2. Bundesliga - Saison 2010/2011 - 22. Spieltag - Samstag 12.02.2011  - 13:00 Uhr
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Hyballa ist „fast begeistert“

Coach erlebt eine starke Trainingswoche – Olajengbesi vor Rückkehr

„Formidabel“ nennt Peter Hyballa das Gesehene in der bisherigen Trainingswoche. Als erfahrener Trainer wird der Alemannia-Coach bei so viel Qualität auf dem Übungsfeld schon wieder misstrauisch: „Vom Training in dieser Woche war ich fast begeistert, das ist gefährlich als Trainer. Es läuft fast schon zu gut.“

Konzentriert, fit und spielfreudig präsentierte sich der Kader in den Einheiten bis einschließlich Donnerstag, als ein Elf gegen Elf auf dem Programm stand. Ganz neue Möglichkeiten für den Trainer, die durch die vielen genesenen Spieler ermöglicht werden. Thomas Zdebel („Er wird im Kader sein“) trainiert ebenso wie Thorsten Burkhardt mit der Mannschaft. Und am Donnerstag brachte Seyi Olajengbesi nach langer Verletzung die erste komplette Einheit hinter sich. Da Thomas Stehle wegen eines Muskelfaserrisses weiter fehlt, könnte „Ola“ ein Platz auf der Bank winken – exakt eine halbe Saison nach seinem letzten Einsatz beim Hinspiel in Frankfurt.

Es sieht also alles ganz gut aus rund um den Tivoli, passend zum Frühlingswetter. Entsprechend optimistisch ist der Coach: „Wenn wir das transportieren können, bin ich frohen Mutes, dass wir die drei Punkte behalten werden“, sagt Hyballa, dessen Team beim Hinspiel am Bornheimer Hang den ersten Saisonsieg feierte und danach eine feine Serie hinlegte. „Ein solches Knackpunkt-Spiel möchten wir natürlich wieder hinbekommen“, sagt der 35-Jährige. Alemannia ist seit drei Spielen ungeschlagen, hat in den vier Liga-Partien nach der Winterpause aber auch erst einen Dreier eingefahren. „Wir sind die Unentschieden-Könige der Liga“, stellt Hyballa fest – ein Titel, den an der Krefelder Straße allerdings niemand anstrebt.

Viel eher taugt der berühmte einstellige Tabellenplatz als Saisonziel. Einen solchen (8.) hat der kommende Gegner inne, der vier Punkte vor den Schwarz-Gelben rangiert. Mit einem Sieg wäre Alemannia also dran an den Gästen. „Der FSV ist eine Mannschaft, die ich sehr gerne mag, die einfach ihr Ding spielt“, sagt Hyballa über den spielstarken Gegner, der bei sieben Vergleichen bisher ein mageres Pünktchen gegen die Aachener einfahren konnte. Ähnlich wie die Alemannia haben die Hessen vor der Saison Spieler aus unteren Klassen (Wunderlich, Mölders) integriert, die sich zu Leistungsträgern entwickelt haben. Hyballa entdeckt eine weitere Parallele: „Man hat beim 0:6 in Düsseldorf gesehen, dass sie es nicht mögen, wenn sie auf die Socken bekommen. Darin ähneln wir uns vielleicht.“

Die Partie wird geleitet von Christian Fischer. Ihm assistieren Dominik Nowak und Marc Frömel. Vierter Offizieller ist Sven Jablonski.

Für das Heimspiel wurden bislang rund 14.000 Karten verkauft. Für alle, die noch keine Karte für die Partie am Samstag haben, gibt es wie gewohnt die Möglichkeit, Tickets in den Alemannia-Shops im Tivoli und in der Pontstraße, über die Hotline 01805 / 018011 (14 Cent pro Mi­nu­te aus dem dt. Fest­netz, Mo­bil­funk­preis ma­xi­mal 42 ct/min), im Internet bis vier Stunden vor Spielbeginn unter www.alemannia-tickets.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen zu kaufen. Zudem sind die Tageskassen wie gewohnt ab 2,5 Stunden vor Spielbeginn geöffnet.

Spieldaten

Aufstellung

Alemannia Aachen: Hohs – Radjabali-Fardi, Casper, Feisthammel, Achenbach – Kratz – Höger, Arslan (68. Cubukcu), Junglas (73. Olajengbesi) – Auer, Stieber (83. Radu) / Trainer: Peter Hyballa

FSV Frankfurt: Klandt – C. Müller, Schlicke, Gledson, Konrad – Cinaz, Wunderlich, Hickl (62. N'Diaye), Gjasula, Bouhaddouz (79. Heitmeier) – Mölders (82. Cidimar) / Trainer: Hans-Jürgen Boysen

Tore

1:0 Achenbach (36.), 1:1 Gjasula (69.), 2:1 Auer (82.)

Verwarnungen

  da Silva Menezes (90.+1)

Ecken

6 / 1

Schiedsrichter:

Christian Fischer (Hemer) – Dominik Nowak, Marc Frömel, Sven Jablonski

Zuschauer:

15.813 (davon ca. 100 aus Frankfurt)

Wetter:

sonnig, 12 Grad

Alemannias Traum-Duo schlägt spät zu

2:1-Heimsieg gegen den FSV Frankfurt – Traumtor von Achenbach, Auer ist wieder zur Stelle

Lange Zeit blieb das Spiel offen, am Ende hatte die Alemannia das glücklichere Ende für sich. Vor 15.813 Zuschauern feierten die Schwarz-Gelben am Samstag einen 2:1-Heimsieg gegen den FSV Frankfurt. Timo Achenbach bescherte den Hausherren in der 36. Minute durch einen Sonntagsschuss die 1:0-Pausenführung für die Alemannia, die nach dem Wechsel einige Probleme gegen druckvolle Frankfurter hatte. Der FSV kam in der 68. Minute durch Gjasula zum verdienten Ausgleich, ehe Benny Auer nach Flanke von Stieber sieben Minuten vor Abpfiff der 2:1-Siegtreffer per Kopf gelang, mit dem sich die Alemannia vorübergehend auf den neunten Tabellenplatz vorgeschoben hat.

Die personelle Lage lockerte sich zum Heimspiel gegen den FSV Frankfurt ein wenig auf. Mit Thomas Zdebel und Seyi Olajengbesi rückten zwei zuletzt Verletzte wieder zurück in den Kader. An der Starformation änderte dies allerdings zunächst nichts, Peter Hyballa bot die gleiche Elf der Vorwoche auf. Vor Keeper David Hohs begann daher die Viererkette mit Shervin Radjabali-Fardi, Tobias Feisthammel, Mirko Casper und Timo Achenbach. Kevin Kratz startete vor der Abwehr, über die Außen kamen Manuel Junglas und Marco Höger. Hinter den beiden Spitzen Zoltán Stieber und Benny Auer durfte Tolgay Arslan zentral von Beginn an ran.

Die Alemannia begann bei strahlendem Sonnenschein druckvoll und drängte die Gäste tief in die eigene Hälfte. Cinaz klärte eine Hereingabe von Arslan in letzter Sekunde, Auer hatte vor dem Kasten gelauert (8.). Bis zum Strafraum sah das Spiel der Alemannen gut aus, was fehlte, waren die klaren Torraumszenen. Der FSV agierte sehr defensiv, so dass sich die Hyballa-Elf zunächst schwer tat, eine Lücke zu finden.

In der 25. Minute dann plötzlich die Chance für die Frankfurter: Ein langer Ball landetet bei Sascha Mölders, der am herauslaufenden Hohs vorbeiging, das leere Gehäuse vom Strafraumeck aber deutlich verfehlte. Schwarz-Gelb fehlten trotz spielerischer Überlegenheit die zwingenden Aktionen, während die Gäste mit langen Bällen stets gefährlich vor Hohs auftauchten. Gjasulas Flanke köpfte Mölders nur knapp über die Latte (33.).

Drei Minuten später dann die Führung für die Tivoli-Jungs: Achenbach wurde gut 25 Meter vor dem gegnerischen Tor nicht attackiert, fasste sich ein Herz und hämmerte die Kugel mit einem Flatterball unhaltbar ins obere linke Eck – 1:0 (36.). Junglas hatte wenige Sekunden später gar das 2:0 auf dem Fuß, doch sein Schuss konnte noch abgeblockt werden. Im Gegenzug zeichnet sich Hohs gleich doppelt aus, da er Bouhaddouz‘ Schuss zunächst zur Ecke klärte, ehe er gegen Hickl im Eins-gegen-Eins Sieger blieb (43.). Weil Arslans Kopfball aus elf Metern kurz vor der Pause zu unplatziert war, blieb es bei der 1:0-Pausenführung, die aufgrund der großen Chancen der Gäste fast schon ein wenig glücklich für die Alemannia erschien.

Die erste Chance nach der Pause gehörte den Hausherren: Nach einem schönen Zuspiel von Junglas konnte Arslan von rechts unbehindert flanken, Stiebers Direktabnahme landete am Außennetz (48.). Doch auch die Gäste versteckten sich nicht, Gjasulas Schuss ging nur knapp am Pfosten vorbei (49.). Der FSV blieb weiterhin hochgefährlich, und die Alemannia hatte großes Glück: Müllers Flankenball fand den Kopf von Mölders, der völlig freistehend nur die Querlatte traf (56.).

Jetzt war Musik in der Partie. Eine Ecke von Stieber landete bei Auer, dessen Kopfball Konrad gerade noch auf der Linie klärte (60.). Für mehr Druck sorgte dennoch der Tabellenachte, der durch Bouhaddouz die nächste Chance zum Ausgleich hatte. In der 68. Minute war es dann aber soweit, Jürgen Gjasula hämmerte die Kugel aus etwas mehr als fünf Metern unter die Latte – 1:1. Allerdings stand der Frankfurter dabei im Abseits.

Über den Ausgleich konnte sich kein Alemanne beschweren, die Gäste hatten nach dem Wechsel für deutlich mehr Druck gesorgt. Hyballa reagierte und stellte um: Junglas verließ das Feld, Seyi Olajengbesi feierte sein Comeback. Radjabali-Fardi rückte ins Mittelfeld, Feisthammel auf die rechte Abwehrseite und Olajengbesi in die Innenverteidigung (73.).

Die letzten zehn Minuten brachen an, der FSV gab sich mittlerweile mit dem Punkt zufrieden, die Alemannia allerdings nicht: Stieber erhielt auf links den Ball, flankte die Kugel lang auf den zweiten Pfosten, wo Kapitän Auer sicher zum 2:1 einköpfte (83.) – Saisontor Nummer 14. Es war der Knockout zum richtigen Zeitpunkt. Die Frankfurter warfen nochmals alles nach vorne, doch es blieb beim knappen Sieg der Aachener, der zunächst den neunten Tabellenrang bescherte. Seit nunmehr vier Spielen sind die Schwarz-Gelben jetzt ungeschlagen.

Zum Spiel

Timo Achenbach: Wir freuen uns sehr über den Dreier. Ich würde nicht unbedingt sagen, dass die drei Punkte am Ende glücklich waren, aber wir müssen natürlich mal über die zweite Halbzeit sprechen, wo vieles nicht gut war. Wir brauchen einfach zu lange, um den Gegner den entscheidenden Gnadenstoß zu verpassen, aber das zieht sich ja schon durch die ganze Saison. Zum Glück hat es letztlich noch zum Sieg gereicht, den sich die Mannschaft insgesamt verdient hat. Über meinen Treffer freue ich mich natürlich sehr. Ich denke, ich müsste öfter mal versuchen, aus der Distanz einfach draufzuhalten.

David Hohs: Die erste Halbzeit war ganz gut, der Führungstreffer war auf jeden Fall verdient. Nach der Pause haben wir allerdings stark nachgelassen, da hat sich der Ausgleich angedeutet. Uns fehlte es nach dem Wechsel einfach, zielstrebig nach vorne zu spielen. Wir müssen daran arbeiten, nach einer Führung einfach mal nachzulegen, um die Partie frühzeitig zu entscheiden. Mit dem Dreier sind wir über den 30 Punkten und wollen natürlich noch so weit nach oben klettern wie möglich.

Benny Auer: Die drei Punkte waren immens wichtig. Unser Ziel war es einerseits über die 30 Punkte zu kommen und andererseits den Frankfurtern näher auf die Pelle zu rücken, was uns letztlich auch geglückt ist. Ich denke, die Zuschauer haben ein ausgeglichenes Spiel gesehen, in dem beide Teams als Sieger vom Platz gehen konnten. Wir würden uns für die Zukunft wünschen, eine Partie vorzeitig zu entscheiden. So war es am Ende wieder eine spannende Angelegenheit. Die Flanke von Stiebi war natürlich wieder super.

Peter Hyballa: Die Mannschaft ist heute in der ersten Halbzeit ziemlich erwachsen aufgetreten. Das zeigt, dass wir dabei sind, den nächsten Schritt zu machen. Insgesamt war ich mit der Leistung im ersten Durchgang zufrieden, unabhängig von Timos schönem Treffer. Wir haben einige gute spielfreudige Kombinationen gezeigt. In der Halbzeit haben wir angesprochen, dass Höger und Junglas weiter einrücken sollten, weil Kratz häufig allein gegen zwei Frankfurter stand. Aber wir haben es dann nicht mehr so gut hinbekommen. Ich hatte ja vorher darauf hingewiesen, dass der FSV eine tolle Kurzpass-Mannschaft ist und man Probleme bekommt, wenn man sie spielen lässt. So war es dann auch, der Ausgleich war hoch verdient. Man hofft als Trainer in solch‘ einer Phase darauf, dass unser Traum-Duo Stieber/Auer nochmal zuschlägt, was ja am Ende auch funktioniert hat. Wir sind richtig froh über den Dreier, der vielleicht etwas glücklich war. Allerdings haben wir in dieser Saison auch schon viele gute Spiele abgeliefert, die wir am Ende nicht gewonnen haben.

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