte nennenswerte Aktion des Spiels.

Die Abschlussschwäche der Pfälzer, das frühe Tor der Schwarz-Gelben und der Elfmeter bescherten der Alemannia drei wichtige Zähler. In zwei Wochen steht das nächste Spiel auf dem Plan, wenn die Aachener im Rosenaustadion auf den FC Augsburg treffen. Dann soll es auch in der Fremde endlich wieder ein Erfolgserlebnis geben.

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